Wie ist es, als Privatjetpilot um die Welt zu fliegen, Aaron Fischnaller?

Shownotes

Ein langer Flug für einen sechsstelligen Betrag, Unternehmer:innen, Promis und Staatsdelegationen an Bord, dazwischen Extrawünsche, die man sich in einem normalen Linienjet kaum vorstellen kann: Aaron Fischnaller kennt beide Seiten dieser Welt. Für die Firma VistaJet steuert er die Bombardier Global 7500, einen der größten Privatjets, die derzeit am Himmel unterwegs sind. 17 Tage im Himmel, 13 zu Hause in Kurtinig, das ist momentan sein Lebensrhythmus. Schon als Kind kannte Aaron Flugzeugtypen, Airlines und Kennzeichen auswendig. Mit 15 wechselte er allein an das Luftfahrtgymnasium nach Bergamo. Sein Ziel fest vor Augen, arbeitete er später als Assistent für einen Bozner Unternehmer, um ihn in seinem Privatjet zu fliegen und so Flugstunden zu sammeln.

Fliegen in Krisenzeiten

Privatjetpilot – das klingt nach Champagner und Kaviar über den Wolken. Der Alltag sieht anders aus. Aaron schätzt den direkten Kontakt zu den Gästen, ist aber gleichzeitig Logistiker, Diplomat und Krisenmanager. Er erzählt im SWZ-Podcast, wie sich Fliegen in unruhigen Zeiten verändert hat, warum GPS-Störungen und gezielte Manipulationen mittlerweile zum Berufsalltag gehören und was es heißt, Verantwortung zu tragen, wenn hinter einem im Kabinenraum Menschen sitzen, deren Terminkalender keine Verzögerung kennt.

Schlaf finden, wenn die Welt sich dreht

Wenn es „ganz brutal hergeht“, wie Aaron es selbst sagt, fliegt er in fünf Tagen um die Welt. Wie findet man zwischen Zeitzonen Schlaf? Wo ist man zu Hause, wenn der Arbeitsplatz jeden Tag woanders steht? Und: Sind Privatflüge in Zeiten der Klimakrise überhaupt noch zeitgemäß? Aaron gibt ehrliche Antworten – auch auf Fragen, die sich seine Branche zunehmend stellen lassen muss.

**Hier geht's zur aktuellen Ausgabe der SWZ: https://swz.it/aktuelle-ausgabe

**Zu unseren Abos geht's hier: https://swz.it/unsere-abos-im-ueberblick/

Hier findet ihr uns in den Sozialen Medien Facebook | www.facebook.com/swz.it/ LinkedIn | www.linkedin.com/company/südtiroler-wirtschaftszeitung-swz/ Instagram | @suedtirolerwirtschaftszeitung

Transkript anzeigen

00:00:04:

00:00:16: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Die SWZ trifft.

00:00:21: Mein Name ist Antonia Sell Und heute spreche ich mit Aron Fischnerle aus Kotinik.

00:00:27: Mit gerade einmal achtundzwanzig Jahren ist Aron Pilot auf einer Global-Siebentausendfünfhundert, einem der größten Privatjets der Welt.

00:00:35: Für die Firma VistaJet fliegt er Unternehmerinnen und Unternehmer, Promis, Staatsdelegationen und alle, die es sich leisten können wohin sie wollen!

00:00:45: So passiert es schon mal, dass er in zwei Wochen durch fünf Zeitzonen reist….

00:00:50: Aaron hat sich seinen Weg ins Cockpit mit viel Disziplin, Ausdauer und der Mundleidenschaft erarbeitet.

00:00:56: Mit ihm sprechen wir über ein Leben zwischen Himmel und Erde, Über Verantwortung in Krisenzeiten, Steigende Kerosinpreise – die Frage ob Privatflüge überhaupt noch zeitgemäß sind Und darüber wie es ist über eine Welt zu fliegen, Die immer unsicherer und unruhiger wird.

00:01:14: Liebe Aaron ich freue mich dass wir heute bei dir sein dürfen!

00:01:17: Herzlich Willkommen.

00:01:19: Danke, Diana.

00:01:21: Aaron, wusstest du eigentlich heute Morgen wo du aufgewacht bist?

00:01:24: Ich bin zu Hause, wenn ich zuhause bin weiß ich wo ich bin.

00:01:29: Erzähl uns doch mal was du genau machst, wo du arbeitest wie dein Alltag aussieht und ein bisschen etwas über die Firma für die du fliegst.

00:01:40: Also ich fliege als Pilot für eine, sagen wir mal Taxi-Gesellschaft.

00:01:46: Für Privatflüge.

00:01:47: Die Firma heißt Vistaget wo ich zurzeit tätig bin mit Sitzin Malta und wir fliegen weltweit Persönlichkeiten Unternehmer alles mögliche durch die Gegend.

00:02:00: So elegant gesagt wird man sagen Bedarfsflügel sagt man heute dazu auch.

00:02:07: Und ja, das Besondere an dieser Gesellschaft ist, dass sie halt wirklich weltweit operieren.

00:02:12: Also man kann in ein paar Wochen wirklich potenziell auf jeden Kontinent mal gewesen sein.

00:02:18: Das ist schon vorgekommen also... Ja!

00:02:22: Wenn man so viel unterwegs ist, wo ist man da eigentlich zu Hause?

00:02:26: Zuhause hier in Südtirol, in Kultinik im Cockpit oder irgendwo auf der Welt?

00:02:32: Auf jeden Fall zu Hause.

00:02:34: Umso mehr man reißt, umso mehr schätzt man glaube ich das eigene Zuhause.

00:02:39: Die eigene Heimat und man sieht auch immer wieder ja Südtirol hat sicher hier und da Verbesserungsmöglichkeiten.

00:02:48: Das geht auch in Ordnung und soll auch so sein aber unterm Strich geht es einem viel besser als in den meisten Orten wo man so hinkommt.

00:02:56: Dann musst du wissen weil du warst schon an vielen Orten!

00:03:02: Du hast dich als Kind, glaube ich für die Fliegerei begeistert ursprünglich durch einen Flugsimulator der eigentlich deinem Bruder geschenkt wurde.

00:03:11: Genau!

00:03:13: Du hast mir auch mal erzählt dass du als Kind jeden Flugzeugtyp auswendig konntest jede Airline wusstest was da fliegt?

00:03:20: Was würde der dreizehnjährige Aaron sagen wenn er dich heute auf dem größten Privatjet Flugzeug der Welt durch die Weltfliegen sehen würde?

00:03:30: Ich weiß nicht.

00:03:31: Also ich denke, ich wäre wahrscheinlich ein wenig sprachlos und wahrscheinlich cool aber ich wüsste nicht so richtig was damit anfangen.

00:03:39: also als dreizehnjähriger die Linienfliegerei da kriegt man halt eher einen Blick oder kommt man halt er nah dran als jetzt Privat-Fliegerei die halt auch wieder ganz etwas anderes ist.

00:03:51: Was ist der größte Unterschied zwischen Linien fliegen und privat?

00:03:55: Schwierige Frage, also ich würde mal sagen als Beruf für mich ist der größte Unterschied einfach dass ihre Arbeit stark anders ist.

00:04:04: Ich habe jeden Monat andere Ziele, ich fliege teilweise mit Kollegen.

00:04:07: wir sind zwanzig Jahre in der Branche und die haben trotzdem nach jedem Monat ein neues Ziel.

00:04:13: Und bei der Linienfliegerei, da fehlt das halt meistens.

00:04:17: Weil vielleicht fliegt die eigene Gesellschaft zehn, fünfzehn, zwanzig Ziele an Aber dann kommt man immer wieder mal in den gleichen Ort hin und besonders auf Langstrecken In meiner Branche, in meiner Tätigkeit Da ist einfach die Spielwiese wirklich weltweit.

00:04:32: Also es gibt keine Ecke an dieser Welt wo man potenziell nicht hin kann Länder, wo teilweise gar keine Linienflüge oder kaum Linien-Flüge hinkommen.

00:04:41: Das macht halt den großen Reiz und Unterschied zur Linienpfleegerei.

00:04:45: Und was für mich natürlich auch nochmal einen Unterschied macht wieso ich die Privatpflegerei lieber habe ist dass wir einfach ein bisschen mehr Verbindung zum Kunden haben.

00:04:57: Auf die Kunden kommen wir nachher nochmal kurz zu sprechen, jetzt bleiben wir noch einmal bei dem jungen Aaron.

00:05:03: Du bist mit Fünfzehn schon alleine nach Bergamo begangen um dort Eronautik glaube ich zu lernen oder?

00:05:10: Ja genau also der heißen hat es waren im Grunde ein... Real Gymnasium, also ein Liceo-Scientificor mit Schwerpunkt Aeronautico.

00:05:19: Das heißt praktisch in den Stunden wo die Schule Spiel hat um eine Richtung einzuschlagen da gab es halt zum Beispiel Wetterkunde, Flugrechte und so ein paar Fächer wie der Luftfahrt zugehört werden können.

00:05:33: Deine Eltern haben damals gesagt, du kannst gehen glaube ich?

00:05:36: Aber du musst dir das alles alleine organisieren.

00:05:39: Genau ganz genau!

00:05:40: Kann ich mir vorstellen gar nicht so einfach für ein fünfzehnjährigen.

00:05:43: was hast du daraus gelernt?

00:05:44: und wie war es mit fifteen von zu Hause weg zu sein?

00:05:47: also ich muss sagen Ich hatte das einfach in Kopf hab da eigentlich nicht Zu viel nachgedacht Und meine Eltern wollten mir wahrscheinlich mehr als etwas beibringen.

00:05:58: Wollten sie einfach sicher sein dass ich das auch wirklich will und dass diese Idee nicht einfach, keine Ahnung, eine fröhliche Idee erregt.

00:06:07: Ja genau ein Hirngespänzerösung, was sei!

00:06:10: Ich glaube, so eine Pilotenausbildung kostet heutzutage bis zu hunderttausend Euro.

00:06:16: Es ist ja recht viel!

00:06:18: Das bezahlt man ja selber oder?

00:06:20: Ist es dann ein Job der wirklich privilegiert ist und kann das immer noch jeder werden, der's wirklich möchte?

00:06:25: Also

00:06:25: tatsächlich heutzuttagejahr wir sind so um die wahrscheinlich Hunderttaussende Euron, Bachtausen auf- oder ab aber halt so als Richtwert.

00:06:33: Das ist natürlich ne Menge Geld.

00:06:35: In den meisten Fällen muss man es tatsächlich noch selbst aufbringen.

00:06:39: Es gibt schon gewisse Airlines, die das teilweise noch irgendwie fördern beziehungsweise man kriegt's vorgestreckt und arbeitet dann ab.

00:06:49: Das gibt's noch aber das filtert natürlich ein wenig.

00:06:53: besonders die Gesellschaften die solche Angebote anbieten ist nicht einfach dazu zu kommen.

00:07:00: Und bei den restlichen, ja da geht es eben über selbst bezahlen.

00:07:05: Man sollte schon sicher sein was man macht will und nicht.

00:07:10: Es geht natürlich mit einem Risiko einher.

00:07:12: Damals war's für meine Familie nicht einfachsten.

00:07:16: aber unabhängig was ich jetzt gemacht hätte, hätten meine Eltern für Bildung, was geht irgendwie versucht zu finanzieren und zum Glück haben sie es geschafft mich zu unterstützen.

00:07:28: Ich habe natürlich auch auf viele Jahre gestreckt weil ich habe ja mit sechzehn, siebzehnt schon begonnen die ersten Flugscheine.

00:07:34: dann hab' ich ein wenig gearbeitet Bürojob wo ich nebenher so hinten rum zur Flugstunde gekommen bin Und die für dich nicht bezahlen musste.

00:07:45: Dann erst mit zwanzig habe ich dann praktisch die restliche Ausbildung fertig gemacht.

00:07:51: und also, ich hatte sicher Glück.

00:07:53: Du

00:07:54: fliegst Unternehmerinnen, Unternehmer, Promis, Staat, Erdelegationen glaube ich auch?

00:07:59: Genau!

00:08:00: Wie ist das?

00:08:01: Das sind ja meistens Menschen, die sind bekannt, die reich, die wichtig, die am Einfluss... wie geht man damit um?

00:08:08: Also

00:08:08: tatsächlich muss ich sagen, die meisten Leute schätzen einfach Bodenständigkeit und dass sie mal vom Rampenlicht weg sind.

00:08:19: Man geht natürlich respektvoll mit dem Passagieren um, aber ich würde sagen man geht nicht anders damit um nur weil Sie jetzt keine Ahnung wer sind und das wird dann meistens auch geschätzt wenn sie wirklich wie normale Leute behandelt werden und so wird es bei uns eigentlich auch gehandhabt.

00:08:39: Was war so die in Anführungszeichen absurdeste Situation, die du bis jetzt erlebt hast bei irgendeinem Staatsbesuch mit Roten Teppich?

00:08:49: Ja das ist tatsächlich schon passiert.

00:08:52: Hat dich mal die Gelegenheit oder das Glück wie man es sagen soll eine Staatsdelegation aus Afrika rumzufliegen und das war schon cool.

00:09:02: also ist man ein anderes Land angekommen und da wurde praktisch vorm Flugzeug da rote Teppich ausgerollt und die Soldaten mit Trompeten links und rechts davon.

00:09:14: Und genau, da steht man halt da!

00:09:18: Das ist schon ganz besonders... Besonders in bestimmten afrikanischen Ländern.

00:09:24: Das gibt es natürlich auch in Europa, aber mir ist vorgekommen in Afrika hat das nochmal einen höheren Stellenwert oberhalb der beziehungsweise Staatsbesuche und da wird der Flug selbst auch ein wenig extra oder besonders behandelt im Vergleich zum restlichen Flugverkehr.

00:09:41: Gibt's auch manchmal ganz absurde Wünsche von den Passagieren?

00:09:46: Was ist das jetzt?

00:09:47: Ich würde sagen die meisten Wünschen sind so... Kleinigkeiten, die man einfach schaut den Passagieren entgegenzukommen.

00:09:55: Besonders bei Passagiern wie öfters mit einem Fliegen versucht man halt dass sie eine Kabine finden, die deren Erwartungen entspricht.

00:10:04: und das kann manchmal bei Kleinigkeiten sein.

00:10:06: Also jemand hat lieber einen langen Kaffee, der andere hat lieber eine Limonade, der Andere hat lieber Eiswürfel, der andre wieder nicht und das sind dann Kleinigkeiten um die sich das Kabinenpersonal kümmert.

00:10:20: Es gibt ganz selten auch ein wenig extreme Anfragen, die sich dann zum Glück meistens nicht bewirklichen.

00:10:29: was ich damit meine ist Es steht zwar in den Anfragen drin, aber in der Praxis ist den Leuten dann den Passagieren effektiv egal.

00:10:37: Aber da kam halt mal so die Anfrage ja das Gebäck sollte möglichst nicht dem Boden berühren und da waren wir halt wie soll das funktionieren?

00:10:48: Und ja dann haben wir im Grunde halt im Gebäckraum So Planen hingelegt und das Gebäck halt auf den Planen drauf.

00:10:57: Du habt ja keine Tür, glaube ich vor dem Cockpit.

00:11:00: Kommen die dann auch mal rein und sagen was macht ihr denn da so?

00:11:02: Erklärt mir mal wo wir gerade sind oder...

00:11:05: Absolut absolut!

00:11:06: Das ist also meiner Meinung nach eine oder tolle Sachen in meinem Beruf eben dass Leute ab und zu immer auch vorbeischauen.

00:11:13: natürlich manche interessiert es gar nicht.

00:11:15: Manche interessieren es egal ob jetzt Kinder sind, ob es Erwachsene sind wie auch immer Und genau, und die kommen dann manchmal im Reiseflug vorbei und schauen so wo sind wir oder was sind wir nicht.

00:11:27: Was macht ihr?

00:11:27: Wo fliegt ihr morgen hin und von wo kommt ihr?

00:11:30: Und sagen ein paar Zahlen zum Flugzeug oder ob ich hochfliegen werde... Genau wie gesagt das schätze ich sehr diesen Kontakt mit dem Kunden ist dass es auch möglich ist

00:11:41: Bei euch kostet ein längerer Flug schnell meine sechstellige Summe gewöhnt man sich an dieser Dimension, weil es ja schon unglaublich viel für ein Normal steckt.

00:11:52: Ja also die Zahlen, die man für einen längeren Flug auf größere Flugzeuge bezahlt sind tatsächlich riesig!

00:12:00: Ich würde sagen, man gewöhnen sich nicht dran... Also man ist zwar bewusst aber das kann man sich doch nicht so richtig vorstellen und dass jetzt inzwischen die Normalität für mich ist.

00:12:10: Also ich weiß natürlich, da sind Passagiere kleine bis mittlere sechsstellige Beträge für einen Flug bezahlt.

00:12:16: Trotzdem würde ich sagen, man denkt eigentlich nicht zu lange dran.

00:12:20: Man fliegt sein Flugzeug, hat seinen Spaß und macht seine Dinge...

00:12:23: Die Passagiere kaufen sich ja im Prinzip damit Zeit oder größtenteils?

00:12:28: Absolut!

00:12:29: Also es ist ein Instrument, ein Werkzeug um Zeit sich zu kaufen in den meisten Fällen Nicht-Spaßflüge Sondern die sind wirklich Mittel zum Zweck.

00:12:39: Aktuell ist die Zeit eher turbulent sagen wir mal so

00:12:44: Kann man so sagen.

00:12:46: Ich glaube, es gibt viele Lufträume.

00:12:48: Die gesperrt sind.

00:12:49: politische Spannung vielleicht ist auch nicht jeder Flughafen offen.

00:12:53: Hyrosin wird teurer?

00:12:55: Wie wirkt sich das auf deine Arbeit aus?

00:12:58: die aktuelle Lage?

00:12:59: Wenn ich in dieser Branche begonnen habe da hat gerade der Ukrainekrieg begonnen von dem her bin ich im Grunde schon eingestiegen.

00:13:07: wenn Russland schon zu war damit bin ich eigentlich im grunde aufgewachsen dann also das war immer Teil des Spiels könnte man sagen oder Teil der Realität.

00:13:16: Es hat sich natürlich jetzt nochmal deutlich verschlechtert über den letzten Jahren, aber ich muss tatsächlich auch sagen die Branche selbst ist sehr flexibel.

00:13:27: Man hat ziemlich schnell gelernt damit umzugehen und Alternativen zu finden.

00:13:31: Kostet mehr Flugzeit?

00:13:35: Weil man umfliegt.

00:13:36: Zum Beispiel Richtung Asien, egal ob jetzt Baking, Tokio wie auch immer also besonders im fernen Ostasien ist man ja früher immer über Russland geflogen und jetzt muss man praktisch unter Russland drum rum, also Türkei, Serbajan, Kasachstan und dann eben erst nach China rein kostet dann schnell mal eine bis einen halb oder sogar zwei Stunden extra Flugzeit.

00:14:03: Das sind halt mehr Kosten, zweitens es braucht die Kapazität im Dank nicht jedes Flugzeug kann einfach so mal zwei Stunden länger fliegen und das ist auch wegen den Genehmigungen komplizierter.

00:14:14: Landstatt zwei oder drei Länder oder vier oder fünf zu überfliegen, fliegt man auf einmal durch zehn Ländern.

00:14:20: Dass jetzt dem europäischen Luftraum recht einfach ist.

00:14:22: aber außerhalb von Europa Da gibt es bestimmte Länder, wo die Überflugsrechte natürlich komplizierter geregelt sind.

00:14:29: Musst du das klären?

00:14:32: Das machen tatsächlich zum Glück Leute im Büro.

00:14:35: Zürich große Firma hat im Hintergrund ein Büro von Leuten, die sich um Flugrouten und Genehmigungen kümmern.

00:14:43: Die behalten auch das Wetter in der Planungsphase im Auge.

00:14:46: Sie kümmern sich auch um Flughäfen und Kerosin.

00:14:50: Und das ist jetzt mit dem Iran-Krieg noch mal umso wichtiger.

00:14:54: Ich muss sagen, die Auswirkungen sind nicht tragisch.

00:14:57: Wie sie manchmal dargestellt werden.

00:14:59: also es stimmt jetzt nicht dass die Welt ohne Sprit oder keine Kerosin oder wie auch immer ist.

00:15:05: aber es kommt schon ab und zu zu Engpässen die meistens lokal sind oder bestimmte Flughäfen oder eben kleinere Länder die einfach mal einen Engpass haben.

00:15:17: Und da muss man natürlich mitplanen.

00:15:18: Planen heißt das man einen Tank stoppt womöglich im nächstgenähernden Land macht oder wenn das Flugzeug hergibt, einfach den Sprit schon mitnimmt.

00:15:28: Im Flug davor für dem nächsten Flug und was nicht zuletzt noch wichtig zu erwähnen ist die Sicherheitslage weil du hast eben angesprochen ja es ist tatsächlich an wenigen turbulente Zeit und besonders heuer muss ich sagen mit dem Iran Krieg.

00:15:45: So gefühlt jeden zweiten Tag einmal geht es auf, einmal gehts runter.

00:15:48: Keiner weiß so richtig was jetzt abläuft und da haben alle oder die meisten Fluggesellschaften und ja natürlich auch ein Team das gezielt Sicherheitslagen im Auge behält und dann zusammen mit Versicherungen, Sicherheitsteams, die teilweise vor Ort sind, die dann einfach bewerten ist es sicherer hinzufliegen?

00:16:09: sie planen eventuelle Contingencies

00:16:11: d.h.,

00:16:13: Wenn ich da hinkomme und vielleicht ist eine Übernachtung nicht empfohlen, dann wird aber trotzdem geplant dass im Notfall eine sichere Unterkunft zur Verfügung gestellt sein muss.

00:16:25: Wieso?

00:16:25: Weil nehmen wir einen Bekommen an und aus irgendeinem Grund können wir nicht abfliegen.

00:16:29: Dann muss es trotzdem irgendwas da geben und erst planen, wenn man schon da ist, ist dann natürlich zu

00:16:34: spät.".

00:16:35: Man hört immer mal von Manipulationen, von GPS-Signalen... Ist das alles Science Fiction oder kann das wirklich passieren?

00:16:42: Das ist tägliches Leben!

00:16:47: Wir haben jetzt seit Spätischen, seit dem Israel Krieg ... auch in, sagen wir mal im Südeuropa dauernd gebäßt.

00:16:56: das kommt und geht mitkommt und geht mein ich einfach dass es andauernd wieder gestört ist.

00:17:03: Und tatsächlich hat sich von ja oder zwei da kamen die Gebässtörungen zwischen Ukraine Russland also auf dem Krieg bezogen teilweise bis fast nach Berlin.

00:17:12: Da konnte man, wenn man in der Luft war im Flug, war das Flugzeug bis Berlin, also bis Deutschland fast gestört.

00:17:19: Es ist immer noch so dass an der ganzen Ostflanke großteils Polen die baltischen Länder die Türkei die Gegend um Israel fast täglich, wo mehr und wo weniger gestört sind.

00:17:31: Da gibt es eben zwei Arten der Störungen.

00:17:34: Die technischen Begriffe dafür sind jamming und spoofing.

00:17:36: Und der Unterschied ist einmal, fällt das Gebäß einfach aus mit Anführungszeichen?

00:17:42: Das ist, sagen wir mal, das weniger komplexe Problem, dass man hat, weil das Flugzeug hat ja noch andere Navigationssysteme.

00:17:49: Das zweite hingegen wird praktisch dem Flugzeug ein falsches Signal zugeführt.

00:17:57: Das Navigationssystem oder das Flugzeug denkt dann irgendwo zu sein, wo es nicht ist.

00:18:03: Zum Beispiel da war ich mal auf einem Flug Richtung Äthiopien unterwegs also praktisch von Saudi-Arabien Richtung Ätherpien und auf einmal war das Flugzeuge überzeugt in Sana zu sein.

00:18:13: In jenen kurz drauf also wenige Minuten drauf hat das Flugzeit gedacht dass sei in Sudan wo gerade ja auch Krieg herrscht und wo wir auch nicht überfliegen können.

00:18:24: wie geht man mit dem Ganzen um?

00:18:27: weiß eben meistens die Gegenden, wo es Probleme mit Gebäuse gibt und sagt man einfach dem Flugzeug.

00:18:34: Es soll die Gebäsinformation ignorieren und dann fliegt man einfach mit den anderen Navigationssystemen weiter.

00:18:42: Ist

00:18:42: die Privatfliegerei in diesen unsicheren Zeiten mehr gefragt, weil man da flexibler ist.

00:18:49: oder sagen die Leute das wird mir dann doch zu teuer?

00:18:53: Ich weiß nicht.

00:18:53: steigen eure Preise mit den gestiegenen Kerosinpreisen?

00:18:57: also ich gehe davon aus dass sich die preise sicher auf den Kunden natürlich aufschlagen werden.

00:19:04: das geht nicht anders.

00:19:05: es ist ein Betrieb wie jeder andere ob's mehr wird oder nicht durch mich schwer zu sagen, wahrscheinlich bestimmte Märkte mehr, bestimmte Märkte weniger.

00:19:15: Es kommt mir jetzt so vor dass wir vielleicht ein klein bisschen weniger den Mittleren Osten fliegen.

00:19:23: Dafür sind halt andere Destinationen die ein wenig mehr kommen ganz einfach weil die Personen einfach die Ziele ändern und nicht der Markt tatsächlich wegbricht.

00:19:34: also ich denke das bewegt sich einfach ein wenig.

00:19:37: Und was natürlich auch der Fall ist, in vielen Ländern wo es eben ein bisschen brenzliger wäre, vorausgesetzt man kann noch sicher hinfliegen fehlen halt oft Linienverbindungen.

00:19:48: Wenn Linien-Verbindungen fehlen dann kommt der Privatflug bei den Leuten die sich leisten können zum Zug ganz einfach weil es sonst keine andere Mobilitätslösung gibt.

00:19:59: Ich denke zum Beispiel zurück bei Covid.

00:20:01: Da hatten sie tatsächlich, würde ich fast sagen Hochsaison.

00:20:04: also der innereuropäische Verkehr ist zwar stark zurückgegangen aber weltweit war es einfach fast die einzigste Möglichkeit von A nach B zu kommen.

00:20:15: Wir sind ja heute in einer Zeit wo wir auch sehr auf Klima und Umwelt schauen.

00:20:19: da ist glaube ich die Privatfliegerei auf kritisch angesehen.

00:20:24: Wie siehst du das?

00:20:25: Gibt es Strecken, wo du sagst.

00:20:27: Das sind Lehrflüge oder so Kurzstrecken, da hätte ich jetzt nicht sein müssen.

00:20:31: Ich muss sagen operativ direkt spürt man natürlich... Man soll wo's geht und weniger verbräuchern usw.

00:20:39: Das hat einerseits den ökologischen Grund, den umweltechnischen Grund auf der anderen Seite egal ob es jetzt Privatfliegereien sind oder Linienflügere wie auch immer.

00:20:48: Den Benzin muss man bezahlen.

00:20:49: deswegen keiner verbrennt freiwillig mehr Sprit als man muss, wenn es irgendwie anders geht.

00:20:55: Sicher, Privatfliegerei braucht natürlich in Durchschnitt viel mehr Spritt als andere Flüge aus einfachen Gründen dass gezielte Transportlösungen für wenige Menschen sind.

00:21:05: und wenn ich natürlich in einem Flugzeug wo ich keine Ahnung, zwanzig dreißig vierzig Leute reinkriegen würde mit zwei oder drei fliegt dann ist der Verbrauch auf die Leute unglaublich hoch.

00:21:17: Das geht nicht anders.

00:21:18: Besonders auf den Langstrecken hat das halt auch einen physikalischen Grund, wenn ich ein Flugzeug will dass weit fliegt kann ich kein super kleines Flugzeug bauen.

00:21:28: also das geht leider nicht anders.

00:21:31: Nichtdestotrotz finde ich einerseits ist allgemein die Branche sehr engagiert die Verbräuche zu reduzieren und sie sind auch sehr engagierend an modernen Technologien um den Ausstoß zu reduzieren, z.B.

00:21:46: die synthetischen Kraftstoffe sind auch immer weiter und immer mehr im Kommen.

00:21:51: was sich natürlich alle Fluggesellschaften wünschen würden ist das mehr und so einen billigen Preis kommen würde weil tatsächlich auch heute noch in den meisten Flughäfen gibt es Noch kein Saft, also man würde es gerne danken.

00:22:05: Aber es steht einfach nicht zur Verfügung.

00:22:07: und wenn es zur Verfügung steht dann sind die produzierten Mengen heutzutage noch viel zu gering.

00:22:13: Und geringe Verfügbarkeit, hohe Nachfrage ist natürlich teuer.

00:22:18: Man kauft's nicht so trotz.

00:22:20: aber ja das ist ein wenig die Situation.

00:22:23: Du

00:22:23: lebst in einem Rhythmus der Zeitzonen.

00:22:26: Wenn du unterwegs bist, hast siebzehn Dienst-Tage, dreizehn Freitage.

00:22:30: Das ist so dein Arbeitsrhythmus.

00:22:32: Verpasst man mit diesem Rhythmuss viel Privatleben von der Familie?

00:22:37: Hochzeiten, Geburtstage...

00:22:39: Ausflügungen!

00:22:40: Das ist nicht wieder einfach.

00:22:42: Vorteil ist diese siebzen und reizend ist recht rigide, sagen wir mal so.

00:22:46: also ich habe jetzt schon den Dienstplan bis November vom nächsten Jahr Also kann ich sehr gut planen.

00:22:52: Aber natürlich, wenn jetzt zum Beispiel ein Freund von mir plant gerade eine Hochzeit für nächstes Jahr... Ich habe ihm schon mal den Dienstplan geschickt.

00:23:02: Mal sehen wie wir das hinkriegen!

00:23:05: Es ist tatsächlich nicht immer einfach aber zum großen Glück muss ich sagen sehr planbar und dass Das hilft natürlich.

00:23:13: Du hast mir erzählt, du warst jetzt ein paar Tage im Bangkok dann in New York und Frankreich glaube ich.

00:23:18: was machst du wenn du mal einen Tag frei?

00:23:21: Ganz unterschiedlich also wenn wir irgendwo Brei oder Pause haben aber wie auch immer kann es sagen wir mal von vierzehn-sechzehn Stunden Minimum sein bis zu zwei Nächte.

00:23:32: das ist meistens was man so kriegt.

00:23:35: Man muss im Grunde fast immer mit einem Anruf rechnen.

00:23:39: Jetzt geht es weiter, was nicht dringend mit dem eigenen Flugzeug sein muss sondern wie zum Beispiel dieses Mal bin ich dann mit dem Linienflug nach Südkorea geflogen da bin ich erst praktisch aufs nächste Flugzeug zur nächsten Crew gestoßen und dann wieder weiter zu fliegen.

00:23:54: Und man sollte da halt immer ausgeruht sein ein wenig auch auf die eigene Gesundheit schauen.

00:24:00: Das heißt vorsichtig zum Beispiel mit dem scharfen Essen in Asien oder wo man ist, natürlich muss man irgendwann mal einen Night Market probieren aber man sollte sich halt den Stand gut ansehen bevor man einfach mal zugreift was noch ein großes Thema ist.

00:24:16: man muss halt auch zu Schlaf kommen.

00:24:18: ich für mich persönlich versuche allgemein je nachdem wie die Tage gerade laufen und wie mein Dienstplan gerade aussieht einerseits Wasser dass ich gut hydriert bin, auf dem zu achten und andererseits auch auf den Mahlzeiten.

00:24:31: versuchen schwere Mahlzeiten vor dem Schlafen gehen, zu meinen ausgewogenen Diets beim Frühstück zu haben.

00:24:38: Weil mir persönlich hilft es halt mit den ganzen Zeitumstellungen klarzukommen und dass ich trotzdem irgendwie zu schlaf komme weil wie gesagt ich bin ja in den zwei Wochen mal wieder einmal um die Welt und wenn das ganz brutal hergeht hatte ich schon ein paar Mal da dauert eine Runde um die welt vier oder fünf Tage Da einmal schläfst du bei Nacht, einmal schläft du bei Tag.

00:25:00: Einmal schläfs du... Keine Ahnung?

00:25:01: Ja!

00:25:02: Fünf Stunden da und vier Stunden dort.

00:25:04: Und wenn man da nicht ein wenig auf seinen Körper hört dann irgendwann hat man Schlafmangel.

00:25:10: das geht dann ja natürlich nicht mehr.

00:25:11: Du warst glaube ich auch schon öfter in Benin und im Kongo und hast da Lebensrealitäten gesehen die sich sehr von unseren unterscheiden.

00:25:19: Wie hat das deine Sicht aufs Leben, auf Südtirol verändert?

00:25:23: Also ich würde sagen, Benin war tatsächlich sehr berühmt wie Leute da leben.

00:25:29: Ist Benin sicher keine Ausnahme in Afrika?

00:25:31: Aber da hatte ich halt die Möglichkeit wirklich ganz nah dran zu sehen, wie Leute wohnen, leben und trotzdem irgendwie glücklich sind mit dem Grunde nichts.

00:25:43: also man muss sich vorstellen... Etlich viele Leute, die wohnen unter vier Holzstücken und ein paar Ballenzweigen auf der Straße oder halt auf dem Boden.

00:25:54: Und sie singen trotzdem und die tanzen trotzdem... Das war das Erlebnis für mich was mich so weit am meisten bewegt hat.

00:26:02: Nicht es so trotz egal wo man auch sonst hin kommt sei es auch in Anführungszeichen moderner Ländern wie jetzt bestimmte Orte in China oder Japan oder sogar bei den Amerikanern, es geht uns hier besser.

00:26:19: Okay!

00:26:20: Es trifft sicher sehr gut.

00:26:22: Am Schluss ist bei unserem Podcast immer drei Fragen die du spontan und schnell beantworten

00:26:28: solltest.

00:26:31: Fensterplatz- oder Gangplatz?

00:26:32: Wenn du selbst ...

00:26:33: Fenster, Fenster.

00:26:37: Sofort und schnell.

00:26:37: Und in

00:26:39: welchem Gegenstand würdest du dich niemals ins Cockpit setzen?

00:26:42: Sonnenbrille.

00:26:43: Du darfst morgen irgendwo landen, musst du aber ein Jahr bleiben.

00:26:46: Wo?

00:26:47: In Bozen!

00:26:50: Und weil es also schön ist und ich es mir noch aufgeschrieben habe vervollständige den Satz über den Wolken ist...

00:26:56: Immer schön wetter.

00:26:58: Vielen Dank, aber ich bedanke mich ganz herzlich.

00:27:01: Danke auch!

00:27:01: Und auch ganz lieben Dank an alle die uns zugehört haben.

00:27:04: Die nächste Folge des SWZ-Podcasts erscheint in zwei Wochen.

00:27:08: Wenn Sie in der Zwischenzeit Lust auf mehr Interviews und Berichte

00:27:12: aus Südtirold

00:27:13: Politik und Wirtschaft haben Dann gibt es jeden Freitag eine druckfrische

00:27:17: SWZ Oder sie

00:27:18: können uns online unter www.swz.it.

00:27:22: besuchen.

00:27:23: Bis zum nächsten Mal Machen Sie's gut.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.