Wie viel Arbeit braucht ein gutes Leben, Roger Pycha?

Shownotes

Die Spezialisierung zum Facharzt für Psychiatrie und Neurologie war nicht sein erster Berufswunsch – der hätte ihn ins Weltall geführt, verrät Roger Pycha. Dass er 130 E-Mails am Tag erhält, sieht er als ein Symptom einer vom Menschen selbst geschaffenen unmenschlichen Arbeitswelt, in denen Daten und Maschinen dominierten und die psychische Gesundheit leide. Der 67-jährige Bozner leitet den Psychiatrischen Dienst am Krankenhaus Brixen und spricht in dieser Folge über Burnout und Big Data, Arbeitssucht und Hilfesuchen, Muse und Maßhalten.

INFO Sie befinden sich in einer akuten Lebenskrise, Sie machen sich um jemanden Sorgen oder haben einen Menschen aufgrund eines Suizids verloren? Hier erhalten Sie Hilfe:

Psychologisches Krisentelefon: 800 101 800

Notruf: 112

Caritas-Telefonseelsorge: 0471 052 052 und www.telefonseelsorge.bz.it

Psychologische Dienste:

0471 435 001 (Bozen)

0473 251 960 (Meran)

0474 586 220 (Bruneck)

0472 813 100 (Brixen)

young & direct: 0471 155 1551 und schriftlich via WhatsApp 345 0817 056

Hier geht's zur aktuellen Ausgabe der SWZ: https://swz.it/aktuelle-ausgabe

Zu unseren Abos geht's hier: https://swz.it/unsere-abos-im-ueberblick/

Hier findet ihr uns in den Sozialen Medien Facebook | www.facebook.com/swz.it/ LinkedIn | www.linkedin.com/company/südtiroler-wirtschaftszeitung-swz/ Instagram | @suedtirolerwirtschaftszeitung

Transkript anzeigen

00:00:06: Glauben Sie nicht, dass da eher die Frage zu stellen ist, ob wir unsere Arbeitsplätze so schaffen, dass sie unmenschlich werden?

00:00:17: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Die SWZ trifft dem Podcast der Südtiroler Wirtschaftszeitung.

00:00:24: Zu Gast heute ist Roger Pycha, der hier am Krankenhaus Brixen als Primar den psychiatrischen Dienst leitet und nicht nur in die Köpfe von Menschen sondern auch hinter gesellschaftliche Fassaden blickt.

00:00:37: Mein Name ist Lisa Maria Gasser.

00:00:38: Ich bin Journalistin und Freimitarbeiterin bei der SWZ.

00:00:42: Herr Pycha, danke, dass Sie sich Zeit für dieses Gespräch nehmen.

00:00:44: Gerne, freu mich!

00:00:46: Kurz zur Roger Pycha hat in den medizinischen Studium in Innsbruck abgeschlossen und dann die Spezialisierung zum Facharzt für Psychiatrie- und Neurologie gemacht.

00:00:57: Nach Etappen in der Schweiz und in Österreich war er über 25 Jahre lang in der Psychiatrien Brunneck tätig und gut zwanzig Jahre davon als Primar des psychiatrischen Dienstes.

00:01:10: Die selbe Funktion übt er seit dem ersten September, also seit bald acht Jahren hier am Krankenhaus Prixen aus.

00:01:18: Roger Pycha wird als Psychiater und Psychotherapeut gerne und häufig zu Themen wie Depression darüber hat auch sein letztes Buch geschrieben Krisenbewältigung Essstörungen Burnout und Work-Life-Balance zur Rate gezogen, auch immer wieder von uns Journalistinnen und Journalisten.

00:01:36: Und er meldet sich aber auch selbst regelmäßig mit Gastbeiträgen und Kommentar zu Wort.

00:01:42: Hier sämtliche Tätigkeiten und Funktionen von Roger Pycha aufzuzählen würde den Rahmen sprengen.

00:01:49: deshalb seien nur Einige erwähnt die European Alliance Against Depression, das Studio oder Netzwerk Suizidprävention und das Netzwerk Essstörungen wo sich Roger Pycha engagiert.

00:02:01: Herr Pycha Sie haben vor ein paar Jahren einmal in einem Interview gesagt Ihre Liebe zum Beruf sei eine ständige Herausforderung für ihr privates Umfeld.

00:02:12: Würden sie von sich selbst sagen zu viel zu arbeiten?

00:02:18: Wenn Sie meine Frau fragen, wie wird Ihnen das sofort bestätigend?

00:02:21: Ich arbeite zu viel.

00:02:22: Für mich selbst ist es ein bisschen schwer zu ermessen weil ich die Arbeit so gerne mache und ich gebe zu da haben wir eine Art nachzistische Aufladung in uns.

00:02:31: Arztsein ist ein bisschen auch eine Droge.

00:02:34: dieses helfen können is ja nicht nur etwas Schönes sondern leider auch etwas zum Teil so stark belebendes, dass man davon auch nicht leicht lässt.

00:02:47: Also für andere Leute wichtig zu sein ist ja so berückend das man sich daran gewöhnt und dann diese Wichtigkeit auch gar nicht mehr gerne einböst.

00:02:56: Ich glaube ich bin auf diesem Weg gewesen und stelle mich jetzt darauf ein, dass ich in absehbarer Zeit die Pension gehe und von dem ganzen Abstand nehme von der beruflichen Trubel.

00:03:09: Deshalb auch etwas objektiver auf das Blicke, was ich jahrzehntelang gemacht habe.

00:03:14: Nämlich ganz viel in den Beruf investiert.

00:03:18: Vielleicht ist das die richtige Definition?

00:03:19: Ich hab sehr viel in meinen Beruf und als berufliche Umfeld investiert!

00:03:25: Sie haben das Stichwort Droge genannt.

00:03:28: Drogen werden häufig mit Sucht in Verbindung gebracht.

00:03:33: Gibt es so etwas wie Arbeitssucht?

00:03:36: Auch als Krankheit.

00:03:37: Und was sucht man da in der Arbeit?

00:03:41: Es gibt die nicht substanzgebundenen, nicht stoffabhängigen Süchte und die werden etwas landläufig so beschrieben natürlich.

00:03:49: Die Arbeitssucht war gehorlig sein gehört dazu.

00:03:52: auch die Kauf-Sucht gehört dazu.

00:03:54: es gehörte im strikteren Sinn dann als Erkrankung vor allem die Magersucht dazu Und wenn Sie so wollen, im wörtlichen Sinn auch noch die Eifersucht.

00:04:06: Die mit Leidenschaft sucht was Leidenschaft sozusagen.

00:04:11: und jetzt diese Süchte sind Verhaltensweisen bei denen es darauf ankommt dass wir sie selbst kontrollieren können.

00:04:18: und wenn wir im Stande sind sie in einem sozial zuträglichen Maß zu kontrollieren Dann sprechen wir von einem bewältigten potenziellen Suchtverhalten.

00:04:28: Das gilt auch fürs Essen, das gilt natürlich auch fürs Trinken und beim Trinken.

00:04:32: Und beim Essen kommen dann die Substanzen ins Spiel.

00:04:35: Wir haben keine Ahnung wie sehr wir abfahren auf Zucker- und zuckerhaltige Nahrungsmittel.

00:04:40: Und die Industrie weist das und mischt Zucker überall hin weil damit wird das entsprechende Nahrungsmittel besser konverserviert und deutlich besser häufiger verkauft.

00:04:51: Viel zu arbeiten ist ja gesellschaftlich eigentlich positiv besetzt, wer viel arbeitet gilt als leistungsfähig erfährt Anerkennung wird gelobt und im besten Fall auch befördert.

00:05:05: Aber wo kippt das dann?

00:05:06: Also ab welchem Punkt wird das dann gefährlich?

00:05:10: Wo hört vielleicht eben die Leidenschaft auf und fängt dann so... Das

00:05:16: Leid an.

00:05:17: Genau!

00:05:17: Das Leit an

00:05:21: Genau das ist der Punkt.

00:05:22: Das ist ein sozialer und psychologischer vor allem, der soziale kommt vom Umfeld.

00:05:26: Wenn meine Partnerin sagt du ich schaffe es mit dir nicht mehr weil du nur mehr an die Arbeit denkst oder nur von der Arbeit versetzt bist dann ist das ein Kipppunkt ja?

00:05:37: Und sie sag's im Voraus bevor es zur Trennung kommt.

00:05:40: so wenn ich selbst merke Ich bin so erschöpft dass sich nicht mehr anders kann.

00:05:46: Ich drehe mich in diesem Kreis da, im Hamsterrat des Arbeitens und glaube ich muss er.

00:05:51: Weil ich so am ehesten von allen Leuten geliebt werde noch mehr tun, noch mehr Verantwortung auf mich laden, noch mir Leuten behilflich sein dann bin ich ihm sogenannten Helfer-Syndrom gefangen.

00:06:02: es gibt ja sehr schöne plastische Ausdrücke für das ganze.

00:06:06: oder ich bin einfach in der Burnout Schleife.

00:06:09: Und dieses Burn-out ist für mich noch das griffigste All dieser Konzepte.

00:06:13: Das wurde in der Mitte des Jahrzehntes von Herbert Freudenberger beschrieben an Sozialarbeitern in New York.

00:06:21: und an eigener Erfahrung, also auch an Selbsterfahrung.

00:06:24: Das ist relativ wichtig für solche Konzepte.

00:06:27: D.h.,

00:06:28: der Freudenberger hat gefunden das es Sozialarbeiter gab die mit drogensüchtigen arbeiteten und die waren Feuer- und Flamme.

00:06:34: wir helfen den Schwächsten in der Gesellschaft den größten Außenseitern denen die keine Chance haben außer durch uns!

00:06:41: Und nach ein zwei Jahren hat er gemerkt waren die eifrigsten die engagiertesten Sozialarbeiter diejenigen die am häufigsten vom Arbeitsplatz gefehlt haben, die einfach immer wieder abwesend waren.

00:06:54: Die keine Lust mehr hatten weiterzumachen und die vor allem sehr sachkastisch über ihre Schutz an Befohlenen gesprochen haben.

00:07:02: Die dann gesagt haben wir, die können sich da die Drogen hinein hauen, die verkommen in ihr um Rausch und haben schöne Träume, während wir für sie der Arbeitsplätze und Unterkünfte und sicheres Leben besorgen sollen!

00:07:16: Ja, sind ihr ganz verblödet oder was?

00:07:19: Also praktisch der Auftrag, der Arbeitsauftrag.

00:07:22: Der Hilfeauftrag ist ihm betroffenen Helfer verloren gegangen.

00:07:27: Das hat er bemerkt und beschrieben und hat dann diese Entwicklung... Es ist bis heute keine definierte Krankheit!

00:07:35: Diese Entwicklung als Burnout, als ausgebrannt sein bezeichnet und das Ganze um die Welt gegangen, weil zunächst einmal helfende Berufe davon betroffen waren und man hat dann gut definiert.

00:07:49: Helfende berufe das sind eben Sozialarbeiter im ersten Abdruck aber dann vor allem auch pflegende Berüfe Pflegerinnen, Pflegar, Ärzte, Lehrer, Pfarrer also Geistliche Menschen die anderen Menschen beistehen und helfen wollen und dabei in diese Prädulie des ausgebranntes Science kommen können.

00:08:08: Das war relativ interessant, nicht besonders.

00:08:11: Als man dann entdeckt hat Hoppler solche Phänomenen des ausgebrannt seins treten auch auf bei Spitzenmanagern.

00:08:19: Bei den Leuten die wahnsinnig viel verdienen, die vielleicht nur eine wichtige Entscheidung alle fünf Tage treffen müssen aber die muss halt die Richtige sein und die sich extrem gestresst verhalten dann weil sie nicht genau wissen was sie tun sollen Unstehtheit ihres Berufs mit häufigem Wechseln auch von Kontinenten, Flügen, Flugreisen Präsenzen da und dort Konferenzen ebenso ausbrennen.

00:08:45: Dann hat man entdeckt es gibt eine dritte Risikogruppe.

00:08:47: das ist hochinteressant.

00:08:48: Das sind die vor allem mehrfach belasteten Frauen also Frauen die allein stehen sind Die Mütter die Kinder erziehen müssen die den Haushalt werfen müssen.

00:08:57: Diese Mehrfachbelastung kann auch auftreten ohne dass eine Frau alleine stehend ist.

00:09:02: Also einfach, weil hier ganz viele Rollen zugemutet werden und sie diese auch akzeptiert.

00:09:06: Und natürlich gibt es inzwischen auch mehrfach belastete Männer.

00:09:10: Und als allerletzte Risikogruppe fürs Burnout gibt es seit fünfzehn Jahren circa Menschen die viel in anonymen Organisationen arbeiten.

00:09:20: Weil die Organisationsstruktur selbst zum Burn-Out oder ins Burn Out treiben kann.

00:09:27: Da gibt es oft nicht klare Verantwortlichkeiten, ganz wenig Kontakt zu anderen Menschen, zu Vorgesetzten oder Mitarbeitern und gerade in unserer virtuellen Vernetzung jetzt dann auch so gut wie gar kein Lob.

00:09:40: Ganz wenig Feedback!

00:09:42: Und auch das macht Menschen ausgebrannt zum großen Teil.

00:09:46: Deshalb ist es ein Trämer, dass sich mit der Zukunft unsere Arbeitsplätze eigentlich gut deckt.

00:09:52: Wir müssen aufpassen, dass wir nicht in einer Umwelt arbeiten die uns ausbrennen lässt.

00:09:57: Zusammengefasst Geht es beim Burnout nicht nur um das Arbeitsbendsum, sondern da spielen auch andere Faktoren hinein?

00:10:05: Das

00:10:05: ist tatsächlich so.

00:10:07: Wir wissen natürlich, dass Menschen vom Burn-Out viel leichter belastet sind wenn das Umfeld Belastungen trägt also wenn ich in einer Scheidung oder Trennung bin eine lieben Menschen verloren habe Wenn ich Konflikte auszustehen hab Wenn ich mit meinen Nachbarn prozessiere.

00:10:21: All das schläge dann zusätzlich zu Buche beruflichen Schwierigkeiten, weil Burnout ist definiert als eine Störung wenn man will die vom Beruf ausgeht.

00:10:35: Von beruflicher Fehlbelastung oder Überbelastungen herrührt.

00:10:40: und dieses Burn-Out ist auch sehr gut beschrieben worden am besten von der Christina Maaslach der bedeutsamsten lebenden Forscherin die in Berkeley ein dreidimensionales Modell entwickelt hat.

00:10:52: und sie sagt Diese Kriterien, das erste Kriterium ist ich fühle mich subjektiv erschöpft.

00:11:00: Und das trifft hier viele Menschen zu!

00:11:02: Viele Menschen fühlen sich im Beruf und durch den Beruf schon monatelang, eventuell jahrelang subjektif erschöpfst.

00:11:09: Das reicht aber noch nicht.

00:11:10: Als zweites Kriteriums für ein Burnout führt diese berufliche Belastung dazu dass Ich von meinen eigenen Bedürfnissen entfremdet bin.

00:11:23: Also ich fange an zynisch zu werden.

00:11:25: Ich fang an, zu merken dass die Leute, die bei mir Hilfe suchen es eigentlich viel besser haben als ich und darum sollte ich im Grunde an ihrer Stelle sein.

00:11:34: aber ich fang auch an mein hohe Bedürfnis nach Gesellschaft, nach Hygiene, nach Bewegung, nach Ablenkung, nach Hobbys usw.

00:11:46: hintanzustellen weil ich da dauernd im Berufs trott bin eher mehr Anerkennung zu kriegen, also leichter geliebt oder leichter beachtet zu werden.

00:12:00: In diesem Teufelskreis bin ich also im zweiten Kriterium des Burnout und das dritte Kriterum des Burnouts ist dann wenn meine Leistungsfähigkeit tatsächlich von außen beobachtbar objektiv abnimmt weil ich bereits so erschöpft bin und weil ich mich dauernd weiter in diese Erschöpfung hineintreibe.

00:12:18: Wenn alle drei Kriterien erfüllt sind dann spricht man eigentlich von Burnout und man weiß, dass diese unterschiedliche Bewertung dieser drei Kriterien zu ganz unterschiedlichen Zahlenanlass gibt.

00:12:31: Also wir sprechen davon das es immer wieder heißt ja, dreißig Prozent aller Lehrer sind im Burnout oder fünfzig Prozent aller Pflegerinnen an AIDS-Stationen und an onkologischen Stationen sind in Burnout.

00:12:43: okay?

00:12:44: Das stimmt wenn das Kriterium für Burn out ist die mindestens monatelange subjektive Erschöpfung.

00:12:52: Aber wenn die anderen zwei Kriterien dazukommen müssen, damit ich von Burnout spreche, dann habe ich nicht fünfzig Prozent oder dreißig Prozent Betroffene.

00:13:01: Sondern da hab' ich so gemacht in unserem Gesundheitssystem bei einem anlässlich einer Umfrage, die sehr gut war vor mehreren Jahren im Brixen und den Bootsen.

00:13:11: Dann komme ich auf zwei bis drei Prozent Burn-Out Betroffe.

00:13:16: Das heißt, um den Faktor zehn schwankt das Ganze.

00:13:19: Wenn ich jetzt statt eines Kriteriums soll nur alle drei Kriterien anwende?

00:13:25: Ich habe Zahlen aus Deutschland gefunden im Gesundheitsreport der Deutschen Angestelltenkrankenkasse DHK vom letzten Jahr.

00:13:33: Da haben mehr als ein Viertel der Befragte Beschäftigten angegeben in den Wochen vor der Befrage depressive Symptome gehabt zu haben.

00:13:41: Bei den Jüngeren, den achtzehn bis vierundzwanzigjährigen waren es sogar sieben und dreißig Prozent.

00:13:46: Und einer der Studien herausgeworden hat dann festgestellt, Burnout ist die neue Pandemie bei den Jüngern.

00:13:53: Sie haben vorhin einen Risikogruppen aufgezählt.

00:13:56: gehören da junge Menschen auch dazu?

00:13:59: Und falls ja woran liegt das?

00:14:02: kann man sagen dass jungen der Arbeitswelt Also den Anforderungen der Arbeitswelt nicht gewachsen sind.

00:14:09: Vielleicht

00:14:10: ist es schon auch so, dass die Arbeitswelt sich gewaltig verändert und dass wir da Entwicklungen haben, die sehr schnell sind und sehr unmenschlich.

00:14:18: Wir unterwerfen uns gerade mit Big Data und mit der virtuellen Vernetzung der Logik der Apparate, der Logiz zuletzt auch der künstliche Intelligenz.

00:14:27: was kann die gut?

00:14:28: Die kann sehr gut viele Daten ganz rasch vergleichen.

00:14:32: Was können wir als Menschen gut hingegen?

00:14:34: Wir als Menschen können ganz gut Geschichten erklären, erzählen und auch Geschichten aufnehmen.

00:14:40: Tausende Daten in Sekunden schneller verarbeiten können wir hingegen nicht!

00:14:44: Aber wir passen uns an diese von uns konstruierten Apparate und dann die künstliche Intelligenz in jeder Weise an.

00:14:51: Wir fragen jetzt ganz viele Details, wir brauchen überall Fragebögen die ausgefüllt werden.

00:14:58: Ich merke selber bei einer psychiatrischen Visite klopfe ich inzwischen dreißig Kriterien ab.

00:15:03: früher haben mir zwei bis drei gereicht.

00:15:05: was heißt das?

00:15:07: dass sich pausenlos zwar geistig tätig bin aber auch relativ viel nutzloses Mitschleppe also sozusagen Lärm erzeugt oder Müll mit mir trage und dann nicht so leicht auf das ganz Wesentliche fokussieren kann.

00:15:21: Das ist, glaube ich die Gefahr der Zukunft!

00:15:24: Und wenn wir an fast allen Arbeitsplätzen bürokratisch und elektronisch und vernetzungstechnisch so belastet sind – weil wir auch nicht mehr einen Brief pro Woche kriegen von unserer Verwaltung sondern ich zum Beispiel hundertdreißig E-Mails am Tag von denen die meisten schon wegklickbar sind, aber ich muss sie mir zunächst mal kurz ansehen und dann entscheiden.

00:15:47: Also muss sich nicht einmal pro Woche eine Entscheidung für eine Antwort treffen, sondern auch hundertdreißigmal am Tag ganz kurze Entscheidungen.

00:15:54: was mache mit dem Zeug?

00:15:55: Und bei vielleicht fünfzehn dieser Briefe muss ich denn auch Antworten schreiben.

00:16:00: wie sinnvolle sind?

00:16:01: das kann ich inzwischen schon zum Teil der der künstlichen Intelligenz übertragen, aber auch die muss sich erneut kontrollieren.

00:16:07: Das heißt, der Aufwand des Verfahrens ist ja nicht verdoppelt oder verdreifach.

00:16:12: Der ist vorhundertfach dazwischen!

00:16:14: Das merken wir nicht.

00:16:16: und jetzt kommt uns dann vor Wir sind ausgebrannter oder wir sind erschöpfter Und haben eigentlich nur Informationen hin- und hergeschobene ganzen Tage und noch gar nicht körperlich gearbeitet, wofür wir Menschen hier eigentlich auch geschaffen sind.

00:16:29: Wir sind da in der Schmal-Situation, dass wir einen Großbereich von uns nicht aktivieren und nicht nutzen und einen anderen Großbereich den Gehirntechnischen fast schon überstrapazieren.

00:16:41: Weil das alles jetzt in diese Richtung der Informationsverarbeitung auf höchster Geschwindigkeit läuft.

00:16:49: Glauben Sie nicht, eher die Frage zu stellen ist, ob wir unsere Arbeitsplätze so schaffen, dass sie unmenschlich werden.

00:16:55: Es sind im Stande gewesen, unsere Großstädte so zu verbauen, dass Sie kaum mehr menschlich sind und wir bauen das nächste jetzt auf der Arbeit nach.

00:17:03: Da müssen wir sehr vorsichtig

00:17:05: sein.".

00:17:06: Sie haben vorhin gesagt, dass die Zahlen da vom Burnout-Betroffenen schwanken oder sehr stark auseinandergehen.

00:17:13: aber stimmt die Feststellung, Arbeitswelt mit diesen neuen Arbeiten und auch vielleicht mit dieser ständigen Erreichbarkeit, das Risiko für Burnout steigt.

00:17:25: Absolut!

00:17:26: Vor allem auch das Risika für Depressionen wie die es ja hier sehr schön belegt haben.

00:17:31: Herbert Freudenberger hat zwölf Stufen hin zum Burnout beschrieben.

00:17:36: Die Zwölfte ist der vollkommene psychophysische Zusammenbruch und die elfte Stufe ist die Depression, also er hat tatsächlich beschrieben dass die Depression ein notwendiger Schritt hin zu den Burnouts ist.

00:17:49: Umgekehrt ist es nicht so, es gibt praktisch kein schweres Burnout in dem Depressionen nicht vorkäme.

00:17:55: Ungekehrt gilt aber nicht.

00:17:57: Es gibt nämlich viele Depressionen, in denen Burnout keine große Rolle spielt.

00:18:01: Das ist wahr!

00:18:03: Also die beiden Dinge sind nicht gleichzusetzen.

00:18:06: Bezogen auf das was wir heute leisten müssen ja Wir entkommen dem Ganzen ja nicht.

00:18:13: Wir entkommend im Zeitkreis nicht.

00:18:16: Der Geschwindigkeit auch nicht.

00:18:18: Das heißt es muss seine Anpassung Bewegung erfolgen und da sind wir noch nicht, uns allen nicht ganz klar wie das geschehen kann.

00:18:26: Die längste Zeit war es ja auch beim Lernen so dass wir gesagt haben okay eine halbe Stunde dreifelstunde Aufnahmefähigkeit wird dann mit zehn Minuten Pause beantwortet damit wir auf andere Gedanken kommen können.

00:18:38: Wir als Menschen sind kognitiv sehr fake umzuschalten weil uns das Umschalten entlastet.

00:18:44: Heute sind wir allerdings gezwungen umzuschalten, weil alle paar Sekunden oder Minuten irgendein Beepstone uns sagt das eine neue Message angekommen ist.

00:18:54: Oder jemand anruft oder eine neue E-Mail eintrodelt und so weiter.

00:18:58: Das heißt ich habe noch die alten Statistiken vor Augen als es geheißen hat man braucht durchschnittlich fünf Minuten um sich von einer Arbeitsweise oder von einem Medium auf ein anderes einzustellen und man wird durchschnittlich alle elf Minuten durch ein solches anderes Medium gestört.

00:19:16: Heute sind diese Zeiten extrem zusammengereckt, wir dürfen uns nicht mehr fünf Minuten leisten um es einzustelle wenn wir vom Handy umstellen und in den PC einsteigen.

00:19:25: das wäre viel zu langsam.

00:19:27: ja

00:19:27: dass müssen wir ihn zwanzig Sekunden, dreißig Sekunde schaffen und sonst sind wir mit der Maschine böse, weil sie das Programm nicht gleich starten.

00:19:36: Aber wir begeben uns davon einer Welt, der privaten Informationstechnologie plötzlich in eine ganz andere Welt die berufliche und empfinden es dann fast als fehlerhaft wenn das nicht sofort gelingt.

00:19:49: Mir fällt da der Papster.

00:19:51: Der neue Papster hat das ganz kluges gemacht.

00:19:53: er hat diese Enzykliker geschrieben Magnifika Humane Das Erschreibt Wir müssen uns eigentlich daran halten, was wir urmenschlich sind.

00:20:04: Wir sind fehlbar!

00:20:06: Wir sind unvollkommen!

00:20:08: Die Maschinen demonstrieren uns eine Geschwindigkeitsvollkommenheit, eine Datenvollkommenkeit und wir beweisen menschlich das Gegenteil und das wissen die uns aber auch schon so verhalten dass unsere Arbeitsplätze diese Unvollkommenheid Beinhalten dürfen.

00:20:23: Wir dürfen uns nicht eine Umwelt schaffen, in der wir praktisch weil wir so fehlerhaft sind, nicht mehr vorkommen können und das wird die Herausforderung der Zukunft.

00:20:33: Da werden wahrscheinlich auch die Führungskräfte eine entscheidende Rolle spielen.

00:20:36: Absolut,

00:20:37: wenn wir jetzt von Mitarbeitern ganz viel verlangen von uns selbst und dann vom Mitarbeiter auch ganz viel Bürokratie und bürokratische Erfüllungen verlangen das sind alles so dringliche Termine weiß ich nicht.

00:20:46: wichtig sind sie sind nicht lebenswichtig man überlebt trotzdem.

00:20:49: aber wehe wenn du da einen Termin um zehn Tage überschritten hast er bricht dann die Welt zusammen.

00:20:54: dafür bestrafungshalber muss man für fünf andere Prozeduren durchführen.

00:20:58: Das ist nicht klug Das ist nicht Menschen.

00:21:02: Nein, sondern das ist Bürokratie-Froh!

00:21:05: Und wir sagen ja alle wollen Bürokrate bekämpfen aber man schafft es ganz offensichtlich nicht.

00:21:10: Da müssen wir glaube ich mit dem Sammeln und Verteilen von Informationen viel sparsamer umgehen.

00:21:16: Die Big Data Welt hat uns da was eröffnet wo die Maschinen uns natürlich meilenweit überlegen sind.

00:21:23: Aber was macht das mit uns Menschen?

00:21:25: Es hat glaube schon daran dass diese Zahlen stimmen.

00:21:28: die modernen Arbeitsplätze sind gefährdender als die Alten.

00:21:32: Depression nimmt sowohl zu, als auch wird Depression häufiger gezählt und häufiger als Grund benutzt Hilfe zu suchen.

00:21:43: Wir haben ja auch dafür große Belege.

00:21:46: Menschen sind heute viel extrovertierter, sie schämen sich nicht aufgrund psychischer Währigkeiten Hilfe zu holen weil Sie wissen es gibt Hilfe!

00:21:55: Es gibt gute psychologische Techniken, es gibt Psycho-Educationes und Psychotherapie.

00:22:00: Es gibt auch hilfreiche Medikamente die bei psychischen Störungen einfach gute Stützen sind.

00:22:07: Fällt es da auch Männern mittlerweile leichter, sich Hilfe zu holen?

00:22:11: Weil psychische Gesundheit ist ja vielleicht ein Thema, um dass sich Männer weniger kümmern.

00:22:17: Da haben

00:22:17: Sie recht!

00:22:18: Wir wissen das in den wesentlichen psychiatrischen Störungen Frauen doch häufiger betroffen sind als Männer mit Ausnahmen des Aufmerksamkeitsdefizit-Syndroms, das bei Männern häufiger auftritt.

00:22:30: aber Angststörungen und Depressionen die treten häufiger bei Frauen auf entsprechen sie Frauen noch sehr viel sensibler auf ihr Gefühlsleben, und das müssen sie auch.

00:22:37: Sie sind ja aufgrund ihrer Fortpflanzungsfähigkeit ganz andere Hormonellen- und emotionalen Schwankungen unterworfen.

00:22:44: Wir Männer wissen das und wir tun es da leicht relativ konstant zu sein, weil die Hormonellen ja unglaublich langweilig abgebildet sind.

00:22:50: Und in dieser Dualität werden wir uns natürlich gut ergänzen.

00:22:56: aber es ist wahr, Männer haben ein geringeres Sensorium tendenziell als Frauen und sind sogar etwas anders vernetzt Tendenziell im Gehirn, also in derselben Hirnhärfte mehr.

00:23:07: Das erleichtert einfache motorische Antworten.

00:23:10: Frauen haben vielmehr Querverbindungen im Gehör und tendenziell.

00:23:13: das erleichterte komplexe soziale Antworten.

00:23:16: Und auf dieser Basis ist es nicht ganz verwunderlich dass in Europa Frauen sogar doppelt so häufig zum Arzt gehen wie Männer.

00:23:25: Sie sind nicht doppeltso gesund aber etwas mehr vorbeugungsfreudig und vorbeugsbereit sind.

00:23:31: sie und wir Männer können das einfach lernen.

00:23:34: In der modernen Gesellschaft sind einige Turgenden angesagt, die jetzt nicht wie allermännlichsten sind.

00:23:40: Zum Beispiel kompetente Hilfesuche, kompetentes rasches Hilfe, Hohlverhalten aber auch das sich beraten und beraten lassen.

00:23:49: Wenn ich mich nicht mehr weiter weiß, frage ich andere.

00:23:52: Das galt lange Zeit als nicht sehr männlich.

00:23:55: Der männliche Held ist allein und schafft es oder zerbricht an seine Aufgabe.

00:24:00: Die weibliche Kluge Frau fragt ihre Freundinnen die weitere Fragen, bis man eine klare Aussage hat zum Risikoprofil.

00:24:09: Und sobald das erruiert ist wird es zurückgemeldet.

00:24:12: und dann versucht sich die Betroffene, wenn wir mal jetzt geschlechtstypisch Frau, sich dem Risiko zwar auszusetzen aber möglichst nicht allein begleitet gerne auch von Männern damit dass Ganze ein bisschen auf andere Leute verteilt werden.

00:24:26: Sich Hilfe zu suchen, das wird ja auch oft als Schwäche empfunden, oder?

00:24:33: Eben.

00:24:33: Das ist schon eine Geschichte die wir vielleicht verändern dürfen.

00:24:37: Ich denke, wir studieren ja auch ganz stark die Suizidraten und Südtirol hat eine hohe Rate gehabt, besonders hohe rate im Jahr nineteen neunzig.

00:24:45: Wir haben jetzt eine suizidrate die auf die Hälfte gefallen ist.

00:24:48: Überall auf der Welt geschieht das in Südturol vielleicht besonders deutlich.

00:24:52: Da haben wir auch eine Entwicklung mitgemacht, die jetzt ganz ganz spezifisch ist seit mindestens gut zwanzig Jahren.

00:24:59: Wir machen viel Werbung, warum das Betroffene sich einfach Hilfe suchen soll.

00:25:03: Dass es keine Schande ist, Hilfe zu suchen und wir machen natürlich auch viel Aufhebenes darum dass man als Nachbar den Nachbarn in Not zieht und dann die richtige Hilfe gibt.

00:25:14: Das heißt lasst den Menschen nicht allein!

00:25:16: Und ruft du Fachleute hundert zwölf damit die unter dieser Notrufe nun mal sich um den betreffenden erschütterten Menschen kümmern können.

00:25:25: Würden Sie sagen, dass da der Arbeitgeber eine Eine Rolle spielt oder auch den Auftrag hat sich die psychische Gesundheit der Mitarbeiter zu kümmern.

00:25:33: Das ist echt sozusagen ein neues Anliegen!

00:25:37: Wir haben ja der Schule viele Aufgaben zugetalten, Gesundheitserziehung und soziale Kompetenzerziehungen.

00:25:43: Und inzwischen kriegt er Arbeitgeber weil der Arbeitsplatz so hoch bewertigt wird – fast muss ich sagen leider Gottes jetzt Zusatzaufgaben!

00:25:50: Er soll auch ein guter Unterhalter sein, er soll die Leute motivieren können, er sollte zum anderen aber auch im Stande sein sie nicht zu überlasten und darum relativ viel Einblick haben also viel Empathie entwickeln in die persönliche und private Lage des Betroffenen.

00:26:04: solche Arbeitgebers wünschen.

00:26:05: Man wünscht sich auch solche Mitarbeiter.

00:26:09: Kriegen tut man dann ein Putpori aus allen möglichen Charakter und Haltungen, Arbeitgeber fühlen sich heute auch ganz schwer belastet weil sie sagen jetzt für den ganzen Psychogramm habe ich nicht Zeit!

00:26:18: Ich muss bitte auf den Gewinn schauen und die Produktion ja?

00:26:22: Und das ist wahr.

00:26:24: wir müssen da einen Kompromiss erzeugen.

00:26:26: es ist schön wenn wir eine menschenliche und menschenei Arbeitsstätte haben aber Zunächst kommt einmal glaube ich die Arbeitsleistung und zunächst kommt ein Ablauf des Ganzen, weil wenn ich nicht produktiv bin dann ist das Unternehmen in Gefahr.

00:26:46: Dann wird es womöglich diesen Arbeitsplatz bald nicht mehr geben.

00:26:49: Da einen Gleichgewicht zu finden und da nicht in die eine oder andere Richtung zu kippen ist relativ schwierig und braucht auch viel Resilienz, viel Standhaftigkeit vom Arbeitgeber selber.

00:26:59: Aber ich merke so im Umgang mit Unternehmern, dass die das häufigstens schon haben.

00:27:03: Die schauen natürlich schon sehr gezielt und gut auf den eigenen Gewinnzunex danach auf das fortbestehende eigenen Firma und in dritter Linie dann durchaus auch sehr auf Arbeitnehmer.

00:27:16: Ich möchte noch das Stichwort Work-Life Balance Aufgreifen.

00:27:20: ist ja diese Vorstellung davon, dass man einen Ausgleich zwischen der Arbeit und dem Leben findet.

00:27:26: Kann so eine saubere Trennung zwischen Arbeit und den normalen Leben unter Anführungszeichen überhaupt gelingen?

00:27:34: Das ist ja schon eine ganz, ganz künstliche Trennung!

00:27:38: Also das ist so ein bisschen wie das Leibseele-Problem in der Philosophie.

00:27:42: Da weiß man nicht, was gehört jetzt ganz zum Leib und was gehört zur Seele?

00:27:45: Was ist Denken?

00:27:46: Ist denken ein Prozess im Gehirn?

00:27:47: oder ist denken etwas Biochemisches dort?

00:27:49: Oder ist denken der reine Geist und sonst nichts?

00:27:53: Ein bisschen haben wir das da mit der Freizeit und der Arbeit.

00:27:58: Es gab im Mittelalter Leute die waren so mächtig dass sie die ganze Zeit Mose hatten.

00:28:03: Die mussten also praktisch nie was tun.

00:28:04: Das war sozusagen ihr Kriterium von sozial hochstehend.

00:28:08: Die Könige und so weiter, die waren eigentlich nicht in einer Arbeit drin sondern im Präsentieren und dem Verteidigen ihrer Positionen.

00:28:17: Und dann gab es natürlich Leib-Eigene, die mussten praktisch die ganze Zeit ohne jeden Urlaub arbeiten.

00:28:22: Zum Glück haben wir das demokratisiert.

00:28:24: Aber wir können natürlich nicht die moderne Leben genau unterscheiden.

00:28:28: Was ist jetzt Freizeit und was ist Arbeit?

00:28:31: Weil wir ja auch auf der Arbeit und in der Arbeit relevante soziale Bedürfnisse unterbringen.

00:28:37: Wenn ich daran denke, dass sechzig Prozent aller Ehren eigentlich durch Kontakte am Arbeitsplatz geschlossen werden, dann müssen wir daraus ableiten das da relativ viele Erotik im Spiel ist wo es nur um Arbeitsleistung ginge.

00:28:48: aber wir sind halt als Menschen im Stande mehrere soziale Interessen gleichzeitig zu befördern Und umgekehrt dieses große Bedürfnis, aus der Arbeit auszutreten und abzuschalten.

00:28:59: Das schon ist das Wichtiges Modernes und Neues!

00:29:02: Das werden wir immer mehr pflegen müssen.

00:29:04: Also je mehr mir belastet werden durch Hunderdreißig solche E-Mails am Tag, desto eher werden wir am Ende einen Aschrahmen aufsuchen oder ein Zehn Kloster und uns zehn Tage zurückziehen in die Einsamkeit und dann nur die Stille erleben und fast nicht glauben dass es so was gibt oder irgendwo auf einen Gipfel gehen und da bemerken.

00:29:25: Mein Gott, es gibt keinen Handyempfang!

00:29:27: Wie ruhig ist das hier?

00:29:29: Eine gute Zeit zum Abschalten ist die Sommerzeit, die Urlaubszeit.

00:29:34: Reichen da zwei-drei Wochen Urlaub um wirklich seinen Reset mal zu machen im Kopf Oder geht man da nicht oft mit zu hohen Erwartungen auch in den Urlaub?

00:29:45: Natürlich belasten wir den Urlaub so hoch wie häufig Weihnachten oder Ostern, dann wird er besonders gestritten statt besonders friedlich zu sein.

00:29:52: Das alles gibt es natürlich in der Kontrapunktik des sozialen Lebens aber genau genommen wissen wir schon dass ein Urlaub der zwei Wochen dauert anfängt zu entlasten und in der dritten Woche ist man meistens gut ausgeklinkt.

00:30:06: also wir leisten uns heute knapp dieses Maß.

00:30:09: Also diese zwei Wochen sind zu sagen das Mimum, dass man Urlaub haben müsste und die drei Wochen sind dann sozusagen der angenehme Teil wo ich wirklich komplett ausgeklinkt in der dritten Woche was anderes erlebe.

00:30:22: Ich komme dann an den Arbeitsplatz zurück und da häuft sich dann in der Zwischenzeit vieles und das böse ich in gewisser Weise und trotzdem brauche ich diese Auszeit immer wieder.

00:30:31: also ich würde an dem festhalten wollen.

00:30:32: Urlaub ist eine wirklich tolle Erfindung der Menschheit und wir sollten sie häufiger und mehr benutzen Wenn es den Gelänge einen ganzen Monat im Jahr einzuführen, sozusagen nahtlos aneinandergereitet, reißig Tage.

00:30:45: Ja das wäre eine Stufe mehr!

00:30:47: Wenn Sie jetzt auf eine Formel bringen müssten... Wie viel Arbeit braucht ein gutes Leben und wie viel Leben braucht gute Arbeit?

00:30:56: Auf mich da der richtige Mensch dafür bin.

00:30:58: Wir arbeiten um zu leben.

00:31:01: Wir leben hoffentlich nicht nur um zu arbeiten.

00:31:03: Das ist die Geschichte.

00:31:04: Also wenn wir arbeiten guter Teil meines Lebens ist und auch ein wichtiger Teil.

00:31:09: Und wenn ich dann aber auch im Stande sein kann, diesen wichtigen Teil beiseite zu legen und loszulassen... Es ist die mit einer ganz wichtigen Beziehung!

00:31:18: Wir glauben wir sind untrennbar in der Beziehungen und das geht auf ewig und das versprechen wir auch bei der Heirat und so.

00:31:25: Und am Ende kann vieles passieren.

00:31:27: vor allem passiert irgendwann der Tod und da ist man allein auch schauen wie man weiter kommt.

00:31:33: Und wenn ich auf das vorbereitet bin im Grunde mental, dann tue ich mich damit eigentlich leichter.

00:31:39: Nichts besitze ich sicher und die Arbeit nicht.

00:31:41: Darum ist es ganz gut, wenn ich mich immer wieder in Urlauben versuche davon zu lösen oder zumindest zu entfernen.

00:31:49: Es ist meine soziale Rolle wichtig aber ich brauche auch weitere Rollen.

00:31:53: Wir sind heute so gewachsen dass wir in mehrrollen Systemen uns am wohlsten fühlen und da brauche ich auch die Rolle des Gärtners zu Hause.

00:32:01: Und dann bin ich auch Familienvater, und dann brauche Ich vielleicht schreibe ich auch ein Buch und ich tue dies und jenes und verwirkliche mich in verschiedenen Bereichen ein bisschen.

00:32:11: Vielleicht ist das so das Geheimnis einen Ausgleich zu finden?

00:32:14: Mein Lieblingsphilosophis der von vielen für langweilige gehaltenen Aristoteles der gesagt hat, ja wir müssen einfach bei all diesen Tugenden die es gibt.

00:32:23: Tugende sind gute Gewohnheiten und bei all diesem Tugendern müssen wir eine Hierarchie errichten.

00:32:27: Welcher ist die höchste aller Tugender?

00:32:29: Woher soll man wirklich streben?

00:32:31: unbedingt im ganzen Leben?

00:32:33: Dann hatte er gesagt das ist die Mesottes, dass Maß halten können.

00:32:37: also wenn ich da einfach im Stand bin maßvoll zu sein dann habe ich aus meinem Leben das Höchste und Beste gemacht.

00:32:44: Und das klingt sowas von langweilig.

00:32:46: Weil wir sind natürlich für den Exzess, wir sind für einen Höhepunkt.

00:32:48: Wir sind für den Orgasmus.

00:32:50: Für den Drogenrausch

00:32:51: usw.,

00:32:52: so was von zu haben.

00:32:53: Aber am Ende bleibt diese Zufriedenheit die dann entsteht wenn ich alles halbwegs maßvoll unter einen Hut gebracht habe und mir wahrscheinlich am Ende des Lebens sagen kann Ich hab jetzt niemanden ganz besonders verletzt.

00:33:07: Ich hab es ... Niemandem auch ganz schwer geschädigt viele Leuten so etwas sein können wie Freude, Hilfe und Stütze.

00:33:18: Zum Abschluss habe ich drei kurze Fragen mitgebracht, bitte um kurze Antworten?

00:33:22: Gerne kurz!

00:33:24: Haben Sie jenen einen Jobwechsel gedacht?

00:33:26: Hab ich.

00:33:27: Ich bin gestartet mit der Idee Astronaut zu werden wurde kurzsichtig.

00:33:30: dann wollte ich Weltraummediziner werden.

00:33:32: dazu hat es dann wirklich nicht gereicht weit weg von der NASA und dann bin ich halt irgendwann.

00:33:37: Ich wollte psychosomatiker werden und bin Psychiater geworden so in der Not.

00:33:41: Also es gab immer wieder Kurzwechsel, und dieser letzte Wechsel hat mich sehr zufrieden gestellt.

00:33:46: also seitdem ich Psychiator bin will ich nichts mehr anderes werden.

00:33:51: Was hilft Ihnen selbst am besten beim Abschalten?

00:33:55: Das komplette Umschalten wenn das nicht nur darum geht dass ich jetzt still halte oder in Schlaf gerate oder Ruhe gebe sondern wenn ich tatsächlich in den Garten komme Und dort meine Pflanzen wachsen sehe oder im Wald die Pilzesuche und ein bisschen Angst habe vor den Bären.

00:34:11: Oder wenn ich joggen gehe, merke ich bewege mich und mein Geist beginnt zu fließen.

00:34:16: Ich komme in eine Art Flow hinein – das ist wunderbar!

00:34:19: Da spüre ich mich anders als bei der Arbeit.

00:34:22: Bei der Arbeit spürte ich mich viel mental und da plötzlich sind die Außenreize, die Natur oder auch die eigene Bewegung des Bewegungsmuster da.

00:34:30: Oder die Muße andere Menschen zu beobachten.

00:34:32: Das ist schön.

00:34:33: am Stadtplatz zu sitzen und Walterplatz zu sehen, wer da vorbeizieht.

00:34:37: Und wie schön sich der Sommer präsentiert in diesen leichten Kleidern!

00:34:42: Ein Rat, den Sie dem jungen Rogor Pücher gerne geben würden?

00:34:48: Ja ja ich habe in der Philosophie mal gelernt, sappere Aude.

00:34:52: also das ist so.

00:34:55: diese imperativte Aufklärung Wage es zu wissen.

00:34:59: Ich würde mir selber gern sagen Saperefrui, also Wage ist doch zu genießen.

00:35:05: Ich glaube ich hätte dann mehr genossen und hätte noch mehr Momente an die ich mich glücklich zurück erinnern kann weil gegen Ende des Lebens glaube ich bleibt die Erinnerung an gute glückliche schöne Augenblicke und wenn man die gut vernetzt hat dann hat man sehr viel inneres Kapital zur Verfügung.

00:35:23: Herr Pycha vielen Dank für das Gespräch Und Ihnen vielen Dank fürs Zuhören.

00:35:28: Die nächste Folge von die SWZ trifft erscheint dann in zwei Wochen, bis dahin gibt es wie gewohnt Wirtschaftspolitik und Wissenschaft aus Südtirol, Italien und der Welt jeden Freitag in der SWZ und jederzeit online unter svz.it.

00:35:42: Bis zum nächsten Mal und feine Samartage!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.