Wie viel Zufall steckt in einer Karriere, Rafaela Pittschieler?

Shownotes

Bevor Rafaela Pittschieler beruflich Karriere machte, stand sie auf Skiern im Rennanzug. Tempo, Risiko und die Fähigkeit, unter Druck klare Entscheidungen zu treffen, kennt sie also nicht nur aus der Theorie. Später führte ihr Weg in die Wirtschaft: als COO und Verwaltungsrätin bei X Timber verantwortete sie Zahlen, Teams und strategische Weichenstellungen. Dann wagte sie mit zwei kleinen Kindern den Sprung in die Selbstständigkeit. Heute ist sie Führungskräfte-Coachin, gibt Seminare über mentale Stärke und Changemanagement und engagiert sich bei Wnet für Frauen in Führungspositionen. Außerdem ist Rafaela Pittschieler in der Notfallseelsorge des Weißen Kreuzes aktiv und begleitet Menschen in den schwersten Momenten ihres Lebens. Diese Extremerfahrungen prägen auch ihren Blick auf Erfolg, Kontrolle und das, was am Ende wirklich zählt.

Fügung, Zufall oder Plan?

Für Rafaela Pittschieler ist Erfolg kein Produkt purer Fügung. „Nur wer weiß, was er will und wohin die Reise geht, erkennt auch die Möglichkeiten und Gelegenheiten, die sich einem bieten“, so die 39-Jährige. Zufall und Glück brauche es, ja. Aber man müsse beides auch erkennen und zugreifen können. Und genauso entscheidend sei, wie man kommuniziert.

50/50 – und warum Glück allein nicht reicht

Rafaela Pittschieler und ihr Mann teilen sich die Care-Arbeit für ihre Kinder zur Hälfte. Eine Aufteilung, die von außen oft als Glücksfall abgetan wird. „Viele sagen dann: Rafaela, du hast Glück, dass dein Mann das macht. Ich sage dann: Ja, aber ich habe auch von Anfang an klar kommuniziert, dass mein Bild von Familie so aussieht.“ Dieselbe Klarheit gilt für sie im Job – etwa beim Wiedereinstieg nach der Karenz: „Man muss dem Chef aktiv einen Vorschlag unterbreiten, und dann klappt das oft auch. Zurückkommen ist keine Einbahnstraße, da muss es von beiden Seiten stimmen.“

Ihr Wunsch für die nächste Generation

Für ihre beiden Kinder – einen Jungen und ein Mädchen – wünscht sich Rafaela Pittschieler etwas Grundlegendes: dass Gleichberechtigung irgendwann kein Thema mehr sein muss, weil sie längst selbstverständlich ist. „Die Frage sollte sich für meine Kinder später idealerweise gar nicht mehr stellen.“ Eine Episode über Mut, Plan und die Kunst, das Glück auch wirklich zu sehen, wenn es vorbeikommt. **Hier geht's zur aktuellen Ausgabe der SWZ: https://swz.it/aktuelle-ausgabe

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00:00:00: Das Gehirn ist ja eine Effizienzmuskel.

00:00:02: Der nimmt nur das wahr, was gerade wichtig ist und wenn ich keine klare Vorstellung habe wo es denn hingehen soll dann bemerke ich manche Dinge auch gar nicht.

00:00:11: Also das übersehe ich

00:00:12: einfach.".

00:00:23: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Die SVZ trifft!

00:00:28: Mein Name ist Antonia Selll und ich bin heute zu Gast bei Rafaela Pichila in Schabs.

00:00:33: Rafaella is Business-Unmental Coach.

00:00:35: Sie gibt Seminare zur Führung, mentaler Stärke und Change-Management.

00:00:40: Engagiert sich bei WNET für Frauen in Führungspositionen und war selbst COO und Verwaltungsrätin bei XTimba bevor sie mit zwei kleinen Kindern den Sprung in die Selbstständigkeit wagte.

00:00:52: Dorafaela Pechila ist nicht nur Coaching – sie war Skirenfahrerin und ist heute in der Notfallseelsorge des Weißen Kreuzes aktiv begleitet Menschen einen schwersten Moment in ihres Lebens.

00:01:03: Wie viel Zufall wirklich in einer Karriere steckt, was extremen Situationen mit dem Blick auf Erfolg machen und was sie ihren beiden Kindern mitgeben will – darüber sprechen wir heute!

00:01:13: Liebe Rafaela, schön, dass du bein uns bist.

00:01:15: Danke liebe Antonna, ich freue mich sehr.

00:01:18: Du hast ja einen sehr abwechslungsreichen Lebenslauf, Rafaella.

00:01:22: Schierenfahrerin oder Nehmensberaterin COO Cochin?

00:01:27: Was überrascht dich selber am meisten

00:01:29: daran?!

00:01:29: Überraschung ist vielleicht nicht ganz das Wort, dass ich verwenden würde.

00:01:35: Eher eine Zufriedenheit und eine Gelassenheit, dass Ehrgeiz aber auch dranbleiben und immer weitermachen wirklich hilft um weiterzukommen, um Ziele zu erreichen.

00:01:50: Was verbindet diese ganzen Stationen miteinander?

00:01:53: Gibt es da irgendwo einen roten Faden, wo du sagst, dass eine fühlte zum anderen oder war das manchmal auch ein Sprung in der Karriere, den man wagen musste vielleicht.

00:02:04: Roter Faden – also im Nachhinein sieht's ja häufig aus als gäbs einen rotem Faden in einer Karrierei und während man mitten drin ist gehts eigentlich immer nur darum was ist gerade mein wichtigstes Ziel und wie kann ich das erreichen?

00:02:20: Wenn du mich fragst, gibt es einen roten Faden.

00:02:22: Dann würde ich sagen meine Zielsträubigkeit und meinen Charakter einfach, dass ich mir überlege was ist das?

00:02:28: Was ich wirklich gerne machen würde und mir dann überlege wie ich da hinkomme so was sich da machen kann eigentlich genau das.

00:02:36: Das heißt wie viel Planung und wie viele Zufall steckt in deiner Karriere und auch in Karrieren im Allgemeinen?

00:02:44: nicht ganz einfache Frage.

00:02:46: Ich glaube es braucht beides.

00:02:48: Also es braucht den Zufall, dass es gerade halt schön aufgeht.

00:02:52: Aber es braucht dahinter auch Planung weil Zufalls kann nur passieren wenn's einen klaren Plan dahinter gibt Wenns Ideen gibt wohin es gehen soll Weil man weiß ja inzwischen auch aus der Neurobiologie also aus der Forschung am Gehirn Das Gehirnen ist ja ein Effizienzmuskel Also der sieht ja nur, nimmt ja nur das wahr was gerade wichtig ist.

00:03:13: Und wenn ich keine klare Vorstellung habe wo es denn hingehen soll dann bemerke ich manche Dinge auch gar nicht.

00:03:19: Das übersehe ich einfach.

00:03:21: Ich war mit meinem Mann im Auto unterwegs und bin gefahren Und der meinte dann halt, ja, halt mal kurz an.

00:03:28: Ich will dem Mann da drüben helfen auf einen Bürgersteig und die so.

00:03:32: Welchen Mann?

00:03:33: auf einem Bürgersteiger?

00:03:34: Ich war so aus Farmen konzentriert und habe die Autos in meiner Umgebung beobachtet, dass das was am Bürgersteige direkt neben der Straße passiert ist, das hab ich nicht wahrgenommen.

00:03:45: Ich hab' nicht gesehen, dass da ein Mann am Boden saßt und nicht mehr alleine

00:03:48: hochkam.".

00:03:49: Ich habe es nicht gesehen.

00:03:51: Und das ist eben genau das, was ich meine wenn ich sage Zufall ja aber es braucht auch den Blick dafür.

00:03:58: also man muss schon ein Fokus dafür offen haben.

00:04:05: In der Unternehmens-IT geht es zu wie im Bienenstock.

00:04:08: Was nach wildem Durcheinander klingt Ist in Wahrheit ein perfekt organisiertes System.

00:04:13: Doch wachsende Anforderungen verlangen nach spezialisierter Verstärkung.

00:04:18: Die Managed IT-Services von Converto ergänzen ihre IT mit zusätzlicher Fachkompetenz, damit sie sich auf Innovation und Wachstum konzentrieren können.

00:04:27: Mehr zu unseren Managed I.T.

00:04:29: Services Converto.eu.

00:04:31: Convertor

00:04:32: Passion for Technology.

00:04:37: Du warst als jung-junges Schirenfahrerin sehr ehrgeizig glaube ich.

00:04:42: Wo kann dieser Ehrgeiz her und erzieht uns mal ein bisschen was?

00:04:45: Wie war die Karriere?

00:04:46: Also Skifahren begonnen habe ich ganz klassisch, wie bei uns hier da am Dorflift mit drei vier Jahren.

00:04:53: Und bei mir war es halt so... Ich hatte einfach Cousins, also Mädchen und Jungs, die waren ein bisschen älter und die waren schon recht gut im Skifahrern.

00:05:02: Das hat mir halt gefallen!

00:05:03: Wir sind dann manchmal zu den Rennen hingefahren, ich hab zugeschaut und das war einfach richtig cool, hat mir einfach gefallen.

00:05:08: Und dann hab ich halt meinen Vater gebeten ob ich auch ein bisschen Rennen fahren darf und so hat das eigentlich ganz unaufgeregt begonnen.

00:05:16: Das war dann in der Mittelschulzeit drum wo für mich klar war okay ich will das versuchen.

00:05:21: also das wäre jetzt halt einfach so cool wenn nicht da einen Leben als Skirenfahrerin leben dürfte und habe dann entsprechend die Sportoper Schule meist besucht weil es da halt die Möglichkeit gab beides gut miteinander zu verbinden also Schule und Sport.

00:05:38: Und das war dann so meine Hauptzeit als Skirrenfahrerin.

00:05:42: Im Skifahren ist es meistens die Zeit, mit dem du da in der Nationalmannschaft geschafft hast.

00:05:49: Dann hast du's geschafft!

00:05:51: Und ansonsten ist eigentlich der Weg dann raus aus dem Sport.

00:05:55: Das war auch für mich so, also ich wusste auch... Also es gibt diese Deadline im Grunde und wenn's bis dahin geklappt hat, das ist gut!

00:06:02: Und wenn nicht, ist halt besser, wenn man sich einen neuen Weg sucht.

00:06:05: Wenn man diesen Traum hinter sich lässt.

00:06:08: Ich glaub' ich hab mal gelesen du hast irgendwann mal gesagt Du hattest im Sport das Gefühl dann zu einem Zeitpunkt, du bist nicht gut genug.

00:06:15: Dann hast du dich entschieden die aktive Karriere zu beenden und eines deiner letzten Rennen war das beste glaube ich tatsächlich!

00:06:23: Wie viel hat das eine Kopf zu tun?

00:06:25: Und mit dem Mindset?

00:06:27: Also das ist eine entscheidende Sache, ganz sicher.

00:06:29: Also mit wie viel Anspannung und Lockerheit ich in einen Rennen reingehe oder meine Leistungssituation es entscheidet mir sehr oft das Ergebnis.

00:06:40: Das kann man auch im Sport lässt sich das ganz gut beobachten weil man halt Slow-Motion kann alles genau beobachten.

00:06:47: also dann sieht man's halt ganz deutlich dass es eben diese Balance braucht.

00:06:52: Und das war für mich eine... Das wusste ich schon vor, also das merkt man als Sportler schon.

00:06:57: Wenn man übertreibt und zu hart dran geht, dass es dann nicht klappt.

00:07:02: die Flexibilität und die Schnelligkeit.

00:07:06: Und das war eigentlich so der Kern, in diesem Jahr im Sommer war ich auf einer Fortbildung bei Stephen Gilligan.

00:07:13: Das ist einer dieser hypnosystemischen Päpste aus Kalifornien und er hatte da ein richtig schönes Bild dafür – das hat mich begeistert!

00:07:20: Er hat gesagt du musst dir das vorstellen als würdest du einen Kieselstein zwischen den Fingern halten und du hältst ihn so fest, dass er nicht runterfallen kann aber nicht so fest das du ihn zurückst.

00:07:33: Und genau diese Balance ist eigentlich genau das wo wir diesen Flow erleben und wo wir eigentlich die ideale Leistung abrufen können.

00:07:42: Das war eben bei mir in diesem letzten Rennen.

00:07:45: da war ich sehr locker drauf und ich wollte einfach noch mal richtig Spaß haben und richtig richtig Gas geben.

00:07:51: Und das ist dann halt eines meiner besten Rennen gewesen hat für mich also in diesem Sinn keine größere Bedeutung gehabt, weil ich wusste schon was ich kann und ich wuste aber auch dass das für die absolute Weltspitze nicht reicht.

00:08:05: Und dann habe ich gesagt diese ganze Zeit zu investieren wenn ich schon weiß, dass es eigentlich nicht reichen wird.

00:08:11: Das war dann für mich einfach in Ordnung.

00:08:12: das dann zu beenden hat aber viel Schmerz und viel Zeit gebraucht da hinzukommen.

00:08:19: Ehrgeiz ist wahrscheinlich sehr, sehr wichtig.

00:08:21: Wann wird es zu einem Faktor der eher hängt?

00:08:25: Also wann wird Ehrreiz ungesund?

00:08:28: Es gibt nie diese eine Antwort.

00:08:29: Was aber ganz klar ist, wenn Ehrgeiz nur noch um eine Sache geht und das Leben nur noch aus einer Sache besteht... ...das ganze Drumherum, die Familie, die Freunde usw.

00:08:42: Wenn alles nicht mehr wichtig wird sondern nur noch diese eine Sache wichtig ist dann ist es zu viel.

00:08:48: Dann ist das auch kein Ehrreiz mehr.

00:08:50: Das ist dann Verbissenheit, das ist dann Verbotheit.

00:08:54: Also das ist eben diese Grenze!

00:08:57: Jetzt kommen wir mal von deiner Ski-Karriere zu der beruflichen Karriere sozusagen.

00:09:03: Für dich war schon glaube ich am Anfang schnell klar, du würdest eine Führungsposition einnehmen?

00:09:09: Warum war das so?

00:09:12: Warum wollte ich gerne meine Führungsrolle?

00:09:15: Na für mich ist es so!

00:09:16: Ich wollte immer Dinge bewegen und ich habe sowas in mir, dass sagt Verlass die Welt besser als du sie vorgefunden hast Und das übertrage ich dann halt auch viele, viele Bereiche.

00:09:29: Ich bin dann auch sehr fleißig und arbeite mich in die Dinge wirklich sehr gut ein.

00:09:35: Dann bringt es das eigentlich mit sich, dass man sagt, ich will die Möglichkeit haben zu gestalten – nicht weil ich meine, dass ich alles besser weiß, aber weil ich weiß, dass mir viele Gedanken drüber mache und dranbleibe!

00:09:49: Führung ist ja kein anergebohntes Talent, sondern zum Teil auch erlernbar.

00:09:56: Aber vielleicht kann man nicht alles lernen?

00:09:57: Was genau kann man lernen und was muss man von der Persönlichkeit mitbringen?

00:10:02: Das ist fast eine Religionsfrage!

00:10:06: Es gibt so viele Diskussionen um dieses Thema.

00:10:09: Grundsätzlich glaube ich dass Führungen erlernt bar sind auf jeden Fall.

00:10:14: es gibt natürlich Leute die haben ein Talent dafür zu führen Die haben diese Klarheit, die wissen wie man Leute führt und so weiter.

00:10:22: Das ist natürlich ein Vortrag keine Frage aber es ist auch absolut etwas was man lernen kann.

00:10:29: weil wir fragen uns also keiner von uns denkt sich einen Mechaniker muss von Natur aus wissen, wie ein Motor funktioniert.

00:10:37: Warum erwarten wir dann von Menschen?

00:10:40: Dass sie wissen wie andere Menschen funktionieren wenn es um die berufliche Führung geht!

00:10:44: Also das ist für mich immer so einen Widerspruch.

00:10:46: da sagt man jemand muss das Zeug dazu haben ja schön und gut aber was ist denn dieses Zeug?

00:10:51: Da gehört ja ganz viel dazu.

00:10:53: Und was aber schon eine Grundsatzentscheidung oder Sache ist, die man schon haben sollte Das is der Wille.

00:11:02: Also du musst das schon wollen.

00:11:04: Und du musst auch Menschen gerne haben, das habe ich ja auch mal gesagt.

00:11:08: Du musst Menschen mögen um eine Führungsrolle zu übernehmen weil du musst dich sehr gerne in andere Menschen hineinversetzen wenn sie auch ganz auf einer anderen Ebene gerade mental unterwegs sind.

00:11:19: und deswegen es braucht diese Zugewandheit den Menschen gegenüber.

00:11:23: Das ist was was es braucht!

00:11:24: Und das glaube ich kann angeboren sein oder eben nicht.

00:11:28: Dynamiken in Unternehmen sind ja nicht immer ganz einfach.

00:11:32: Es geht von Machtspielen über Konkurrenz zwischen Führungskräften, aber auch zwischen Mitarbeitern.

00:11:39: Was wird oft von jungen Führungskräften übersehen oder auch von denen die es gerne werden würden?

00:11:45: Also ich kann jetzt nicht überall sprechen!

00:11:48: Ich kann nur davon berichten was ich in den Coachings erlebe und was sich selbst in den Unternehmenden erlebt habe – ich war ja auch in größeren Unternehmen tätig und hatte da die Möglichkeit.

00:11:59: mit Leuten zu reden und das auch von außen zu beobachten.

00:12:02: Und was ich glaube, was ganz oft unterschätzt wird sind all die Dinge, die nicht ausgesprochen sind.

00:12:08: Das sind unausgesprochene Verhaltensregeln.

00:12:12: wie gehen wir Konflikte an als Beispiel oder wie kommunizieren wir miteinander?

00:12:18: Werden Dinge sehr direkt angesprochen und sehr direkt ausdiskutiert oder ist das alles eher eine indirekte Sache, die mit sehr viel Geduld angegangen werden muss?

00:12:29: Und ich habe halt auch beobachtet, dass Leute die aus einer Umgebung kommen eine Unternehmenskultur kommen und in eine andere Unternehmeskultur reinkommen.

00:12:38: Die sind mega erfolgreich im einen Unternehmen weil die Werte und die Art und Weise ihnen entgegen kommt und dem anderen Unternehmen sind sie innerhalb kürzester Zeit wieder draußen weil das nicht zusammengeht.

00:12:49: Weil die Dinge wie Sie sie anpacken für das System nicht passend sind.

00:12:54: im Grunde Und das sind Dinge, die man unterschätzt.

00:12:57: Eine Sache noch, die ich selbst gemerkt habe ist du brauchst in einem größeren Unternehmen eine Mentorin oder einen Mentor in der Führungsebene.

00:13:08: Sonst kannst Du leisten was Du willst.

00:13:09: Du brauchst jemanden, der für Dich spricht und der Dich unterstützt sonst geht es nicht weiter.

00:13:15: Als du zum ersten Mal schwanger warst, warst du bei X-Timba schon erfolgreich in der Führungsposition und du hattest damals Angst, deinen Chef zu sagen was aber total unbegründet waren.

00:13:25: Warum hatteste du diese Vorbereitung?

00:13:28: Ich war damals in einer Rolle wo ich sehr viele strategische Projekte koordiniert habe und einfach viel Wust im Unternehmen.

00:13:37: Und viele Fäden sind damals bei mir zusammen gelaufen und das war auch der Grund, warum ich aus unternehmerischer Sicht ein Problem gesehen habe.

00:13:46: Also wenn ich jetzt fünf, sechs Monate weg bin – was ja die kürzeste Zeit war, die für mich denkbar war also drei Monate wäre wir mehr zu wenig gewesen zum Beispiel?

00:13:55: Ich wusste da es gibt ein Problem!

00:13:57: also auf operativer Ebene.

00:13:59: Und das war auch der Grund, warum ich mir gedacht habe wenn ich das jetzt meinem Chef erzähle dann wird er sich nicht gerade freuen weil er hat diese Probleme dann bewältigen muss.

00:14:08: ganz einfach.

00:14:10: Es war aber nicht so, er hat sich gefreut und du bist recht schnell wieder in den Beruf zurückgekehrt.

00:14:16: Und bis dann auch zum COO befördert worden.

00:14:19: Was man ja ein gelungenes Reboarding nennen könnte würde ich sagen?

00:14:25: Woran liegt es deiner Meinung nach dass das nicht bei allen Frauen so funktioniert?

00:14:31: Liegt es nur am Chef oder liegt es vielleicht an der Frau selbst?

00:14:35: Also das ist ein sehr, sehr komplexes Thema.

00:14:38: Weil es hängt ganz viel von den Umgebungsbedingungen ab wie eine Frau zurückkommen kann und auch was im Unternehmen möglich ist.

00:14:46: Was ich glaube was wichtig ist zum einen dass man ja recht schnell wieder zurückkommt.

00:14:52: das ist sicher wichtig weil ein paar Monate lassen sich überbrücken ein paar Jahre also ein Jahr und länger.

00:15:00: das ist schwierig.

00:15:01: dann muss sich das Unternehmen anders organisieren.

00:15:04: Das heißt aus meiner Sicht ist es wichtig, dass man nach einer gewissen Zeit wieder zurückkommt.

00:15:10: In meinem Fall war so ich habe angeboten, dass ich nach zwei drei Monaten wieder telefonisch erreichbar bin falls irgendwas ganz ganz Wichtiges ist wo es halt eine Information braucht die vielleicht nur bei mir ist obwohl ich mir Mühe gegeben hab die Übergaben sauber zu machen.

00:15:25: aber alles kriegt man nicht hin und das andere ist ich war dann recht bald wieder zurück.

00:15:29: das funktioniert aber nur wenn Vater und Mutter gleichermaßen an der Kindererziehung beteiligt sind.

00:15:36: Und das fängt nach der Geburt an, und da sind beide gefragt.

00:15:40: also wenn dann die Mutter dem Vater nichts zutraut und er kann die Windelwechsel nicht ohne den Kind das Beinhaus zu reisen sozusagen, dann funktioniert es nicht weil dann fühlt sich der Vater ausgeschlossen und da führt sich auch ganz lange Zeit nie mehr so mit dabei.

00:15:55: Dann ist er halt dazu aber nicht dabei.

00:15:58: Das glaube ich ist wichtig und dann braucht es natürlich den Willen im Unternehmen, dass jemand der wieder zurückkommt schnell wieder in die Position kommt.

00:16:04: Die er vorher hatte also will nach allen Seiten.

00:16:08: Du hast sich dann vor dem zweiten Kind glaube ich entschieden nicht selbstständig zu machen oder was nach dem zweiten?

00:16:13: Nachher

00:16:14: Was ja eine sehr mutige Entscheidung ist.

00:16:18: aber du hast gesagt Das war schon ganz lange dein Traum und du bist damit auch sehr lange schwanger gegangen.

00:16:23: Nicht nur mit den beiden Kindern, sondern auch von da mit der Entscheidung vielleicht, die wir irgendwann mal selbstständig zu machen.

00:16:28: Hattest du Angst vor dieser Entscheidung?

00:16:31: Ich weiß nicht ob Angst das richtige Wort ist aber auf jeden Fall Respekt!

00:16:34: Also ich hatte viel Respekt davor wie es ist wenn man nicht ganz sicher am X-ten des Monats ein sicheres Gehalt hat.

00:16:46: Das war es.

00:16:47: Meine Eltern sind beide Unternehmer.

00:16:50: Mein Vater hat immer gesagt, wenn du dich selbstständig machst, musst du damit zurechtkommen, dass du nicht immer weißt wann das Geld kommt.

00:16:57: Darauf musst du dich einstellen und du brauchst immer einen Plan!

00:17:01: Das war halt das, wovor ich Respekt hatte.

00:17:03: Aber auf der anderen Seite eben diese Anziehung und diese Sehnsucht, das zu machen, diesen Menschen zu begleiten – das war schon sehr lange da!

00:17:11: Das hat eigentlich gestartet als ich selber noch Skirenfahrerin war und begleitet wurde von einem Mentalcoach.

00:17:18: Da hat es begonnen genau.

00:17:20: Also ich habe gemerkt was da drin ist und wie das ist wenn man begleitet wird.

00:17:25: Das heißt, du bist jetzt ungefähr zwei Jahre selbstständig.

00:17:28: Ich bin mal da rum oder?

00:17:29: Wenn ich das jetzt

00:17:29: richtig ... Ja, ein bisschen über einen Jahr.

00:17:30: Ein

00:17:31: halbes Jahr mehr.

00:17:32: Wie ist es hier sozusagen?

00:17:33: Macht ihr's mehr Spaß oder hat doch der andere Job mehr Spaß gemacht?

00:17:38: Was is Lukratima?

00:17:39: Würdest Du diese Entscheidung noch mal treffen wenn Du jetzt nochmal vor einem Jahr stehen würdest?

00:17:44: Ja!

00:17:45: Ich würde diese Entscheidung auf jeden Fall noch mal treffen weil sie ja wirklich lange gedauert hat bis sich die Entscheidung getroffen haben.

00:17:51: Es waren viele Fonds und zurück Genau.

00:17:55: Und was ist lukrativer?

00:17:57: Das kommt auf die Verhandlungsposition an und auf das Verhandlungsgeschicht, um auf die Fähigkeit Dinge zu verkaufen.

00:18:05: Also das ist natürlich neu.

00:18:07: Wobei eigentlich vielleicht auch nicht weil ja je nachdem was man im Unternehmen macht mein Job war immer in Richtung Change Management Veränderungen da verkauft wir eigentlich auch viel deswegen von daher.

00:18:20: das war ich schon gewohnt aber es hat noch mal anders das stimmt Aber es ist anders.

00:18:25: In dem Sinne, dass man einfach selber entscheidet was man macht mit wem man arbeitet.

00:18:32: Also das sind alle sehr freie Entscheidungen.

00:18:34: Das hat auch seine Preis ganz klar.

00:18:36: aber für mich ist das einfach der richtige Weg gewesen.

00:18:39: Meine erste Chefin hat mal zu mir gesagt Du bist eine Grenzgängerin und vorderst deine Vorgesetzten ständig.

00:18:45: Ich glaube du wärst als Selbstständige besser aufgehoben.

00:18:49: Die hat das schon vor langer Zeit erkannt.

00:18:53: Du engagierst dich ja auch nebenbei für Frauen in Führung.

00:18:58: Wie du jetzt gerade erzählt hast, es ist immer ein Zusammenspiel von ganz vielen aber auch eine gute Portion Wille.

00:19:04: Wie viel deiner Karriere war Leistung und wieviel auf Glück das der Chef mitgespielt hat?

00:19:10: Glück dass der Partner mitgespielt hat?

00:19:12: Gibt's da eine Formel?

00:19:14: Würde gerne mit einer Formel rausgehen!

00:19:17: Da hätten wir viele Probleme gelöst.

00:19:20: Also was ich glaube, das ist, was ich vorhin schon angesprochen habe.

00:19:25: Wenn du eine klare Vorstellung hast wo es hingehen soll dann nimmst du jede Möglichkeit wahr den Weg dorthin zu ebnen.

00:19:33: Also du merkst, dass da jetzt deine Möglichkeit ist und du machst das auch.

00:19:37: Das heißt diese Klarheit im Zielbild in der Vision zum Beispiel – das ist das Entscheidende!

00:19:42: Weil dann findest Du jede Möglichkeit die es sich ergibt um das zu bahnen?

00:19:47: Dass mein Mann Zuhause geblieben ist diese drei Monate als meine große Tochter noch klein war damit ich eben früher wieder arbeiten konnte.

00:19:55: Das hatte auch ganz viel damit zu tun, dass wir uns im Vorfeld sehr viel darüber unterhalten haben dass für uns als Paar was passiert, wenn nur einer von uns beiden hauptsächlich bei den Kindern ist.

00:20:08: Was passiert dann auch mit unserer Beziehung?

00:20:10: Also diese ganzen Dinge die fallen nun zusammen!

00:20:13: Deswegen.

00:20:14: Und auch dieses Ich war schwanger und habe dann klar kommuniziert, wann ich wieder zurückkommen wollte und wie ich mir das vorstelle dass es gab einen ganz klaren Plan von meiner Seite den ich präsentiert habe.

00:20:25: Das macht es auch einem Entscheider einfacher oder einer Entscheiderin und das ist auch das was sich bei Wien nicht gerne mache nämlich zum Einen das Aufzeigen was ein Weg sein kann.

00:20:36: Das muss nicht für alle da richtig sein, aber welcher ein Weg sein kann.

00:20:39: und wir sind ja nun nicht nur für Frauen in Führungspositionen da sondern auch für Frauen im Beruf allgemein.

00:20:45: Weil die Herausforderung das Familienleben unsere eigenen Bedürfnisse den Job alles unter einen Hut zu kriegen – das hat ja jeder von uns!

00:20:53: Und wir versuchen da halt als Wenner deinen Beitrag zu leisten.

00:20:55: Das heißt er fällt das zusammen.

00:20:57: Du hast zwei Kinder, eine Tochter und ein Junge.

00:21:00: Die sind auch sehr klein!

00:21:02: Aber was würdest du ihnen gerne mitgeben über das Berufsleben?

00:21:06: Und über den Unterschied von Männern und Frauen im Berufslid?

00:21:09: Also meine Vision wäre es ja, dass diese Diskussion zwischen Mann und Frau in der Situation sind vielleicht gar nicht mehr gibt.

00:21:18: Sondern das ist selbstverständlich ist, dass wir als Familie unser Leben gemeinsam meistern.

00:21:23: aber ganz grundsätzlich über das Berufsleben möchte ich meinen Kindern eigentlich das weitergeben was mir auch schon mitgegeben wurde nämlich das Bewusstsein dass wir wirklich sehr viel Zeit unseres Lebens mit unserem Job verbringen und dass wir das wenn keinen Job machen sollten der uns zu viel Energie kostet und nichts zurückgibt.

00:21:43: Er darf Energie kosten, es darf anstrengend sein?

00:21:45: Absolut!

00:21:46: Aber es sollte was sein, das uns Freude macht.

00:21:48: Kommen wir auf dein aktuelles Coaching zu sprechen.

00:21:51: Was ist der Satz mit dem die meisten Menschen zu dir kommen und was steckt da eigentlich dahinter?

00:21:56: Es gibt keinen Satz, das gibt es leider nicht.

00:21:59: Man kann die Dinge und die Komplexität der Lebenswelten von Menschen nicht herunterbrechen.

00:22:05: also es gibt auch so viele Einflussfaktoren.

00:22:08: Das, was mir auffällt ist, dass Menschen eigentlich sehr oft eine Sache am meisten brauchen.

00:22:15: Und das ist dieses Erkennen, dass alles, was zu uns gehört zur Inordnung ist.

00:22:19: Also dieses Willkommen heißen alle auf unserer Seite und das ist der zentrale Punkt weil wir glauben immer es muss ein Entweder oder sein aber es darf ganz oft einen sowohl als auch sein.

00:22:29: Auch wenn es im ersten Moment nicht vereinbar scheint geht es doch!

00:22:33: Du bist aber nicht nur Business Coach und Führungskräfte-Coach, sondern du bist auch in der Notfallseelsorge aktiv.

00:22:40: Das sind ja zwei sehr unterschiedliche Welten – was habt ich in die Seelsorge gebracht?

00:22:46: Sehr unterschiedlichewelten, das stimmt!

00:22:48: Es ist auch die Herangehensweise in der Begleitung eine ganz andere.

00:22:52: Was mich zur Notfallsee-Sorge gebracht hat, war die Überlegung wie kann ich etwas zurückgeben?

00:22:59: Also ich hatte immer so den Eindruck, es gibt die Feuerwehr.

00:23:03: Es gibt das weiße Kreuz!

00:23:05: Es gibt so viele Hilfsorganisationen... ...die kostenlos Menschen helfen.

00:23:09: Mir gefällt das hier in Südtirol sehr gut und dass es so gut läuft nicht alles läuft perfekt aber dass es grundsätzlich sehr gut läuft hängt auch damit zusammen.

00:23:18: deswegen hatte ich das Gefühl Ich möchte etwas zurückgeben Und für mich war dann halt die Notfallseelsorge eine gute Möglichkeit, was einmal dieses Bedürfnis Menschen zu begleiten und zu helfen das ich habe befriedigt hat.

00:23:34: Auf der anderen Seite aber auch zeitlich Möglichkeiten gibt dies zum Beispiel als Sanitäterin beim Weißen Kreuz nicht möglich wäre besonders mit Kindern nicht In der Notfallseesorge.

00:23:45: hast du Bereitschaften.

00:23:46: Wir haben zum Beispiel in einer Gruppe Brixen das Glück, dass wir sehr viele Leute haben und deswegen auch nicht so viele Dienste machen müssen.

00:23:54: Das ist für mich die Möglichkeit damit zu machen.

00:23:56: Wenn es damit verbunden wäre, sehr viel Diensten im Monat zu machen dann hätte ich sagen müssen geht leider nicht.

00:24:03: Deswegen

00:24:05: hat die Arbeit mit Menschen, die in extremen Situationen stecken.

00:24:09: Dein Blick auf die Karriere, auf Erfolg, auf Geld verändert?

00:24:13: Den Blick nicht.

00:24:15: aber was es gebracht hat war die Erkenntnis dass Menschen so viel stärker sind als man das meinen würde.

00:24:23: also ich habe noch nicht so unglaublich viele Erfahrungen wie andere in der Notfallseelsorge Aber was sich schon beobachtet haben ist wie stark die Leute eigentlich sind, wie schnell Leute wieder in diese Handlungsfähigkeit kommen und in dieses In-die-Zukunft-Denken können.

00:24:41: Also in die Zukunft denken bedeutet eine Art von Hoffnung, einer Art von Sinnhaftigkeit, einer art von Ziel – das hat mich beeindruckt!

00:24:49: Also wirklich Situationen wo man sich denkt wow Wie geht es dass diese Frau oder dieser Mann jetzt schon wieder dabei sind zu planen und weiterzudenken?

00:24:59: Was ist für dich persönlich heute Erfolg?

00:25:02: Nicht nur auf Beruf gesehen, sondern auch Leben.

00:25:04: Große Fragen heute!

00:25:09: Also für mich persönlich Erfolg hat etwas mit Zielen zu tun, hat etwas damit zu tun ob ich diese Ziele erreiche.

00:25:17: es hat aber auch damit zu wissen was ich will im Leben und was ich mir wünsche Und es hat ganz, ganz viel damit zu tun sich selbst zu kennen.

00:25:27: Also dieses Selbstbewusstsein zu haben ein Selbstvertrauen zu haben also mir selbst zu vertrauen und dann auch diese Selbstzufriedenheit im positiven Sinne zu haben.

00:25:38: Dass ich zufrieden bin mit dem wer ich bin was ich bin und was Ich mache und ich glaube das fließt zusammen.

00:25:46: Ich habe immer so meine Schwierigkeiten damit, wenn Erfolg als etwas Negatives angesehen wird und Leistungsbereitschaft als was Negatives.

00:25:54: Ich glaube das kann zusammenfließen und das gehört zusammen Erfolg, Leistungs Bereitschaft und trotzdem zu Friedenheit und Glück.

00:26:02: Genau!

00:26:03: Am Schluss gibt es bei uns immer drei Fragen die kurz- und spontan beantwortet werden sollen.

00:26:09: Lieber Sport oder lieber Büro?

00:26:11: Sport.

00:26:13: Ganz eindeutig!

00:26:16: Was wäre dein Ratschnack an deinem zwanzigjähriges Ich?

00:26:21: Nimm's ein bisschen locker, wao.

00:26:23: Was wünschst du dir für junge Frauen die heute Karriere machen wollen, also heute Star?

00:26:29: Dass sie bei sich sind und dass sie sich überlegen was sie möchten und dass Sie das dann einfach machen!

00:26:35: Liebe Rafaela vielen Dank fürs Gespräch Und ich bedanke mich auch bei allen, die uns zugehört haben.

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