Kann Südtirol auch Braingain, Brigitta Villaronga?
Shownotes
Dass Brigitta Villaronga, ehemalige Führungskraft in einer deutschen Organisation mit mehr als 20.000 Mitarbeitenden, einmal im oberen Vinschgau leben würde, hätte sie wohl selbst niemals gedacht. Dass sie dort auf 1.300 Metern Meereshöhe einen Bergbauernhof übernehmen würde, erst recht nicht. Doch genau so ist es gekommen. Brigitta Villaronga, 55, führt heute als Bergbäuerin die „FlowFarm“ Mairhof in Gschneir oberhalb von Schluderns, ist Beraterin und Coach bei der BASIS Vinschgau und selbstständige Unternehmenscoachin. In dieser Folge geht es um das Ankommen und Neuanfangen, darum, wie es Brigitta Villaronga als Zugezogene in Südtirol ergeht, was ihr leicht fällt – und wo sie an Grenzen stößt. Auch spricht sie über ihre Zeit als Führungskraft in der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), über Wirksamkeit im Job – und sie verrät, was sie in ihrem Leben unbedingt noch erleben möchte.
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00:00:08: Ich bin zufällig nach Südtirol gekommen und bin halt geblieben.
00:00:12: Aber jetzt ist es mal Hormat!
00:00:22: Im Jahr ist sie nach Südtirol gekommen, um hier auf einem Bergbauernhof mitzuarbeiten.
00:00:47: Geplant war ein zehntägiger Aufenthalt, doch Brigitta Villaronga ist geblieben.
00:00:53: Heute ist sie Unternehmenscoach sowie Beraterin und Coach bei der Basis Finnschgau – und sie ist Bergbäuerin!
00:01:01: In den Jahren Jahrzehnte hat sich das Begegnung und um neue Formen des Arbeitens geschehen.
00:01:17: Und genau hier auf diesem Hof im oberen Finschgau, auf den Tausend Dreihundert Metern Meereshöhe nehmen wir heute diese Folge auf.
00:01:25: Mit Brigitta Wideronga werden wir über Neuanfang, über Braingehen und über Führungssprechen sowie über die Frage was Arbeit eigentlich wirksam macht!
00:01:37: Ich bin Silvia Santanrea, Redakteurin bei der SWZ.
00:01:41: Brigitta danke dass du dir die Zeit für dieses Gespräch nimmst.
00:01:44: Heula, danke dass ich da sein darf.
00:01:47: Brigitte, du hast viele Jahre international gearbeitet.
00:01:52: Heute empfängst Du Menschen hier auf einem Bergbauernhof!
00:01:56: Wie erklärst Du denn jemanden der Dich nicht kennt?
00:01:59: Was Du eigentlich machst?
00:02:04: Ja wasch ich frag mir das auch die ganze Zeit und die Kurzfassung ist wahrscheinlich... Ich bin eine Flow-Farmerin also ich bin ein Landwirt in anderer Form das Landschätzen gelernt.
00:02:20: Ich habe früher nicht so eine starke Verbindung zum Land gehabt und möchte Menscheninladen, sich mit dem Land zu verbinden – mit der Erde und mit sich selbst.
00:02:34: Und da gibt es kaum einen besseren Platz als ein Südtiroler Bergbauernhof!
00:02:40: Du bist in einem Alltag nicht nur Bergbäuerin, sondern auch weiterhin Unternehmenscoach und Beraterin hast du mir vorhin erzählt.
00:02:48: Ja
00:02:48: ich mache ganz viele Dinge.
00:02:51: Ich habe manchmal das Gefühl, ich brauche ganz viel Unterschiedlichkeit im Leben.
00:02:56: Das ist manchmal ein bisschen streng für einen selbst und für die anderen.
00:03:01: aber wir probieren halt alles aus.
00:03:04: uns meiste gelingt.
00:03:05: Unsere Berglandwirtschaft hast du eigentlich erst vor einigen Jahren gefunden und hast dann einen Kurs für Junglandwirtinnen gemacht, um dir das Wissen anzueignen.
00:03:16: Ja ich bin am achtzehnten August zwanzig-zwanzige.
00:03:18: Ich ist erstmal nach Südholkammel.
00:03:21: also als Kind war ich wohl schon einmal in die Dolomiten wie alle Geitschen geil bzw.
00:03:26: mein Vater war Spanier.
00:03:27: und dann habe ich den Fuß da auf die Erde da im Finschgau gesetzt Und das war wie so eine spontane Wurzelbildung.
00:03:35: Ich hab das Gefühl gehabt, na!
00:03:36: Das ist so fein da... ...das ist so ein kraftvolles Platz.
00:03:40: und dann hat die Altbäuerinnen allen zu mir gesagt wo ich helfen habe als Erntehelferin.
00:03:47: Na, das machst du doch jetzt nicht zum ersten Mal.
00:03:49: Das hast Du doch schon alles gemacht?
00:03:50: Nein, das hab ich noch nie getan.
00:03:51: Ich verstehe von Landwirtschaft nix und jetzt hab' ich halt die Ausbildung gemacht.
00:03:55: Marsch Fürstenburg ist eine gute Ausbildung für Monate mit den Junglandwirten.
00:04:02: Ich habe das Leidton, damit die noch einmal im Leben jung vor dem Namen stehen.
00:04:06: Vorstammte ich wirklich noch mal jung genannt wird!
00:04:09: Aber mir fallt ganz viel was die Bauern da als Wissen und können... Das ist ein tiefes Wissen vom Umgang mit dem Land, mit allem was es heißt am Bergbauer zu sein.
00:04:22: Da bin ich ganz weit von entfernt und ich lerne ganz viel von meinen Nachbarn da und von den Nachbarinnen.
00:04:28: Du hast viele Jahre für eine deutsche Organisation in der Entwicklungszusammenarbeit gearbeitet und du hast untrendem auch mal in Lateinamerika gelebt.
00:04:38: Du hast dann einen Sabatikel gemacht, bis dann eben nach Südtirol gekommen auf den Bergbauenhof.
00:04:43: Warum wurde es denn gerade Südtiral?
00:04:46: Das Universum!
00:04:48: Ich glaube das Universum wollte, dass sie herkommen.
00:04:52: Mein Sabatiker hat mit dem Lockdown in Deutschland angefangen.
00:04:58: Dann hat mich der Weg quasi über die Berge mit dem Rucksack nach Südtirol führt zufällig, weil er Freundin gerade im Krankenhaus da war und mir gesagt hat, ich bin schon vorbei.
00:05:10: Und dann ist das okay?
00:05:11: Und dann haben wir ein Bozen gesessen auf ihrem Balkon.
00:05:13: und dann hat sie gesagt du, da gibt es einen Freiwilligenverein oder kannst du dir mal melden?
00:05:18: Du bist auch eine, die kann gern zupacken und du bist glaube ich genau gemacht für so eine Arbeit Mal.
00:05:23: Und es hat sich recht.
00:05:24: und dann habe ich mich gemeldet da in Finschgaard geschickt.
00:05:31: Das wird schon als genauso gepasst haben.
00:05:38: Ich finde es interessant, weil so viele Deutsche wollen ... Südtirol ist ein Sehnsuchtsort für die Deutschen.
00:05:43: Das war mir nicht klar!
00:05:44: Ich habe das nicht gewusst.
00:05:45: Ich bin zufällig nach Südtiohl gekommen und bin halt geblieben.
00:05:49: aber jetzt ist es mal Hormat.
00:05:51: Geplant waren ja eigentlich zehn Tage Arbeit auf dem Bergbauernhof.
00:05:57: Was ist denn passiert, dass du geblieben bist?
00:06:00: Wir haben uns verliebt.
00:06:01: Und ich habe logisch gedacht... Ich bin die einzige Deutsche, die beim Freiwilligendienst in den Backbauern verliebte.
00:06:07: Es gibt wohl ganz viele Deutsche, welche in Zittirol geblieben sind!
00:06:12: Ja und quasi.
00:06:14: ich hab mir verliebet nicht nur in den Mann sondern auch in den Ort, dort zu leben, in Ols.
00:06:26: Ich glaube, ganz wichtig war das Lebensgefühl.
00:06:28: Wie würdest du dieses Lebensgefühle beschreiben?
00:06:31: A tiefe Verwurzelung mit der Natur, mit dem Land und mit der Erde.
00:06:39: Und ein Mensch wie ich, der sowieso auch mehrsprachig und interkulturell aufgewachsen ist wegen spanischen Tata und dann in Südamerika gelebt hat... Ich habe am Anfang meiner Zeit in dem Sabbat gedacht Ich werde mit meinem kleinen Koffer oder einem Rucksack unterwegs sein.
00:06:58: Und als ich da den Fuß her gesetzt habe, ist mir aufgefallen... Na, ich will jetzt mal irgendwo bleiben!
00:07:04: Ich will irgendwo ankommen.
00:07:05: In Deutschland klebt in Südamerika also auch in Deutschland in verschiedenen Städten und das hat sich angefühlt wie.. na jetzt auf einmal gibt es Wurzeln unter Menschen.
00:07:17: Ich hab Wurzel nicht kommen aus dem Rheingau.
00:07:21: Genau, wir bauen halt Wein an und nicht Äpfel wie im Finchgau oder Milch.
00:07:26: Aber es ist eine stark landwirtschaftliche Zone.
00:07:29: Und ich muss als junger Mensch da weg, weil's mir zu eng war... ...und der Finchgauch ist auch eng!
00:07:36: Wenn du in einen die Seitenteler geschwitzt, wird das noch enger.
00:07:39: Ich kann jeden jungen Menschen verstehen, dass er sagt, ich muss da erst einmal weg.
00:07:47: Du kannst das manchmal nicht schnaufen, gell?
00:07:49: Es seien so viele Regeln Und ich war es noch damals auf dem Hof, hab' ich gesagt.
00:07:54: Ja, aber was?
00:07:55: Ich versuch doch, sechzig bis siebzig Prozent aller Regeln, die es ist also Hobbes, die versuche ich ja inzuhalten und sag' ja das ist zu wenig!
00:08:03: So...und ich glaub', die Menschen, die jungen Menschen müssen erst einmal in die Welt, wenn's gerbt, wenn Sie das Privileg haben und sich das irgendwie..die Möglichkeit schaffen raus und dann wieder zurück, wasch'.
00:08:19: Dann schaust du anders auf dein Land, dann schauchst du anders an deinen Ort und auf deine Herkunft.
00:08:24: Und dann hast du viel in deinem Rucksack, was dir stärkt, die Sicherheit gibt, selbst zu sein!
00:08:33: Wir sprechen in Südtirol häufig über das Thema Brain Drain, über junge Leute die das Land verlassen.
00:08:39: Du bist eben ein bisschen in den ungekehrten Weg gegangen und du bist nach Südtioll gekommen.
00:08:44: Was hat dir der Südtior geboten?
00:08:46: Was dir anderswo nicht gebotene wurde?
00:08:49: Ja gut ausgebildete Menschen gehen dahin wo sie gebraucht werden.
00:08:54: Dahin wo Sie ja Zukunft für sich sehen können.
00:08:57: Jetzt ist meine Zukunft plötzlich hier gewesen weil ich mich da auf einmal Bahamadet gefühlt habe.
00:09:11: Ich glaube, ihr habt mir noch nie so verbunden und gleichzeitig mit dem Himmel verbunden oder geerdet gefühlt wie hier wieder.
00:09:21: Würdest du sagen, dass Südtirol gut dahin ist Menschen aus anderen Ländern mit anderen Kompetenzen?
00:09:28: Wie dich zum Beispiel willkommen zu heißen?
00:09:31: Mich auf jeden Fall!
00:09:33: Also ich fühle mich da total gewertschätzt gebraucht.
00:09:38: Ich tue ganz eine Menge dafür, also ob das jetzt in der Basis ist sozusagen das Team zu coachen, Workshops zu organisieren mitzuhelfen oder ich stehe da genauso am Pudel fünf Stunden wie dass ich Workshobs gebe.
00:09:55: Ich backe aber auch Kuchen für den Badmintonverein, was ich unten bin da am Pudel oder gehe mit auf die Italien-Meisterschaft und alle anfeuern.
00:10:06: Also du integrierst ... Ich zu
00:10:07: ganz bewusst, dass ich jetzt finchgere Schritt ist weil ihr mir so schablt.
00:10:13: Ja.
00:10:14: Also wenn ich jetzt Hochdeutsch da redete, das kann ich nicht.
00:10:16: Logisch, falls es mir vielleicht ein bisschen leichter war, liebe Zweispreige aufgewachsen sowie der ESA-Deutsch Italienische aufgewachsenseits und das dann zintigieren Strukturen ein bissel anderen aber einen Dialekt sicher anzueignen ist so schwer!
00:10:29: Und du warschtest nie zu reden als Schwedeleit von der Oge.
00:10:32: also weil das Schweizerische was da drin ist, kann ich alles nicht.
00:10:35: Aber ich versuche halt eh so wie's für mich passt und jetzt fühl' ich mir so halbwegs da ein bisschen wie eine Neufinscherin angekommen und gewertschätzt.
00:10:43: Sie wissen, ich bin sozusagen exotisch.
00:10:45: Ich bin ein bisschen die Orchidee und die Deitsche.
00:10:49: Und ich bin ja umgeben von Bauern.
00:10:51: Also da sind drei Bauern um mir rumgegangen.
00:10:55: Heintz Nacht zum Beispiel haben wir das Wahlwasser.
00:10:59: Und das kann man sich, glaube ich auch in Bootsen oder wo auch immer kaum vorstellen.
00:11:03: wie euch hast es noch lauft.
00:11:04: Das heißt dass Wasser kimmt wir machen da auf und dann müssen wir alle zwei bis drei Stunden die Blecher verschieben, damit die Wiese am Wasser kriegt.
00:11:11: Das kann man sie sich in der digitalen Zeit fast nicht vorstellen.
00:11:16: Ich mache das jetzt an weil ich möchte dass alle wissen Ich meine nicht nur, so verbal, dass ich ein Teil davon sein will.
00:11:23: Ich will wirklich was dafür tieren!
00:11:25: Oder du als zugezogenen, wo bist du dann an Grenzen gestoßen?
00:11:29: hier in Südtirol?
00:11:33: Ja ja damals, als ich auf den Hof kam und bin zum Beispiel habe, ich merkte das... Das EI hat mich sehr stark versucht da INI zu schaffen.
00:11:45: Manchmal vielleicht auch ein bisschen zu viel.
00:11:46: mir anzupassen war es.
00:11:48: Und Facetten von mir Die halt zu mir gehören, ich war Führungskraft.
00:11:54: Ich bin eine absolute Innovationswaffe.
00:11:57: Ich habe so viele Ideen den ganzen Tag und die wollen ja irgendwo hin.
00:12:01: Und das ist natürlich in einem eher ... Zurückhaltenderin, konservativeren Umfeld ist es schwarz mit so viel, das ich in dem Unternehmen, wo ich beschäftigt war bis in Dezember bei der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenweite sein.
00:12:16: Mittlerweile sind es siebenundzwanzigtausend Menschen die weltweit Projekte machen.
00:12:19: Ich habe da weltweit gearbeitet und erst Teams gleitet und dann auch digitale Transformation beraten.
00:12:26: Da ist mir das Gleiche passiert!
00:12:31: Ich glaube, das ist in Südtirol schon ...
00:12:41: Also die Offenheit für Neues.
00:12:43: Ja, da brauchst du deine Pockets.
00:12:47: Deswegen ist die Basis zum Beispiel... Also meine Tochter hat zu mir gesagt, Mama das mit dem Bergbauernhof, das versteh ich nicht warum du den brauchst aber in der Basis da pascht du hin.
00:12:55: Das ist deiniges, wasch?
00:12:57: Das ist so wie Berlin, das wie Prenzlauer Berg, dass sich bunt, das ist genau der Punkt.
00:13:01: Da kannst du sein, wie du bist!
00:13:05: Was müsst ihr denn südt ihr all?
00:13:06: verändern, damit mehr Menschen mit internationaler Erfahrung oder von anderswo hier nicht nur Urlaub machen wollen sondern hier Leben arbeiten und vielleicht sogar Unternehmer ist stetig werden wollen.
00:13:19: Ja ich glaube es braucht genau so Plätze wie die Basis.
00:13:22: Die Basis ist so ein Ort wo dann junge Leute sagen okay ich habe grad studiert, ich hab Verona studiert , ich bin Berlin gewesen oder Wien da gehen das eine coole Veranstaltung.
00:13:32: dass ein Leid.
00:13:32: mit denen redet Ich die gleiche Sprache, da wird das manchmal mehr Englisch kritis als Italienisch oder als Deutsch.
00:13:40: Das ist sozusagen ein bisschen eine Blase.
00:13:44: D.h.,
00:13:44: wir brauchen solche innovativen Orte?
00:13:47: Um in der Metapher von der Landwirtschaft zu bleiben du brauchst genau einen fruchtbaren Boden wo was wachsen kann Du mit dem, was du mitbringst und wie du bist.
00:14:01: Du wirst gesehen und du wirst gewertschätzt und dann entsteht etwas Neues.
00:14:06: Okay!
00:14:08: Bevor du dir ein Sabetical genommen hast warst du ja bei der GIZ der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit tätig in der Erführungskräfte Entwicklung unter anderem.
00:14:21: Jetzt würde mich interessieren warum hast du dir denn eben dieses Sabetica genommen?
00:14:26: Warum hast du diese Auszeit?
00:14:28: Genau, Mann.
00:14:30: Ja, ihr habt sechs Jahre in Lateinamerika meine Projekte geführt und dann Regionalbüro und bin dadurch den ganzen Kontinent durfte ich reisen.
00:14:40: Und ich war getrieben von dem Gefühl, ihr muss irgendwie die Welt retten bis sie kapiert hat.
00:14:49: Darum geht es ja gar nicht mehr.
00:14:50: Wir können ja eigentlich nur ein Vorbild sein und uns selber gut tun damit wir anderen gut tun.
00:14:58: In der Auszeit habe ich das jetzt endlich abschließend verstanden, dass es genau so ist und ich habe einfach Kraft wieder schöpfen müssen.
00:15:06: Und dann bin ich über die Berge mit dem Rucksack im Bootsen auserkam und dann eben auf den Hof gelandet und hab das Gefühl gehabt... Ja!
00:15:15: Das ist so cool wenn du mit die Gummistiefel ausm Stall kämpfst Und dann stellst du dir vor deinem Laptop und machst einen Führungskräft der Workshop.
00:15:24: Du hast unten sozusagen noch die Tutta, du hast den Doni... ...und oben hast du irgendwie... Das ist eine Wahnsinnskombination!
00:15:31: Ein Mensch wie ich, meine Tochter sagt allmama du hast ADHS, braucht Intensität.
00:15:38: Weil ihr habt viel Energie, ihr habt viele was ihr geben kann.
00:15:42: Und ich hab das Gefühl, die Welt freut sich, dass es... Schön verteilt.
00:15:47: Und du brauchst zwischendurch, glaube ich mal eine Auszeit.
00:15:49: Du brauchst mal eine Pause und die habe ich mir genommen.
00:15:52: In einem Podcast hast du gesagt dass dir Wirksamkeit gefehlt hat in deinem Job damals.
00:16:00: Von außen möchte man meinen das Entwicklungszusammenarbeit Deine Menschen sehr wirksam fühlen lässt.
00:16:05: Was habt ihr denn da gefehelt?
00:16:06: Ja Ich glaub das Ding ist.
00:16:09: je größer ein System wird Und ich kann ja nicht genau sagen wo die Zahl an Menschen liegt aber Es wird gar nicht so viel sein.
00:16:17: Je größer das wird, desto schwieriger ist es dir noch wirklich wirksam zu fühlen.
00:16:22: Irgendwann bist du in diesen bürokratischen Prozessen drin.
00:16:26: Ich bin ja angetreten.
00:16:28: Ich wollte weltweit einfach Armut bekämpfen und Entwicklung ermöglichen.
00:16:35: Chancen... eröffnen.
00:16:37: Und wenn du dann nachher die ganze Zeit damit beschäftigt bist, Verträge von links nach rechts zu schieben und den zwanzigsten Prozess zum machen und die dreißigste Exeltabelle weil irgendeiner meint das es braucht und keiner hinterfragt mehr.
00:16:49: Ich sage dir ein Beispiel ist ein bisschen drastisch aber ein mittlerweile sehr geschätzter ehemaliger Controller Bellens, ein Kollege und der hat damals zu mir gesagt ja Brigitte ich verstehe das nicht.
00:17:02: in der einen Seite von der Unternehmenszentrale da fragen sie bis wann willst du die Liste, bis wann brauchst du die?
00:17:09: Und ihr mit seinem Fusionsteil gewesen von der Firma.
00:17:15: Ihr fragt euch warum und er sagt ich habe als Deutsche die Verpflichtung zu fragen Warum ihr etwas tut in einem System was unmenschlich ist in Teilen.
00:17:33: Und wenn Menschen nicht mal hinterfragen, warum sie die Dinge tun?
00:17:37: Muss ich dir nicht sagen was mir von dreiunddreißig bis fünfundvierzig für ein System in Deutschland gehabt haben und das... Das ist jetzt jedes System auf der Welt hier genauso.
00:17:46: Du musst dir allen fragen Warum tue du das?
00:17:49: Ist das sinnvoll?
00:17:51: Ist es meinen Wert entsprechend oder bin ich Erfüllungsgehilfe eines Systems Was den Menschen nicht gut tut?
00:18:01: Und ich habe das Gefühl, ganz viele von den Firmen tun den Menschen die in ihnen arbeiten nicht mehr gut.
00:18:06: Um nochmal zur Wirksamkeit zurückzukommen Du coachst ja auch selbst Führungskräfte.
00:18:13: Was lässt einen Mensch sich wirksam fühlen und was kann eine Führungskraft dafür tun dass sich das eigene Team wirksam führt?
00:18:21: Also es ist einmal die Zielsetzung, die Mission mit der du unterwegs bist für ein Projekt oder für eine Firma.
00:18:30: Aber das ist halt nur des Außen.
00:18:34: Ich glaube, am Ende hat mir jetzt auch meine letzte Ausbildung gezeigt, die ich gemacht habe nachdem ich da von dem Bergbauernhof wegmüsse.
00:18:43: Also ihr wollt dann nicht weg.
00:18:45: und dann hab' ich gemerkt, ich hab so viele Themen mit den Fünfzig, die mir anschauen muss aber alle halt irgendwie so viel Schmerzen mit uns rumtragen bestehen aus Menschen, die eben sehr viele Befindlichkeiten haben.
00:19:04: Und Erführungskraft ist wirklich schafft ein Team Leistungsweg zu machen also im Sinne von Ziele zu erreichen Ergebnisse zu produzieren in dem Menschen sich identifizieren und größtmöglich verbunden fühlen und zwar mit der Idee Mit dem größeren Ganzen, also das was nach oben strebt.
00:19:31: Ganz große Ziele und gleichzeitig sehr erdig auf so einer vertikalen Wasch vom Himmel zur Erde verbunden fühlen mit sich und den anderen.
00:19:47: Das ist die Hauptpunkt.
00:19:51: Was schränkt dieses Gefühl der Wirksamkeit ein?
00:19:56: Wenn man das jetzt aus der Sicht eines Unternehmens sieht.
00:20:00: Fehlende Verantwortungsübernahme des Einzelnen, also du fühlst dir irgendwann ohnmächtig und dann bist nimm... Also das gehört zusammen, weil es eine Eye-Probleme ist.
00:20:11: Die Prozesse werden immer abstrakter.
00:20:13: Man kann sich immer mehr verstecken vor Formularen, vor was für sie war's, Passagierschein
00:20:18: A.A.A.,
00:20:19: A.K.A.. Also dann übernehme ich keine Verantwortung mehr und dann wirst halt immer Lehrer.
00:20:25: Du willst ja den unmittelbaren Effekt, das ist ja wieder zurück zum Hof hier.
00:20:29: Du siehst nachher ob da ein Erdäpfel wachst oder nicht?
00:20:32: Du hast den Zaun am Ende vom Tag gemacht!
00:20:34: Also
00:20:35: ich muss den Effekt
00:20:35: sehen... Du musst sozusagen dir wirklich auch beteiligt fühlen weil also du hast den Nagel da reingemacht und wenn nur noch Formulare durch die Gegend schiebt und wenn dann sozusagen auch noch dafür verantwortlich gemacht wird von irgendjemanden und du siehst überhaupt nicht mehr was eigentlich der Effekt ist Ich glaube, kleinere wirksamere Teams wirksam im Sinne von.
00:20:55: ich bin direkt beteiligt und ich bin auch noch mit den Menschen in Kontakt.
00:21:01: Das ist den allermeisten schon wichtig bei mir sein soziales Tier.
00:21:04: Wenn wir keinen Kontakt mehr haben, vereinsamen mich und dann wären wir krank.
00:21:09: Also so wäre jetzt mein Gefühl dass deswegen ein Mensch wie ich zum Beispiel jetzt auf einmal blüht in so einer Basis.
00:21:19: Schlander ist ganz anders.
00:21:20: nochmal auf, weil du bist im unmittelbaren Kontakt.
00:21:22: Du siehst sozusagen auch direkt die Effekte von deinen Interventionen, von dem hast du turscht.
00:21:30: Sprechen wir noch über das Thema Neuanfang?
00:21:32: Du hast mit der Fünfzig noch einmal einen neuen Fang gewagt.
00:21:39: Was war denn für dich schwieriger etwas Neues zu beginnen oder etwas Vertrautes loszulassen?
00:21:47: Ich bin immer versorgen... Sowohl als auch.
00:21:51: Entweder oder ist etwas, was das menschliche Gehirn gern macht weil es ist, was wir brauchen um die Welt zu verstehen, links rechts schwarz-weiß, das eine oder das andere.
00:22:02: Herzukommen in Finnschgau und mir da sozusagen in diese Welt und ja auch in diese Beziehung zu verlieben, in die Beziehungen damit meine ich jetzt sozusagen alles geil den Mann, die Familie, die Natur, den Hof des Lebensgefühl alt.
00:22:17: Das war auch einfach, weil lieber ein Mensch der sich schnell verliebt in Situationen.
00:22:21: In Menschen.
00:22:26: Das alte da loszulassen in Deutschland das war dann gar nicht so schwach.
00:22:31: eigentlich ist es mir also.
00:22:33: ich habe gerade meinen Führungsposten an den Nagel kängt und hab gewusst.
00:22:36: das einzige was ich wusste hat was ich jetzt will in der neuen Phase in der Auszeit die mit der Pandemie halt zeitgleich war war ich will etwas lernen.
00:22:45: Das heißt, die Entscheidung neu anzufangen ist ja nicht schwergefallen?
00:22:50: Na weil es war sozusagen alles da.
00:22:53: Also dann gab's halt leider einen harten Cut und ich musste von dem Hof weg.
00:22:58: aber wofür ich wahnsinnig dankbar war dass sie verstanden hat wie ich eigentlich leben will.
00:23:04: Ich liebe
00:23:06: zum Bergbau
00:23:06: und hofft den Bergbäuerinnen
00:23:08: das.
00:23:08: Ich
00:23:08: habe auch meinen Traum am Loft in Berlin verkauft beim ersten Dezember mein... unbefristeten Job gekündigt oder Abfindung gekriegt und meinen Loft verkauft, was eigentlich mein Traum war.
00:23:20: Bis ich gecheckt habe dass die Natur ist viel wichtiger mir als die Stadt und als die Kultur, die der Mensch da erschaffen hat.
00:23:28: Die ist mir wichtig aber die holen wir ab und zu.
00:23:30: Logisch hier gibt es noch nicht mal ein scheiß Kino im Finscher und jetzt facet.
00:23:33: das ist schon bisschen schwierig Aber wenn die Kultur will kann ich sie mehr holen.
00:23:37: Mir ist die Natur viel wichtiger intensiv und unmittelbar noch nie erlebt.
00:23:44: Ich habe keine Ahnung gehabt, ich bin als Fischdebchenkind groß geworden.
00:23:49: Keine Mama gehabt die mir jeden Tag frisch gekocht haben.
00:23:52: Wenn du jetzt da durch den Garten gehst und siehst die ganzen Kräuter dann bist du erst mal begeistert aber du hast keine Ahnung!
00:23:57: Und das ist.
00:23:58: der große Vorteil war schon...ich weiß es noch nicht alles.
00:24:00: Die meisten hier sind ja sehr weise was Natur angeht.
00:24:08: richtig zu verstehen und damit bin ich ein guter Stellvertreter für sehr viele Menschen, die keine Ahnung haben.
00:24:15: Du hast vor zwei Jahren diesen Bergbauernhof hier übernommen der auch sechs Zimmer hat für Gäste.
00:24:23: Hast du je an deiner Entscheidung gezweifelt?
00:24:27: Nein Ich habe das Gefühl, dass Universum oder die Göttin oder wer auch immer keine Ahnung dieses größere etwas was uns antreibt will, dass ich es mache.
00:24:37: Weil das ein Ort ist der Menschen in ihre Kraft und in ihren Lebensfluss bringt und das scheint meine Aufgabe zu sein.
00:24:48: Was würdest du dann jemandem sagen?
00:24:49: Der spürt, dass eine Veränderung notwendig ist aber der noch nicht weiß wohin sie führen soll?
00:24:55: Das wäre denn dein Ratschlag
00:24:58: Erstmal einen Stopp machen.
00:25:00: Und stopp heißt wirklich Stopp und nicht mal kurze Pause, sondern einfach mal wirklich anhalten.
00:25:07: Ein tiefen Schnaufer also im übertragenen Sinne ein bisschen längeren Schnaufer und einfach mal leer werden.
00:25:15: Das was du alles kennst sozusagen zur Seite schieben und aus der Komfortzone rausgehen und manchmal werden wir halt einfach aus der komfortzone heraus katapultiert.
00:25:24: Also als ich auf den Hof damals kommen bin war das viel zu... viel zu schön, es war viel zu romantisch und viel zu kitschig.
00:25:35: Und zwar auch viel zu einfach als dass das hätte klappen können.
00:25:38: Ich musste nochmal richtig tief in meinem Keller graben und mir meine Themen anschauen... ...und mich wirklich fragen will ich das wirklich?
00:25:49: Jetzt kann ich dann sagen ja wie will es wirklich?
00:25:52: Ich probiere es!
00:25:54: Wenn's nicht klappt ist keiner gestorben.
00:25:56: Bevor wir zu unseren drei kurzen Fragen kommen Welchen Wunsch hast du für deine Zukunft?
00:26:04: Also, für die unmittelbare Zukunft brauche ich das jetzt endlich eine von den Banken nicht gefragt hat.
00:26:08: Mir hier den Kredit gewährt weil ohne Geld wird es halt nicht gehen.
00:26:14: Und ansonsten eigentlich nur gesund und vital bleiben um das wirklich umzusetzen mit den wunderbaren Menschen, die kommen.
00:26:23: und das ist vielleicht auch ein Botschaft daraus.
00:26:28: Du ziehst das an Wer du bist.
00:26:32: Und ich bin glaube, rund drum eigentlich ein positiver Mensch.
00:26:36: Ich wach morgens eigentlich positiv gestimmt auf.
00:26:39: Ich habe keine Feinde.
00:26:40: Ich freue mich des Lebens.
00:26:42: Ich tanze auf Ticken genauso wie ich Workshops gebe.
00:26:47: Ich versuche einfach positiv in der Welt zu sein und andere einzuladen sie selbst zu sein.
00:26:56: Das kommt genau so zurück als Energie.
00:26:59: Brigitte... Es ist für uns mittlerweile Tradition, unsere Podcastfolge mit drei kurzen Fragen abzuschließen.
00:27:06: Mit der Bitte meine kurze Antwort.
00:27:09: Meine erste Frage an dich – was bedeutet für dich Erfolg?
00:27:14: Wenn ich so leben kann wie ich es möchte und es mir entspricht.
00:27:21: Angenommen du würdest eine Biografie veröffentlichen weil ich erwähre der Titel...
00:27:27: It Was Worth it!
00:27:29: Äh, ja wie sagt man?
00:27:33: Wie würdest du das übersetzen.
00:27:35: Es hat sich gelohnt!
00:27:37: Ja und was möchtest Du unbedingt noch erleben?
00:27:41: Oh wow ein bisschen mehr Frieden auf dieser Welt.
00:27:47: Danke Brigitte für deine Zeit und weiterhin alles Gute.
00:27:52: Dankeschön, liebe Sylvia.
00:27:54: Vielen Dank fürs Zuhören.
00:27:56: Die nächste Folge von der SSZ-Trifter scheint in zwei Wochen.
00:28:00: Wenn Sie in der Zwischenzeit mehr von der SVZ lesen möchten, dann gibt es jeden Freitag eine neue SVZ.
00:28:06: Oder Sie können uns online unter svz.id besuchen.
00:28:10: Bis zum nächsten Mal!
00:28:11: Machen Sie's gut!
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