Wozu brauchen wir die Eurac, Stephan Ortner?

Shownotes

Stephan Ortner kennt die Eurac wie sonst kaum jemand. Die Forschungseinrichtung existiert seit 34 Jahren, seit 30 Jahren leitet er sie als Direktor. Im September feiert Ortner sein 30-jähriges Chefjubiläum. Grund genug, um ihn mal näher kennenzulernen, denn in diesen 30 Jahren ist die Eurac von 30 auf 750 Mitarbeitende angewachsen und hat auch mitgeholfen, die Uni Bozen und den Noi Techpark ins Leben zu rufen. In dieser Podcast-Episode erzählt Stephan Ortner, was ihn damals bewogen hat, aus dem Ausland zurückzukommen, um – wie er sagt – „mit Schneid und Naivität“ an der blutjungen und kleinen Eurac anzuheuern. Er erinnert sich, wie frustrierend die ersten Jahre waren, als die Eurac noch ziemlich umstritten war. Zudem erzählt Stephan Ortner, wie er die Diskussion um den Brain-Drain erlebt, wo er mit der Eurac doch Hochqualifizierte aus aller Welt nach Südtirol lockt – und sich vor Bewerbungen kaum retten kann. Was eine gute Führungskraft ausmacht, wie sich das Führen in drei Jahrzehnten verändert hat und warum Stephan Ortner Orchesterdirigent wäre, wäre er nicht Eurac-Direktor – auch das sind Themen in dieser Folge.

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00:00:00: Ich finde es gut, wenn unsere Leute sozusagen die Welt kennenlernen.

00:00:04: Und ich finde sie auch gut oder habe nichts dagegen, wenn viele auch sozusagen im Ausland bleiben.

00:00:11: Wir müssen nur schauen dass das Ganze keine Einbeinstraße wird sondern dass wir halt dann versuchen andere Leute von draußen ins Cityroll zu begeistern da herzukommen.

00:00:41: Diesmal bin ich bei Eurac Research zu Gast, genauer gesagt bei Direktor Stefan Ordner.

00:00:47: Und zwar aus gutem Grund und den verrate ich Ihnen gleich!

00:00:52: Mein Name ist Christian Pfeiffer.

00:00:53: Ich bin der Chefredakteur der SVZ.

00:00:54: Schön dass Sie zuhören wo immer sie gerade sind.

00:00:58: Hallo Stephan Willkommen im SVZ Podcast.

00:01:01: Ja hallo Christian Willkommen in der Eurak.

00:01:03: Stefan Ortner, das darf man getrost sagen, kennt die Eurac wie sonst kaum jemand.

00:01:09: Die Eurace existiert seit nineteen zweiundneinzig also seit vier und dreißig Jahren und dreiSIG dieser vier-undreißig Jahre war Stefan Ortna ihr Direktor Und er ist es immer noch.

00:01:22: im September nineteen sechsundneunzig hat er seinen Job angetreten und das bedeutet dass nun das Dreißigjährige Chefjubiläum anstellt.

00:01:31: Dazu herzlichen Glückwunsch, Stefan.

00:01:33: Herzlich und Dankeschön!

00:01:34: Dreizig Jahre sind ein guter Grund um Stephan Ordner mal näherkennen zu lernen vor allem weil bei der EURAK in dieser Zeit aus dreißig Mitarbeitenden siebenhundertfünfzig geworden sind und weil die EURAC in den Anfangsjahren nicht ganz unumstritten war und Weil die Eurak Geburtshelferin der Uni Bozen war.

00:01:57: Sprechen wir also über Stephan Ordna?

00:01:59: Über die EURAK darüber, was Südtirol von ihrer Forschungsstätigkeit hat und über gute Führung.

00:02:07: Stefan wenn du dich zurück erinnerst an den ersten Arbeitstag damals im September nineteen sechserneunzig?

00:02:15: Was fällt dir ein?

00:02:17: also mir fällt ein das ist wahrscheinlich der erste und letzte Arbeitstag war wo ich Anzug und Krawatte getragen habe.

00:02:26: dann falt mir weniger eine konkrete Situation sondern mehr ein Gefühl, das ich gehabt habe.

00:02:35: Nämlich ein Gefühl mich auf eine Reise zu begeben wo ich damals nicht gewusst habe wo die hinführen soll.

00:02:46: Ich war umgeben von interessanten Leuten.

00:02:49: Damals waren es ungefähr so fünfzehn Leute oder zwanzig Leute Die alle hoch motiviert waren, die alle von unterschiedlichen Themenbereichen stammten Und es war fast so eine Stimmung wie bei einem Start-up.

00:03:06: Also beim jungen Team, das sich auf eine Reise macht – wie gesagt nicht genau wissend wohin schon ein grobes Ziel vor Augen!

00:03:19: Aber natürlich mit vielen Unsicherheitsfaktoren und zum Glück noch mit deinem noch damals jugendlichen Leichtzin.

00:03:28: Du bist damals, apropos Jugendlicher Leicht sind.

00:03:31: Du bist vom Ausland aus Bayern nach Bozen zurückgekehrt.

00:03:35: Du warst vorher drei Jahre lang Direktor im Alpen-Forschungsinstitut AFI nicht zu verwechseln mit dem Arbeitsförderungsinstitute in Bozen.

00:03:46: und dann frage ich mich was hat dich bewogen zur blutjungen kleinen Eurac in Bozten zu gehen?

00:03:55: Ja es waren mehrere Faktoren.

00:03:58: Zum einen war ich froh, wie viele Südtiroler damals im Ausland zu sein.

00:04:04: Weil damals die Arbeitsmöglichkeiten in Südturol für Leute, die jetzt – in meinem Fall – Mikrobiologie studiert haben, so einfach wenige waren.

00:04:13: Was hat man machen können?

00:04:15: Entweder in der Schule als Lehrer oder in die öffentliche Verwaltung.

00:04:19: Recht viel andere Möglichkeiten hat es nicht gegeben.

00:04:22: Insofern war ich vor, dass ich hier im Auslands Fuß fassen konnte tolle Tätigkeit hatte.

00:04:29: Aber als ich dann sah, dass die Geburtanstand einer akademischen Organisation eine Forschungsinstitution hat mich das natürlich schon interessiert auch weil ich ganz bei den Uranfängen also sprich damals in den Jahren einundneunzig wo man noch sozusagen im Zimmer niedergeschrieben hat was so eine Organisation machen sollte und welche Aufgaben sie hätte in Citirol damals noch unter Landesrat Horst.

00:05:01: Auch einer von einigen Blutjungen, Mitarbeitern war die sich da Gedanken gemacht haben was man dann Citiroll machen kann.

00:05:10: so Dann bin ich aber weggegangen.

00:05:12: Und als man dann gesagt hat könntest du dir vorstellen hier nach Bootsen zurückzukehren Vieles mir anfänglich schwer muss Ich sagen Aber letztendlich hat mich dann gereizt, eben genau diese Herausforderung und vor allem in der Heimat etwas tun zu können.

00:05:31: Und etwas aufstellen zu können oder für etwas arbeiten zu können um die Heimat besser zu machen.

00:05:39: Um die Heimat attraktiver zu machen, um sie interessanter zu machen Für Studierende im Ausland eventuell wieder zurückzukommen Arbeitsplätze zu schaffen und ein Stück weit internationales Flair auch damals Provinz reinzubringen.

00:05:55: Du hast es gesagt, Biologie hast du studiert auch Musik.

00:06:00: also Direktor eines Forschungsinstituts zu werden das scheint nicht unbedingt der Berufswunsch das Berufsziel gewesen sein.

00:06:08: was war der Berufswunsch?

00:06:10: Ursprünglich.

00:06:11: Sehr, sehr, sehr wage eigentlich!

00:06:15: Also mich hat die Forschung immer interessiert.

00:06:16: insofern war ich ja beim Alpenforschungsinstitut wir haben das ja damals auch aufgezogen zusammen mit der Frauenhofergesellschaft.

00:06:23: also ich war immer schon im Bereich der Forschung tätig.

00:06:26: Aber natürlich, ich frage mich heute auch oft was ist sozusagen die Ausbildung für einen Direktor einer Forschungsinstitution?

00:06:33: Was ist die wiale voraussetzung, akademische Voraussetzungen?

00:06:37: und da gibt es natürlich viele Wege wie man dahin kommen kann.

00:06:40: Meiner war einfach... Ich war City Roller, ich habe drei Sprachen sprechen können.

00:06:46: Es gab auch wenig Konkurrenz muss man auch sagen.

00:06:49: wer findet schon mit zweiunddreißig Jahren so einen Job heute Einige Dinge einfach zusammengepasst?

00:06:58: und es war dann letztendlich auch der Mut oder die Schneid, wie man bei uns sagt.

00:07:02: Dann einfach zu sagen mit der Stückneivität natürlich oder Blau-Eigigkeit ich traue mir das zu.

00:07:09: und ja.

00:07:11: aber wie gesagt es gibt wahrscheinlich keinen vorhergesehenen akademischen Leitfaden wie man was man tun muss um einen direkten Erforschungsinstitut ... eines Forschungsinstituts zu hören.

00:07:23: Die Eurac war damals, in nineteen-seixundneinzig auch recht umstritten.

00:07:27: Südtirol hat sich gefragt – auch wir Medien!

00:07:30: Wozu braucht Südturol diese Eurak?

00:07:34: Wie hat der Direktor das damals erlebt?

00:07:41: Manchmal sehr frustrierend... weil man kniet sich ja dann doch in so einen Job hinein und man macht es ja um was beizutragen für die Regionen, um etwas besser zu machen oder um etwas zu verändern.

00:07:58: Und die Antwort sozusagen auf der Straße war eigentlich genau die, die du jetzt angesprochen hast.

00:08:05: Für was brauchst es eigentlich?

00:08:08: Da wird ja nur Geld hinausgeschmissen... Ich kann mir an die einzelnen Titel gar nicht erinnern, die man auch in den Zeitungen gelesen hat über uns.

00:08:19: Es war teilweise schon frustrierend.

00:08:23: Manchmal, abends wenn man ausgangen ist habe ich auch gar nicht gesagt wo ich arbeite weil ich dann immer schon gewusst hab jetzt kommen mir genau wieder die Fragen und die Kritik auf mich zurück.

00:08:35: und naja es war halt damals das Land auch anders.

00:08:38: ja arbeit hat halt geheißen was konkretes zu machen als Bauer sein bäuerlichen Umfeld irgendwas anzufassen, was zu produzieren und mit Forschung an die Leute jetzt nicht unbedingt viel anzufangen wissen gewusst.

00:08:55: Insofern ja es war schwierig manchmal demotivierend aber wie ich habe dann immer versucht sozusagen aus der Kritik auch zu lernen und die Kritik nicht als etwas Negatives zu sehen sondern eher positiv dann zu sehen um mich selber zu motivieren die Sache besser verständlich zu machen nach außen noch stärker dafür zu sorgen, dass wir in der EURAK-Sache machen die eine gesellschaftliche Relevanz haben und wo man dann sagen kann okay wir bringen einen positiven Beitrag für dieses Land.

00:09:26: Über

00:09:27: diese gesellschaftlichen Relevance möchte ich auch noch mit dir sprechen.

00:09:30: zunächst hat es irgendwann einen Moment einen Zeitpunkt gegeben wo die Stimmung etwas positive Richtung EURAC gegangen ist oder war das ein kontinuerlicher Prozess, ich kann mich erinnern auch damals als die EURAK-Geburtshelfer in der Uni Bozen war und ja auch das Konzept mitgeschrieben hat.

00:09:54: Da hat es erst recht geheißen.

00:09:55: jetzt haben wir die Landes geförderte und finanzierte Uni.

00:09:59: wozu brauchen wir noch eine landesfinanzierte EURAC?

00:10:03: Also hat es irgendwann den Moment gegeben.

00:10:05: oder ist es so schön langsam ins positive gekehrt?

00:10:09: Ich habe meine Leuten immer gesagt Schau Qualität wird sich irgendwann einmal Lohnen.

00:10:16: Ich kann euch nicht sagen, wie lange das dauern wird aber es wird am Moment kommen.

00:10:20: wo glaube ich die Gesellschaft, die Politik froh ist dass sie die Eurac im Land hat?

00:10:27: und der Augenblick... Es war nicht ein Tag oder ein bestimmtes Jahr aber ich würde sagen so vor ungefähr zehn Jahren habe ich gemerkt oder seit zehn Jahren merke wie sich die Stimmung verändert hat.

00:10:43: Man hat einfach gesehen, dass die Kooperation zwischen UNI und EIRAC jetzt gut funktioniert.

00:10:50: Dass beide Institutionen auch die Kraft hatten einen neuen Deckpark aufzubauen und dort jetzt maßgeblich glaube ich gute Arbeit leisten.

00:11:00: Auch gegen alle Kritik das er ja beim neuen Deckback gegeben hat kann sich erinnern, waren ja nicht alle jetzt hellauf begeistert sozusagen diese... Kathedrale in der Wüste aufzubauen.

00:11:13: Insofern solche Sachen brauchen ein bisschen an langem Atem und vielleicht sieht sie deshalb auch schon seit dreißig Jahren da, weil für einen kurzfristigen Erfolg wäre dieses Projekt das falsche gewesen.

00:11:24: Heute ist die EURAK auch international gut vernetzt.

00:11:28: Sie hat sehr viele verschiedene Forschungsfelder.

00:11:32: aber wenn ich dich jetzt konkret frage, weil du vorhin die gesellschaftliche Relevanz angesprochen hast Wie erklärst du den Südtirolerinnen und Südtirolern, was sie konkret von der Arbeit der EURAK haben?

00:11:47: Also zum einen glaube ich ist eine Forschungsinstitution ein Ort wo Wissen generiert wird.

00:11:55: Wir haben in Südturol – nicht nur die EURARK, das drückt ihr auch auf Universität zu oder auch auf Schulen letztendlich – ist ein Ort, wo einfach Wissen generriert wird aus der Region für die Region.

00:12:07: Das zweite Der zweite Vorteil ist sicher auch, dass wir internationale Expertise nach Südtirol bekommen.

00:12:16: In der EURAK sind oder arbeiten heute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus ungefähr zweiunddreißig dreiunddreißig verschiedenen Ländern.

00:12:25: Jeder mit seinem kulturellen Background jeder mit seinem speziellen Wissen.

00:12:29: die kommen her meistens mit Familie bleiben auch hier weil sie ihnen auch gut gefällt Auch die gesellschaftliche Situation im Lande.

00:12:42: Und drittens ist die Eurac auch ein Fenster, oder kann die Eura kein Fan da sein für Citirol?

00:12:50: Wo man zum einen durch die Eurec hinaus schauen kann in die weite Welt.

00:12:56: Andererseits kann auch die Welt über die Eurarck nach Citirolschaden und das glaube ich so ein großes Fenster zu haben ist ein großer Vorteil.

00:13:06: Ein anderer Punkt, der für mich auch wichtig ist, dass die Eurac helfen kann.

00:13:12: Dass unser Land sozusagen auf Entwicklungen nicht nur reagiert sondern Entwicklungen durch uns auch ein Stück weit antizipieren kann.

00:13:24: Das glaube ich wird auch so gesehen und das glaube ich einen großen Mehrwert für eine kleine Gemeinschaft wie wir sind.

00:13:31: Also man hat jetzt nicht einen konkreten Nutzen im Alltag aus der Forschung, sondern viel mehr ist es ein Nutzen durch die Vernetzung, durch diese kulturelle Öffnung.

00:13:45: Durch dieses Fenster wie du es nennst auch zur Welt?

00:13:50: Das ist auf einer Metaebene.

00:13:51: natürlich gibt's dann Projekte von den über fünfhundert Projekten, die da bei uns laufen wo man natürlich auch bestimmte Vorteile jetzt sehen kann für eine Gemeinde für bestimmte Menschen, wenn ich an den Gesundheitsbereich denke.

00:14:08: Fällt dir ein konkretes Beispiel?

00:14:09: An mir fällt jetzt das Betten-Tourismus-Entwicklungskonzept ein wo ja die Eurack maßgeblich daran gearbeitet hat.

00:14:18: Ja zum Beispiel ist es aber zum Beispiel ich denke da auch an die Christstudie im Finnschgauer, die wir machen.

00:14:25: Das ist unser Institut für Biomedizin seit seit fünfundzwanzig Jahren aktiv.

00:14:31: Und da ist es ja so, dass wir inzwischen dreizehntausend Fünfhundert Finchgerinnen und Finchgaar haben die wir sozusagen im ihrem Lebenslauf verfolgen, die sich immer in bestimmten Abschnitten bei uns zeigen wo sie untersucht werden, wo wir natürlich viel Informationen von ihnen bekommen.

00:14:50: aber sie bekommen auch Informationen von uns.

00:14:53: Es ist ja auch schon passiert das wir bei diesen Untersuchungen auch schon teilweise Erkrankungen entdeckt haben bei Personen, die sie nicht gewusst haben zu haben und deshalb bei einem Fall weiß ich es genau auch ein Leben retten konnten.

00:15:08: Und was gibt's natürlich schöneres?

00:15:12: Wir haben uns jetzt angesprochen.

00:15:13: Die EURAK hat sehr viele verschiedene Forschungsdätigkeiten Projekte das geht Und wenn ich es jetzt mal so zusammenfassen darf von der alpinen Notfallmedizin über die erneuerbaren Energien bis hin zum Minderheitenrecht und auch zur Mumian-Forschung, läuft man da nicht Gefahr sich irgendwann zu verzetteln?

00:15:36: Ja klar.

00:15:36: Weil Wachsen heißt ja nicht unbedingt Zunahme an Qualität.

00:15:41: Das ist ja bekannt.

00:15:43: Trotzdem gibt's einen roten Fahrend Christian.

00:15:45: Es gibt einen rotem Fahren und der Du wirst bei uns nur Themen finden, wo wir in der Region eine spezifische Kompetenz haben.

00:15:54: Die andere Regionen nicht haben und auch nur Themen die nicht nur für Südtirol interessant sind sondern auch im internationalen Kontext.

00:16:04: Da können wir alle Themen durchgehen, die wir haben.

00:16:07: Überall gibt es ne Basis ganz starke Basis hier in der Region also Forschung in der region für die region Aber natürlich auch Forschung, die auf Interesse stößt außerhalb der Region.

00:16:20: In Europa oder anderswo.

00:16:23: Kannst du mir sagen in etwa wie hoch jetzt euer Budget ist und von wem dieses Budget kommt?

00:16:29: Unser Budget dürfte ungefähr jetzt sind so sechzig, sechszig, fünfundsechzig Millionen Euro.

00:16:36: Davon sind die Hälfte ungefähr eine Grundfinanzierung durch das Land Süddehol um die dreißig Millionen Und der Rest sind eingeworbene Drittmittel, so heißt es im Forschungskontext.

00:16:50: Das sind Mittel die entweder aus EU-Projekten stammen als EU-Programmen stammen von Stiftungen finanziert werden bis hin zu Aufträgen wenn ich jetzt an den Neuteckpark denke zu Auftragen von Firmen für die wir Dienstleistungen bringen und so weiter.

00:17:09: also ich würde mal sagen die Grundfinanzierung das sind unsere Würzel.

00:17:14: Aber die Flügel bekommen wir in der Forschung durch diese Trittmittel, durch diese Aufträge, die von dritter Seite finanziert werden.

00:17:22: Lass uns über die Mitarbeitenden sprechen, die du angesprochen hast – ich habe es gesagt vorhin, das sind mittlerweile siebenhundertfünfzig und sie kommen aus etwa dreißig Ländern, da sind ja auch glaube ich dreizig verschiedene Sprachen laut eurer Website dabei!

00:17:38: Wie blickt jemand, der Klugeköpfe anzieht?

00:17:41: Auf diese Diskussion in Südtirol über den Brain Drain, also über den Verlust von Teilen?

00:17:48: Ja ja.

00:17:48: Ich meine ein Grund die Eurac zu gründen war ja damals schon genau diese Diskussionen nicht.

00:17:55: Also viele Leute meiner Generation sind nach Innsbruck wie in Studieren gegangen und sehr viele sind nicht mehr zurückgekommen und dann hat man gesehen ob so was braucht man hier auch in Südtirol damit mal eben solche Kräfte wieder zurückholen.

00:18:12: Die Diskussion heute ist ähnlich, auch wenn ich glaube dass die Auswahl an Arbeitsmöglichkeiten um ein vielfaches höher ist jetzt als es damals war.

00:18:27: Heute ein guter Physiker bei uns einen Job findet Astrophysiker Ein guter Chemiker findet Jobs also Türen weit offen.

00:18:39: Was den Brain Rain anbelangt Ich sage immer so, ich finde es gut wenn unsere Leute sozusagen die Welt kennenlernen und ich finde sie auch gut oder habe nichts dagegen wenn viele auch sozusagen im Ausland bleiben.

00:18:54: Wir müssen nur schauen dass das Ganze keine Einbeinstraße wird sondern dass wir halt dann versuchen andere Leute von draußen ins Südtirol zu begeistern Daher zu kommen.

00:19:06: Also insofern soll es nicht ein Braindrain sein, sondern eine Brainsirculation also einen Kreislauf.

00:19:13: ob das dann all immer City Roller sind die zurückkommen oder andere eben Schweden, Norweger, Dänen, Kanada ja egal nur wie gesagt am Ende muss es irgendwo im Gleichgewicht sein und da spielen natürlich viele Faktoren eine Rolle Deure Umgebung, können wir auch Wohnungen und so weiter und sofort.

00:19:35: Aber das kann man alles lösen.

00:19:37: Ich glaube wichtig ist dass wir hier Jobs offrieren wo Leute sich auch in irgendeiner Weise Ja was sie es gefühlt haben Sie können etwas verändern ja sie können für sich selber sich selbst erfüllen.

00:19:55: Das ist ja in der jungen Generation auch ganz große ganz großer Anspruch an die Jobs.

00:20:02: Und deshalb müssen wir auch offen sein für Neues, weil die kommen auch alle mit dem kulturellen Background her.

00:20:10: Das heißt, wir müssen auch sozusagen einem Bente schaffen, dass sich diesen Leuten öffnet und vor allem spannende attraktive Arbeiten anbieten.

00:20:21: Und natürlich Gehaltspiel!

00:20:24: Auch eine große Rolle ist schon klar Aber das Gesamtpaketen muss eben still sein.

00:20:29: Hör ich daher aus, dass wir uns in Südtirol vielleicht zu viel darauf versteifen Südtirolerinnen und Südtiroller zurückzuholen oder nicht wehgehen zu lassen anstatt über diese Brain Circulation zu reden?

00:20:41: Genau!

00:20:41: Das ist meine Meinung, ist es also... Ich finde sehr gut weil man natürlich in Südtroiler der zurückkommt, er versteht das Land gut

00:20:50: usw.,

00:20:51: aber ich finde Es tut dem Land auch gut, wenn jetzt eine Schwede oder wie gesagt jemand vom Ausland Europäischen oder Asiatischen aus, wo auch immer herkommt und diese Gesellschaft eben mit ihren Werten, mit ihren Vorstellungen, mit ihrem Know-how und Kompetenzen befruchtet.

00:21:13: Das finde ich genauso spannend.

00:21:14: insofern würde die Diskussion jetzt mich nicht versteifen wollen auf nur, die Südtiroler sollen jetzt alle wieder zurück.

00:21:21: Sondern wir müssen eben schauen dass man andere da herbekommen.

00:21:25: Also wenn die EURAK so viele Mitarbeiter aus dem Ausland findet dann scheint Südturol nicht ganz so unattraktiv zu sein wie es manchmal hingestellt wird.

00:21:37: ja du hast gesagt Wohnen ist ein gewisses Problem.

00:21:41: oft spricht man dann über das Lohnniveau auch.

00:21:44: aber Ist Südtirol vielleicht attraktiver, als es selbst glaubt oder als wir sagen?

00:21:50: Ich glaube schon.

00:21:52: Also ich sehe das ja wenn wir Leute suchen Wir können uns vor Anfragen praktisch kaum retten.

00:22:00: Es ist natürlich auch weil wir international gut vernetzt sind und so weiter.

00:22:03: aber ich sage mal eine Stellenausschreibung unter hundert Bewerbungen ist eher selten.

00:22:09: Das ist beeindruckend.

00:22:11: Natürlich Wenn man dann die Guten aus den Hundert haben will, ist ein bisschen wie beim Fußball heutzutage.

00:22:18: Die wollen nehmen das Gesamtpaket und deshalb gibt es bei uns natürlich auch einen Welcome-Office.

00:22:24: Wir helfen ihnen Wohnung zu finden, wir helfen ihnen bei Steuerfragen, wir helpen ihnen die Kinder einzuschreiben in den Kindergarten, wir helfen ihnen bei Sprachkurs

00:22:32: usw.,

00:22:33: aber das meine ich man muss sich halt vorbereiten auf diese Sache Paket aufrieren, wo dann jemand sagt der natürlich heute auch andere Jobmöglichkeiten hätte in der Welt.

00:22:48: Upsala das ist ein Ort die wohl mich unbedingt.

00:22:51: da kann ich mich verwirklichen.

00:22:52: Die geben wir ein schönes Umfeld und dass die Gegend attraktiv ist.

00:22:57: Ich meine das weiß inzwischen jeder ja?

00:23:01: Und dann kann ich verbinden zwischen qualitativ hochwertiger Arbeit Lebenstandard, wenn ich die zwei Sachen vereinen kann in Südtirol.

00:23:10: Dann ist es wahrscheinlich einer der besten Orte überhaupt zu leben.

00:23:16: Reden wir nochmal kurz über den Stefan Ordner, der als Südtiraler zurückgekommen ist nach Südtirl und jetzt dreißig Jahre lang beim selben Arbeitgeber sogar in derselben Position arbeitet was in der modernen Arbeitswelt ja ziemlich ungewöhnlich würde ich mal sagen ist wofür auch Führungskräfte sehr oft wechseln.

00:23:36: hast du In all den Jahren nie darüber nachgedacht, deinen Berufsleben einen neuen Kick zu verleihen oder zu wechseln.

00:23:43: Ich will jetzt noch was Neues machen.

00:23:46: Natürlich hat es immer wieder Momente gegeben wo man Angebote gehabt hätte habe aber niemals so richtig daran gedacht warum.

00:23:57: weil nämlich meine Arbeit nicht immer die gleiche war.

00:24:00: das heißt ich hab halt das Gefühl, ich habe nicht in einer Organisation gearbeitet sondern in hunderten Organisationen.

00:24:07: Weiß ich diese Organisation und wir haben ja vorher von Wachstum gesprochen natürlich im Laufe der Zeit so enorm verändert hat?

00:24:14: es sind Themen dazu gekommen neue Leute dazu gekommen Neue Herausforderungen dazu gekommen Schwierigkeiten.

00:24:21: Jede Woche war irgendwas Neues.

00:24:23: Insofern waren die Jobs die ich gemacht habe sozusagen für mich waren sehr viele, war immer in der gleichen Organisation.

00:24:32: Aber es war nie langweilig und ist bis heute auch nicht geblieben.

00:24:35: Ansonsten bin ich in der Tradition der Südtiroler Landeshauptleute gebliebt.

00:24:40: Seit ich geboren bin habe ich drei Landeshauptleute gehabt.

00:24:42: ja also insofern habe gesagt als direkter Tag muss ich auch dreißig Jahre Minimum aushalten.

00:24:49: Ist vielleicht Kontinuität in einer Organisation auch ein Wert der manchmal möglicherweise unterschätzt wird, weil es wird ja viel gewechselt und das heißt immer eine Organisation bringen neue Köpfe, neue Ideen.

00:25:04: Aber über Kontinuität wird wenig

00:25:07: gesprochen.".

00:25:09: Es gibt Führung wieder!

00:25:11: Ja?

00:25:11: Ich glaube wenn Kontinuität so stark Nation dann führt da ist natürlich was Negatives.

00:25:20: Die Herausforderung als Chef ist schon die, die musste ich immer wieder neu aufhinden, das ist klar.

00:25:28: Du musst mit den Entwicklungen nicht immer mitgehen.

00:25:32: Du darfst nie irgendwo stehen bleiben oder sagen so, es reicht mir jetzt was ich gemacht habe du musst dich auf neue Generationen gut einstellen können.

00:25:40: also eine riesige Herausforderung.

00:25:43: dann kann man's vielleicht auch positiv sehen.

00:25:47: Du müsstest jetzt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fragen Ich glaube in der Zwischenzeit sehn sich Sehen Sie auch einen Vorteil darin, also zumindest wenn ich jetzt nicht ganz das falsche Interpretiere was sie sagen.

00:25:59: Aber es hat natürlich auch den Stabilitätsfaktor.

00:26:04: ja und der Stabilität Faktor ist halt in Zeiten wie diesen auch nicht ganz unangenehm muss man feststellen.

00:26:14: Und das heißt natürlich auch mal nach lang Zeit Netzwerke aufzubauen.

00:26:18: und diese Netzwerken helfen dann umso mehr wenn man sie langfristig an einer Organisation binden kann.

00:26:26: Und das hängt halt oft meistens auch mit Personen zusammen, wie du wahrscheinlich auch weißt.

00:26:30: und insofern glaube ich ja Stabilität der Werte auch ganz was wichtig ist.

00:26:40: Ja Stabilitäts von Strukturen nein da soll die Dynamik nicht aufhören.

00:26:46: Du hast mir mit den Mitarbeitenden ein gutes Stichwort gegeben Was macht aus deiner Sicht eine gute Führungskraft?

00:26:56: Ja, es gibt natürlich viele solche Tipps.

00:26:58: Also mein wichtigster Merksatz ist der nimm dich nicht wichtiger als deine Aufgabe und schau dass du ein Team um dich herum bildest das größer ist als du!

00:27:14: Und ich denke das klingt irgendwie eingeleuchtend ist für viele nicht ganz einfach Und bei vielen ist die Eitelkeit dann irgendwie der Faktor, der das alles kaputt macht.

00:27:28: Deshalb muss man schauen – die eigene Eitelkeitsbisschen-Eitelkeit hat wahrscheinlich jeder Mensch, die ganz in den Hintergrund zu stellen und wirklich das Team, die Aufgabe, die Institutionen in dem Vordergrund zu stellt und nicht die Person.

00:27:42: Wenn die Organisation dann wächst, dann glaube ich, wird die eigene eitelkeit ja doch bedient bzw befriedigt?

00:27:50: Ja, da muss ich keiner sagen machen.

00:27:52: Da habe ich schon meine Themen, die meine eigene Eitelkeit bedienen aber auf jeden Fall bin frei von jeder Eiteligkeit sozusagen mich vor das Team zu stellen und immer das letzte Wort zu haben.

00:28:08: Und wie hast du es erlebt?

00:28:10: Wie hat sich die Führung in diesen dreißig Jahren verändert?

00:28:16: Riesengroße Unterschiede.

00:28:17: Es ist alles viel komplexer geworden, ja?

00:28:20: Jetzt abhängen davon dass die Bürokratie gestiegen ist.

00:28:24: und wenn ich mir denke wie ich müsste Eurac jetzt neu gründen mit den bürokratischen Auflagen dann werde das wahrscheinlich eine Aufgabe die niemand stemmen könnte.

00:28:35: aber ansonsten du weißt ja selber unsere Väter waren ja noch in Institutionen wo sehr hierarchisch war wo es genügt hat, oder sozusagen als Einbriefungen in der Woche gegeben und dann sind alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gerannt.

00:28:51: Da niemand schreibt ist und haben das dann die Befehle ausgeführt, läuft natürlich heute nicht mehr so.

00:28:57: Braucht Empathie viel, viel mehr Kommunikation.

00:29:01: Insofern viel, viele komplexer und teilweise mit Herausforderungen, wo teilweise auch ich oft an meine Grenze

00:29:10: komme.

00:29:11: Gibt es bei Homeoffice?

00:29:13: Ja, das nennt sich also einen schönen Smartworking.

00:29:18: Smartworking, das heißt ja muss jetzt nicht daheim arbeiten kann eigentlich arbeiten wo er will.

00:29:25: natürlich wird das mit den Entführungskräften immer so individuell vereinbart aber ohne dass würde ich wahrscheinlich keine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

00:29:35: finden Und mittlerweile weiß man, das hat Vorzüge.

00:29:38: Das hat aber auch Schwierigkeiten vor allem in Sachen Unternehmenskultur, vor allem im Sachen Team-Bildung.

00:29:46: Das macht ihr wahrscheinlich auch diese Erfahrung?

00:29:48: Machen wir auch jetzt diese Erfahrung!

00:29:50: Aber ich muss sagen der Trend geht sozusagen in die andere Richtung.

00:29:53: also während noch vor drei vier Jahren dieses Thema Nummer eins an der Tagesordnung war ist es heute kein Thema mehr und ich sehe dass die Leute wieder gern zurückkommen.

00:30:05: Man muss ihnen nur die Ambiente schaffen und den Grund dafür, dass sie

00:30:09: zurückkommen.".

00:30:11: Und das heißt natürlich auch bauliche Maßnahmen Veränderungen also weg von den Einzelbüros mehr hin zu Besprechungsräumen.

00:30:17: Also es hat eine ganze Entwicklung nach sich gezogen auf die wir dann auch als Arbeitgeber reagieren müssen und heute ist es wirklich jetzt kein Problem mehr.

00:30:30: ich habe nicht das Gefühl, dass es kein Team mehr gibt weil die Leute nun mal zu Hause sind.

00:30:34: Sie sind gern da, treffen sich gerne mit ihren Kolleginnen und Kollegen.

00:30:38: Und insofern ist das Thema bei uns irgendwo gar nicht mehr auf der Tagesordnung.

00:30:44: Stefan wir haben jetzt schon eine halbe Stunde geredet ja die Zeit ist verflogen.

00:30:52: Bei uns gehört zur Tradition in unserem Podcast dass wir abschließend unseren Gesprächspartnerinnen drei Fragen stellen.

00:31:02: Ganz kurze Antworten, gerne auch nur ein Stichwort.

00:31:06: Das möchte ich auch mit dir machen.

00:31:08: Welchen Job hätte der Stefan Ordner wenn er nicht Euraktirektor wäre?

00:31:15: Ich glaube Orchester-Dirigent.

00:31:19: Weil du mit der Musik immer noch verbunden bist.

00:31:24: Spielst du noch ein Instrument immer noch?

00:31:28: Ich habe gut Gitarre gespielt.

00:31:31: Habe jetzt wieder ein bisschen angefangen für mich privat, aber es ist natürlich erschreckend zu sehen wie man abbaut.

00:31:36: Man kann's ja wieder lernen!

00:31:38: Welches war der beste Ratschlag den Du je bekommen hast?

00:31:42: Hüte Dich vor Deiner eigenen Eitelkeit.

00:31:46: Und meine letzte Frage welches Talent hast Du dass man Dir nicht zutrauen würde?

00:31:51: Ich kann Passabel kochen.

00:31:53: Das war Stefan Ordner, danke Stefan für die Einblick in deine Arbeit und auch in die Arbeit der EURAK und weiterhin alles Gute.

00:32:01: Danke Christian!

00:32:03: Danke auch Ihnen liebe Zuhörerinnen und Zuhörer fürs dabei sein.

00:32:06: Die nächste Folge unseres Podcasts gibt es in zwei Wochen und bis dahin gibt es jeden Freitag natürlich eine neue SWZ und online gibt es uns auf svz.id täglich mit neuen News ebenfalls.

00:32:22: Bis zum nächsten Mal, machen Sie es gut und bleiben sich gesund.

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