Was kratzt uns der Klimawandel, Evelyn Kustatscher?

Shownotes

Die zeitlichen und räumlichen Dimensionen, in denen Evelyn Kustatscher bei ihrer Arbeit denkt, sind für die allermeisten unvorstellbar. Sie blickt Jahrmillionen zurück, erforscht längst ausgestorbene Arten, rekonstruiert Welten, die an Jurassic Park erinnern. Ihre Begeisterung für Fossilien hat die Paläobotanikerin während des Studiums der Naturwissenschaften in Ferrara entdeckt. Was sie daran fasziniert, verrät die 50-jährige Brixnerin in dieser Podcast-Folge. 20 Jahre hat Evelyn Kustatscher am Naturmuseum in Bozen gewirkt und die Paläontologie aufgebaut. Seit 2025 leitet sie die Naturwissenschaftliche Sammlung der Tiroler Landesmuseen in Innsbruck. Am liebsten ist sie in den Dolomiten unterwegs, abseits der paläontologischen und touristischen Hotspots, wo es bis heute noch Unerforschtes zu entdecken gibt. Ihre Tochter hat Evelyn Kustatscher bekommen, als sie 44 Jahre alt war. In dieser Podcast-Folge spricht sie über Konkurrenz – und über die Gründe, warum Frauen in der Forschung es nicht immer leicht haben.

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Transkript anzeigen

00:00:04: Wir sollten uns auf jeden Fall Sorgen machen und wir sollten es ernst nehmen, wenn wir als Wissenschaftler sagen, Biodiversitätsverlust ist auch wichtig für uns als Menschen.

00:00:16: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Die SWZ trifft dem Podcast der Südtiroler Wirtschaftszeitung!

00:00:24: Ich freue mich sehr Evelin Kustacza zu Gast zu haben.

00:00:27: Als Balliobotanikerin beschäftigt sie sich intensiv mit der Vergangenheit auch um Antworten auf Fragen der Gegenwart zu finden und einen Blick in die Zukunft zu erlauben.

00:00:38: Mein Name ist diese Maria Gasser, ich bin Journalistin und freie Mitarbeiterin bei der SWZ.

00:00:44: Evelyn, danke, dass du dir Zeit für dieses Gespräch nimmst!

00:00:47: Danke für die Einladung!

00:00:49: Ja kurz zur Evelyn.

00:00:50: Evelynn Kustatscher stammt aus Brixen.

00:00:52: Ursprünglich wollte sie eigentlich Deutsch- und Geschichte studieren Davon hat ja aber die Berufsberatung damals abgeraten.

00:00:59: Dann hat sie sich für ein Studium der Naturwissenschaften in Ferrara entschieden und dabei auch dank einer Professorin ihre Begeisterung für die Paläobotanik entdeckt.

00:01:11: Nach der Promotion im Jahr vier ist Eveline Custaccio am Natormuseum in Bozen gelandet und hat dort von Null auf die Palöontologie aufgebaut, zwanzig Jahre lang war sie Kurator in der Paläontologie bis sie dann im Vorjahr nach Innsbruck gewechselt ist und dort jetzt die naturwissenschaftliche Sammlung der Tiroler Landesmuseum leidet.

00:01:31: Außerdem lernt sie als Privatdozentin an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

00:01:37: Das Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der Erforschung von Pflanzenfossilien, so liest man es auf der Webseite des deutschen Dachverbandes der Geowissenschaften.

00:01:47: Sie beschäftigt sich intensiv mit der Rekonstruktion terrestrischer Ökosysteme im späten Erdalterthum und Erdmittelalter.

00:01:56: Evelin, bei einem meiner letzten Besuche im Naturmuseum bei dir hat es während unseres Gesprächs plötzlich an einer Tür geklopft und ein bekannter hat eine Ladung Steine durch die Tür geschoben.

00:02:12: Ich erinnere mich noch sehr gut wie deine Augen aufgeleuchtet haben.

00:02:18: Woher?

00:02:19: diese Faszination für Steine, für Fossilien.

00:02:23: Wie gesagt ich habe ja eigentlich ursprünglich Geschichte auch mal mitstudieren wollen.

00:02:26: also die Idee Geschichten erzählen aber auch was uns unsere Geschichte lernt und unsere frühere Zeit.

00:02:32: also das wir von früher lernen können ist einfach etwas was mich total begeistert.

00:02:36: und Steinen machen ja nichts anderes es sind halt nur ein paar nuller mehr würde man sagen also praktisch einfach Millionen Jahre älter als vielleicht eine mittelalterliebliche Burg oder eine Scherbe aus der Römerzeit.

00:02:49: Und entsprechend erzählen sie vielleicht noch mehr von unseren frühen Phasen, oder frühe Phasender Erde.

00:02:55: und das ist halt etwas was mich total begeistert zu sehen.

00:02:58: wie hat sich die Erde die ganzen Lebewesen auf der Erde.

00:03:02: Wir sind ja auch ein Teil davon, sich über den Jahrmillionen entwickelt und Fossilien sind halt das Einzige was wir greifen können.

00:03:09: Fossilingesteine sind das was wir angreifen können an denen wir dann unsere Geschichten und unsere Informationen auffängen können.

00:03:16: Und warum sollten wir diese Geschichten aber kennen?

00:03:19: Warum sollte uns interessieren was vor Jahr Millionen Jahren passiert ist?

00:03:24: Jeder sagt immer man muss wissen woher seine Wurzeln kommen.

00:03:28: Also unsere Familiengeschichte ist uns eigentlich immer sehr wichtig und eigentlich ist es ja nur unserer Geschichte im weiteren Sinne.

00:03:34: Wenn wir heute, das was wir heute sind, sind wir eigentlich dank einer ganzen Serie von Evolutionsschritten.

00:03:40: Banalfomoliert sagt man immer wenn die Dinos auch nicht ausgestorben werden würde es heute keine Menschen geben.

00:03:45: Das heißt immer diese ganzen verschiedenen Phasen die wir erlebt haben oder die Erde durchlaufen ist, haben er heute im Prinzip zu uns geführt.

00:03:53: Nicht nur von ersten Menschen bis heute, sondern auch eigentlich darüber hinaus.

00:03:57: Wir würden nicht existieren wenn das Ganze nicht passiert werden wie es passiert und deswegen gibt's ja bis heute noch keinen Planeten in der Galaxie von dem wir wissen dass es Menschen ähnliches Leben gibt.

00:04:10: Wir können uns darüber streiten ob es Leben gibt aber wir kennen keinem Planeten sicherlich der überhaupt menschenähnliches Leben hat weil es genau ganz viele Punkte braucht zum Honst zu kommen.

00:04:21: Das heißt wir sind doch etwas besonderes?

00:04:25: einzigartig in einer gewissen Art und Weise, wenn man eine Galaxie betrachtet.

00:04:29: Deine Arbeit hatte ich eigentlich um die ganze Welt geführt und du hast mir einmal erzählt das Gesteine- und Fossilien in China ganz ähnlich ausschauen wie die, die du hier bei uns in Südtirol findest?

00:04:42: Warum ist das so?

00:04:44: Ja wir müssen uns immer denken dass... Wie gesagt alles früher war ein bisschen anders.

00:04:48: Wir lagen früher mal im Quater.

00:04:50: Die Steine, die sich in Südiol abgelagert haben, haben sich am Equator zum Teil abgelangert.

00:04:54: Es gibt sogar eine Phase beim Supervulkan, wo sie sogar südlich das Equators waren ein bisschen und die Pflanzen verteilen sich ja ein bisschen nach ihren Breitenkranien.

00:05:05: also wenn wir z.B.

00:05:05: nach Nordamerika gehen ist es egal dass ein atlantischer Ozean zwischen uns ist.

00:05:09: Nordamerikanische Eiche ist sehr ähnlich der europäischen Eiche okay?

00:05:14: Wenn man zu einem Pflanze hernimmt Und hingegen eine Eiche in Skandinavien kann weiter von unseren Fernsehen manchmal wie eine nordeuropäische Eiche, weil die eben bestimmten Klimazonen angebast ist.

00:05:24: Wenn wir jetzt genug Zeit hin in die Vergangenheit gehen – ungefähr zweihundertfünfzig Millionen Jahre – dann lag China genau gleich als wir am Equator.

00:05:32: Das heißt, wir waren damals sehr verwandt miteinander mit den Klimabedingungen und dementsprechend kann ich mir Fossilien aus China anschauen.

00:05:42: Ich arbeite mit Chinesen auch zusammen und kann ähnliche Formen, vielleicht nicht die gleichen Arten aber ähnlichen Gattungen und ähnlicher Anpassung an Klimastrukturen finden wir bei uns in Europa.

00:05:52: In der Unternehmens-IT geht es zu wie im Bienenstock.

00:06:00: was nach wildem Durcheinander klingt ist in Wahrheit ein perfekt organisiertes System doch wachsende Anforderungen verlangen nach spezialisierter Verstärkung.

00:06:09: Die Managed IT-Services

00:06:11: von Converto

00:06:12: ergänzen ihre IT mit zusätzlicher

00:06:15: Fachkompetenz, damit

00:06:16: sie sich auf Innovation und Wachstum konzentrieren können.

00:06:19: Mehr zu unseren Managed I.T.

00:06:20: Services converto.eu.

00:06:23: Convertor Passion for Technology.

00:06:29: Südtiro lag mal am Equator.

00:06:31: Das hat man vielleicht nicht immer so im Hinterkopf genauso wie die Tatsache das hier in Südturol Afrika auf Europa trifft also praktisch die afrikanische Auf die eurasische Platte.

00:06:43: kannst du erklären, wo da genau die Grenze verläuft und ob dieses Aufeinandertreffende der Platten genau hier für deine Arbeit Südtirol irgendwie besonders macht.

00:06:55: Ganz grob könnte man sagen wenn man durchs Bustertal fährt hat man immer auf südlicher Seite Afrika und auf nördlicher Seiten Europa.

00:07:01: Und ich sage auch immer Ich bin ja im Prixen geboren.

00:07:03: Ich bin ein Afrikanerwinn, die eigentlich nach Europa nach Stärzingen jetzt übersiedelt worden ist.

00:07:08: Die ganze Teil, oberhalb von Franzisfeste nach Norden, obehalb von Meran nach Nordern ist eigentlich Europa im tektronischen Sinne und die ganze Seite südlich.

00:07:18: Also praktisch von Brixen nach Süden, von Bruneck nach Süde, vom Meran zu Süden.

00:07:23: Das Ganze ist jetzt eigentlich Afrika oder zumindest diese Mikroplatten vor Afrika, die zusammengeschoben worden sind.

00:07:31: Und es ist total spannend, weil ich kann mich effektiv in den Dolomiten oder zum Beispiel im Amanda-Bass habe ich sehr ähnliche Gesteine.

00:07:38: Die beiden sind in der gleichen Zone abgelagert worden und die sind für mich perfekt!

00:07:43: Wenn ich gegen Weiß, wenn ich in Stärzungen spazieren gehe, brauche ich mir keine Sorgen machen vor Silen zu finden.

00:07:48: Dann kann ich einfach nur gemütlich spazierend gehen.

00:07:51: Das macht total viel aus, wenn man weiß wo welche Gesteinen abgelagert wurden und was danach damit passiert?

00:07:57: Wann weiß ich auch, wo finde ich für mich die besten?

00:08:02: Du hast die Dolomiten erwähnt, seit deinem Studium eigentlich hast du dich immer wieder mit den Dolomitten und bis heute beschäftigt.

00:08:10: Was macht da denn Reiz dieser Berge für dich aus?

00:08:14: Also viele Hinsicht.

00:08:16: einmal einfach sie sind wunderschön.

00:08:18: das ist glaube ich für jeden einfach zu erfassen bei uns in den Dolomiten raus geht und einfach mal auch nur abends oder spätnachmittags mal irgendwo sitzt.

00:08:27: Und sich da einfach die Sehme baumeln lassen kann, dann ist das halt einfach etwas was Ruhe bringt, was einem gut tut?

00:08:33: Was einem wirklich schön ist?

00:08:36: Das ist unabhängig jetzt von dem persönlichen Gefühl!

00:08:39: Und danach ist es aber so, dass wir praktisch in den Nolomiten wunderschöne Fossilien haben.

00:08:43: Total viele Ideen haben was über die Jahrmillionen entstanden ist.

00:08:47: Dort gab es Meer dort gabes Inseln dort gab es Kontinente da gab es Superwulkane gab ganz viele Geschichten die erzählen können und das macht halt der Lomitten so besonders aus.

00:08:56: nicht ungefähr haben wir UNESCO World Heritage dafür bekommen.

00:08:59: Schönheit und wissenschaftlicher Content also was wir über die Geschichte von drei hundert Millionen Jahre erzählen

00:09:08: die eigentlich schon seit ein paar hundert Jahren beforst werden.

00:09:12: Gibt es da immer noch was Neues zu entdecken?

00:09:15: Es ist auch so, wie wir sie aus dem Tourismus vielleicht kennen.

00:09:19: Es gibt Hotspots und es gibt Zonen, die sind eher die schönen Gebiete, die aber keiner kennt, die geheime Ecken.

00:09:28: Und das ist genau in den Nuller mitten dasselbe.

00:09:30: Also gefühlt geht jeder... In den letzten Jahren haben wir's gesehen auf den Setscheter hoch!

00:09:34: Ein total genialer Berg für die Paläontologie, aber momentan nicht zu beforsten.

00:09:38: Da stehen so viele Touristen rum und da kann man gar nichts mehr machen.

00:09:42: Auf der anderen Seite zum Beispiel war früher vor zweieinhalb Jahren predat so absolut der Punkt wo sich die ganze Europa und drüber hinaus getroffen hat um über Geologie zu reden.

00:09:54: Blätterbach davor?

00:09:55: Den kannte keiner!

00:09:56: In dem Blatterbach haben wir erst in den letzten Jahr knapp hundert Jahre, dass wir ihn überhaupt erforschen und ab den siebziger Jahren Messlattern nach oben geht, von wegen und zum absoluten Hotspot für die Forschung weltweit gemacht hat.

00:10:11: Und so was gibt es immer wieder?

00:10:13: also wir z.B.

00:10:13: die Praxodorlaminten, die kennt eigentlich auch keiner oder kaum Leute im Wissenschaftlich aber z. B der Latema unter Marmelade sind überstudiert.

00:10:23: Das heißt es gibt dann immer wieder Zonen wo man sich da hingehen kann oder zum Beispiel eine Mendelbasse.

00:10:27: Also jeder kennt diese Dolomiten Aber eigentlich habe ich die gleichen Geschichten auch am Mendelbas.

00:10:32: Am Entpass habe ich aber relativ viel Ruhe und relativ wenig Informationen, was bis vor mir noch gearbeitet worden ist.

00:10:38: Das heißt Ich kann mich immer wieder in Zonen reinsetzen wo ich sehe auch hier gibt es tolle Geschichten Aber das hat eigentlich noch keiner geforscht.

00:10:46: Ein Phänomen zu denen du auch geforst hast sind Massen aussterben In der Erdgeschichte.

00:10:53: Wann spricht man eigentlich von einem Massen Aussterben?

00:10:56: Und Was war in der Vergangenheit die Ursache oder die Ursachen dafür?

00:11:01: Also per Definition ist ein Massenausterben einfach dann, wenn wirklich viele – und wenn man viele sagt, geht man normalerweise von mehr als fünfzig Prozent also mehr als die Hälfte zumindestens der Tiere um Pflanzen, Arten oder Familien ausstirmen in einer Phase.

00:11:18: Weil ein bisschen Ausstärm gibt es dauernd.

00:11:20: Es ist einfach Teil wie man auf die Welt kommt und wieder stirbt, das ist auch mit den Arten.

00:11:25: Die Arten kommen auf die welt, also entstehen haben einen gewissen Zeitraum, den sie durchlaufen und dann irgendwann verschwinden sie wieder.

00:11:32: Also auch ganz natürlich!

00:11:33: Aber wenn das ganz viele gleichzeitig machen?

00:11:36: Dann fällt es auf.

00:11:37: Das könnte man jetzt einfach... Wenn wir's auf eine andere Ebene bringen könnten sagen, wenn jemand sagt ich streike, dann machts gar nichts aber dann plötzlich die ganze deutsche Bahn streikt oder jetzt zum Beispiel der Flugverkehr ist mal gerade steigt, dann liegt alles lahm.

00:11:51: Und das ist eigentlich ein Massenausstärmer.

00:11:53: also wenn so nen Moment gibt wo ganz viele Arten gleichzeitig ausstirmen und wie gesagt mindestens fünfzig Prozent.

00:11:59: Und wenn man jetzt wirklich diesen Trash-Hold, also dieses Limit von fünfzig prozent nimmt dann bleiben eigentlich nur mal fünf große Massen aus Sterben der Erdgeschichte übrig.

00:12:07: Und eines von denen haben wir hier genau in den Dolomiten die Parmtrias Grenze perfekt aufgeschlossen.

00:12:13: Achtensterben ist ja auch ein Schlagwort das man nicht seit heute sondern seit Jahren immer wieder hört.

00:12:20: was ist da gerade im Gange?

00:12:22: Ist es ein bisschen sterben?

00:12:24: wie du gesagt hast können da eben sagen ja Klimaveränderungen und solche Massen aussterben, hat es ja immer schon gegeben.

00:12:33: Und sollten eigentlich kein Anlass sein etwas zu tun dagegen?

00:12:37: Die Frage kann man jetzt in zwei Punkte aufteilen.

00:12:39: zum einen was ist heute Massenerstärmer oder wie viele Arten sterben in welcher kurzen Zeit?

00:12:46: okay das dieses gemeinsame sofort zusammen Und was wir sehen, ist zum Beispiel das größte Massenersstärkender Erdgeschichte.

00:12:53: Staben innerhalb von vierundsechzigtausend Jahre.

00:12:55: neunzig Prozent der Arten im Meer ungefähr sechszig Prozent, fünfzig Prozent die Arten auf dem Flanntaus sind.

00:13:03: sechzig tausend jahre sind extrem lang.

00:13:05: Also es geht über unsere letzte Eiszeit hinweg, da war eine andere Talle schon da.

00:13:09: Sondern wenn Sie denken wie lange diese Zeitraum ist das ein extrem langer Zeitraum?

00:13:13: Wir sehen uns zurzeit extrem Geologisch gesehen kurze Zeiträume an die letzten hundert Jahre, in den letzten zweihundert Jahren.

00:13:20: Und wir sehen eine rassante Kurve und das macht man so auf einer Kurve, sondern nach dem System wie viele Arten sterben aus und es geht eine Kurve die exponentiell nach oben geht.

00:13:26: Das heißt sie geht ganz steil nach oben und wir sehen dass sozusagen in den Letzten Hundert Jahren extrem viel schon an Artensterben gegeben hat.

00:13:34: Und wenn die exponentielle Kurve wirklich so weitergehen würde, wie es jetzt gerade in den letzten hundert Jahren gewachsen ist, dann würden wir mit dem sechsten Massenausstärben – also fünf haben wir schon gehabt, mit dem es im Sechsten im Massenauesterm schlimmer sein als das größte Massenausterm der Erdgeschichte.

00:13:48: Wir hoffen natürlich immer dass wir diese Kurve noch kriegen und sich irgendwann mal abflacht bewusst werden, dass die Arten auch wichtig sind.

00:13:56: Weil das ist das was wir uns manchmal nicht bewusst sind.

00:13:59: Wir denken nicht wie wichtig Biodiversität, sprich Anzahl von verschiedenen Arten Von Tieren und Pflanzen auf ein gewisses Areal bezogen Wie wichtig das auch für unsere Wirtschaft ist Für unsere Gesundheit ist Und für ganz viele andere Facetten unseres Lebens.

00:14:13: Wir denken immer nur Ja dann ist halt eine Art ausgestorben.

00:14:16: Man hat so irgendwie dieses Gefühl Nicht Was Das Heuer heißen Kann weil Die Einzelne Art macht es nicht.

00:14:22: Aber an jeder Art hängt ganz eine Serie von Beispielen.

00:14:25: Also das kann ein ganz banales Beispiel sein, kann auch eine Idee, die vielleicht genau darauf spezialisiert ist, von einer Hummelbefruchte zu werden bzw dann eben den Nektar abzugeben.

00:14:34: Wenn diese Idee nicht mehr da ist, hat diese Hummel im Zweifelsfall diesen Haupt-Nahrungsträger nicht mehr.

00:14:40: Dann wird die Hummel aussterben, also der Hummel hängt aber wieder etwas anderes dran und so weiter.

00:14:44: Das ist immer so einen Kaskadeffekt Und das isst nicht nur eine Art wenn man es als Ökosystem sieht.

00:14:50: Das heißt, wir sollten uns Sorgen machen.

00:14:53: Wir sollten uns auf jeden Fall Sorgen machten und wir sollten es ernst nehmen.

00:14:56: wenn wir als Wissenschaftler sagen Biodiversitätsverlust ist auch wichtig für uns als Menschen Und ich rede jetzt nicht im Hummel ist das ein Beispiel was jeder im Kopf hat auch wegen Bestäuber usw.

00:15:08: aber zum Beispiel die Schwebpfleben sind auch bestäuber sind ganz wichtige Bestäubers und die hat keiner auf dem Radar.

00:15:14: Wir haben gar keine Ahnung,

00:15:15: z.B.,

00:15:16: Südtirol oder Euregertirol, weil mich beschäftigt jetzt ja die Euregartirol nicht nur mehr Südtirol was da überhaupt passiert mit diesen Gruppen und die brauchen wir auch.

00:15:26: Also wir brauchen nicht nur die Honigbiene zu bestäuben unser Apfelwiesen oder was auch immer, sondern wir brauchen auch Wildbienen.

00:15:34: Wir brauchen auch die Hummeln, wir brauchen die Schwebpflege.

00:15:36: dazu Nicht darauf aufpassen.

00:15:39: Wenn wir diese Biodiversität nicht auch als wichtigen Teil für unsere Wirtschaft, für unser Gesundheit sehen, dann müssen wir uns wirklich sagen machen.

00:15:46: Ich möchte noch mal kurz auf die Ursachen zurückkommen.

00:15:49: Früher gab es keine Menschen aber trotzdem Klimaveränderungen, Massenausstärken.

00:15:55: spielt da Mensch?

00:15:57: Für das was gerade stattfindet eine Rolle oder nicht?

00:16:01: Also Massenausterben passieren immer dann wenn zu viele Faktoren zusammen kommen, die nicht zusammenkommen sollen Klimaerwärmung, Treibhausgas, dementsprechende Reduzierung der Ohr-Zohnschicht.

00:16:12: Das sind immer so Kaskadeeffekte wieder?

00:16:14: Also wir hatten früher, hätten es kälter wie heute und hat was wärmer wie heute.

00:16:18: Aber wenn das nur wärmer und kälder ist ohne dass es dann auch noch die Ohrzohnsschicht reduziert, dass es auch noch zu einem Veränderungen von tektonischen Blatten kommt und dann passiert eigentlich nicht viel.

00:16:30: Dann ist es ein normales Stürmerein.

00:16:32: Wenn viele von diesen Faktoren zusammenkommen, dann gibt's ein Problem Das sind Massen aus Sterben.

00:16:38: Früher gab es da ein Meteoriten, also es war schon ein labiles Ökosystem und dann kam man mit der Rit und dann ist das Ganze zusammengebrochen.

00:16:46: Es gab super Vulkanen Events auch wieder ein schon labiles ökossystem Ein riesiger Lipp.

00:16:52: was so ein riesiger large in use province Riesen vulkanesysteme Tausende Kilometer Quadratkilometer groß Und wieder richtig ganzes struktur zusammen.

00:17:01: heute sind wir wieder in einer Struktur, wo viele Sachen zusammenkommen.

00:17:06: Es wird wärmer und wir gehen eh schon aus der Eiszeit heraus in eine Warmzeit usw.

00:17:10: Und wenn wir als Mensch dann sozusagen den Meteoriten spielen?

00:17:14: Dann kann es wieder kippen!

00:17:17: Also normalerweise würde jetzt gar nichts viel passieren.

00:17:19: Normalerweise würde jetzt alles... also wenn der Mensch nicht gerade aufs Vollgas drücken würde, dann würden wir einfach mal sagen okay Es würde jetzt ein paar Outen aussterben, ein paar neue kommen dazu.

00:17:29: Alles ganz normal.

00:17:30: Aber dadurch dass wir jetzt gerade – und ich habe es ja vorgesagt – also auf sixty-tausend war es so ein paar hundert.

00:17:35: Also wir gehen ganz extrem schnell von null auf dreihundert praktisch versuchen in einer Sekunde zu machen.

00:17:42: Also gelogisch gesehen.

00:17:44: Und das ist wieder diese eine Tropfen so viel!

00:17:47: Jetzt gibt es auch….

00:17:48: Ich weiß nicht, zumindest der Wahrnehmung nach in den letzten Jahren auch immer mehr Menschen die genau diese wissenschaftlichen Erkenntnisse eigentlich in Zweifel ziehen.

00:17:56: Westpräsident Donald Trump ist nicht der einzige, aber sicher der mächtigste politische Entscheidungsträger.

00:18:02: Der eben eines gewissen Wissenschafts-Skepsis oder auch Feindlichkeit immer salonfähiger macht.

00:18:08: Für ihn ist Klimaschutz eine Lüge, Schwindel oder Betrug und er zieht die Gefahr von Treibhausgasen in Zweifel.

00:18:17: Was denkst du dir dabei wenn du solche Äußerungen, solche Standpunkte hörst?

00:18:23: Das ist politische Standpunkte sind, der Politiker will nur fünf Jahre dann wieder gewählt werden.

00:18:28: Und also geht es sehr oft leider Gottes in der Politik.

00:18:31: und was kann ich populär anbringen?

00:18:34: Was führt dazu dass sich jetzt wiedergewählt werde das nächste Mal?

00:18:37: wie kommt mein Wähler dazu dass er sich in vier bis fünf Jahren von mir gut vertreten gefühlt hat Also nichts das unangenehm für ihn war vielleicht auf ihn zukommen musste?

00:18:47: und das ist ja genau das was Wenn wir uns nur selber anschauen, dann will jeder von uns, weil ein großes Auto immer viel älter auf dem Konto.

00:18:55: Immer ein tolles Haus das perfekt eingerichtet ist vielleicht immer Designer-Moden.

00:18:59: ich bin jetzt alles das nicht aber so dass es so der stere Typ der eigentlich uns vor den Marketing erzählt wird, dass wir das alle wollen.

00:19:06: und das geht halt mit Artenvielfalt um Klimaschutz nicht zusammen Weil Arten vielfalt und Klimaschutz heißt Wir müssen die Natur auch akzeptieren als Teil von uns Und auch Respekt diese Natur gegenüber haben.

00:19:17: Und was wir haben ist, dass wir in unserem Narrativ immer einen Fehler machen.

00:19:22: Das mir in den letzten Jahren aufgefallen.

00:19:24: Wir reden immer dazu der Klimawandel führt halt eben dazu das diese Tierenpflanzen aussterben.

00:19:29: aber eigentlich es ist das ganze ist ein Kreislauf.

00:19:31: sprich Es wird die Arten vielfalt geringer da.

00:19:35: Boden zum Beispiel wird dadurch weniger gefestigt es kommt eher zu Erdrutschen.

00:19:39: das führt wiederum führt dazu dass es dann viele mehr Zonen gibt dann die werden nicht grün sind die weniger Fotosynthesie betreiben werden, und dann kommt es zu einem dummen Effekt.

00:19:47: Das heißt das wird dann schneller, also dieses auf des Gas treten.

00:19:51: Und wir denken immer der Klimaeffekt lässt halt ein paar Arten ausstärken.

00:19:55: aber es ist nicht so.

00:19:56: Die Arten, die ausstirmen fühlen dazu dass mehr Arten austirmen.

00:19:59: Also dieser Kaskadeffekt.

00:20:01: Und das ist unser Narrativ, dass wir gerade falsch erzählen müssen.

00:20:04: und dadurch ist es auch einfach weil dann sagen wir ja, dann sterben sie halt aus, aber dann sind sie ausgestorben.

00:20:10: Das hat für uns keinen Effekt.

00:20:13: Wenn wir uns bewusst sind, dass das Narrativ falsch ist, es ist ein Kreislauf... ...wenn die aussterben haben wir auch ein Problem dazu und es geht von der gesundheitlichen.

00:20:22: Problemen, die dadurch entstehen können bis hin zu wirtschaftlichen Problemen.

00:20:26: Man muss nur schauen was es in den letzten Jahren gekostet hat bei uns einfach irgendwelche Handsicherungen um wirklich anstehenden rote Zonen Gefahrenzonen Sicherung zu machen dann weiß man wie viel Geld da reinfließen muss um diesen Klimawandel sozusagen ein Gegend zurück Sprich.

00:20:41: wir haben in der Zwischenzeit heiße Häuserweiler gebaut in zonen die war eigentlich gar nicht heute mit den neuen klimabedingungen wo diese Hundertjahr-Events plötzlich alle zehn Jahre entstehen und dann die plötzlichen roter Zone sind.

00:20:54: Das heißt, es kostet uns extrem viel Geld wieder.

00:20:56: Eigentlich ist ein guter gesunder Wald oberhalb eines Weilers bringt uns eigentlich wirtschaftlich was aber das sehen wir nicht und deswegen ist es für den Politiker einfacher zu erzählen egal!

00:21:09: Wir schauen auf die Wirtschaft und die Wirtschaft ist mehr Produktion, mehr Konsum, mehr Geld ausgeben.

00:21:15: Klimaschutzmaßnahmen sollten wir eigentlich unssortwillen machen und nicht um den Planeten zu retten.

00:21:21: Den Planeten geht es gut!

00:21:23: Die Erde hat sogar die Dinosaurer überlebt, weil man bedenkt wie groß die Dino-Sauern geworden konnten und wie sie stampfen konnten.

00:21:29: Jetzt sage ich mal ganz einfach dann ist der Fußabdruck denn wir hinterlassen auf dieser Erde?

00:21:33: Wir können ja klarerweise bauen Betons, wir bauen Wolkenkratzer, wir können alles möglich sein aber im Endeffekt ist der Fuss abdrückt den wir hinter lassen nur denen die wir hinterlassen können.

00:21:42: Es hat vor uns schon ganz andere Tiere gegeben, die die Erde besiedelt haben und die Erde hat trotzdem sich weiter gedreht.

00:21:49: Weil das halt doch nur sozusagen es kratzt sie nicht an der Oberfläche!

00:21:54: Du warst von nicht allzu langer Zeit mit der Bibisine in Dolomiten unterwegs, auch im Wissenschaftspodcast zu Gast.

00:22:02: Du machst selbst Führungen und suchst Synergien zwischen Wissenschaft und Kunst.

00:22:06: Dir ist es also ein großes Anliegen deine Forschung und die Wissenschaft insgesamt nach außen zu tragen?

00:22:13: Absolut!

00:22:14: Es gibt nichts Schlimmeres als wenn wir – das haben wir ja als Wissenschaftler, also wir als Community in dem Fall gemeint – als Wissenschaftlern jahre Jahre zehntelang gemacht.

00:22:22: Ich glaube deswegen... Vertraut uns die Gesellschaft auch so wenig.

00:22:26: Wir sprechen in schwerem Sprachen und typisches Beispiel ist der Arzt, also ich habe nichts gegen Arzt.

00:22:30: Ich will das ja noch nicht als Kritik gesehen haben.

00:22:32: Also das typische Beispiel ist man setzt sich beim Arzt hin erklärt ihm was wo uns da Schuh drückt und er erst antwortet in schweren Worten, wo man dann vielleicht danach mal im Google nachschaut, weil was hat der jetzt überhaupt gesagt?

00:22:43: Und dann erwartet man am Ende des und was heißt das für mich?

00:22:47: Die Wissenschaft hat sich einfach in den letzten Jahren hin entwickelt leider bis vor vielleicht den letzten fünf Jahre, aber davor hatte sie so eine Phase des Wissenschafts ist das was wichtig ist.

00:22:57: Wir sind wichtig wir haben Macht weil wir auch eine harte Sprache reden die keiner versteht und da müsst ihr uns halt einfach vertrauen dass wir das was wie euch sagen richtig ist.

00:23:07: und dieses Vertrauen ist dann von Bayern gebrochen aus verschiedensten Gründen.

00:23:11: und jetzt ist es so dass man denn genau deswegen dann Wissenschaft nicht mehr vertraut und dementsprechend nicht mehr aufnimmt was der Wissenschaftler gerne sagt.

00:23:19: Glücklicherweise hat sich bei einem gewissen Teil der wissenschaftlichen Community und da gehöre ich absolut dazu, die Informationen aufgetan.

00:23:25: eigentlich müssen wir was ändern.

00:23:27: Und wenn wir nicht zu den Leuten hingehen und erklären von was wir haben?

00:23:30: anders formuliert für mich ist es einfach!

00:23:32: Ich kann rausgehen in den Leuten zeigen wie genial schön toll und volle Erzählungen unsere Natur ist.

00:23:39: man gibt keine schöneren Job als der okay Und das ist ja total ein einfacher Job, versus anderen wissenschaftlichen Bereichen zum Beispiel.

00:23:46: Also ich würde mich viel schwerer tun, Quantenphysik zu erklären und deswegen wenn wir das nicht versuchen zu vermitteln und wenn wir die Leute nicht in unser Boot holen und uns mitnehmen physisch wie gleich auch in der Narrativ dann haben wir keine Chance.

00:24:02: Wie sollen die Leute vertrauen oder zum Beispiel glauben dass Biodiversität wichtig für uns ist?

00:24:07: Wenn sie keine Ahnung haben was Biodiverzität eigentlich heißt?

00:24:09: es ist ein schweres Wort Wenn wir rausgehen auf eine Wiese und dann sehen wir so eine richtig tolle Trockenwiese, die vielleicht auch total ganz normal sich entwickeln kann.

00:24:19: Und wenn man also reinschaut und da mal drinnen ist, dann fühlt man es wie es einen gut tut oder wenn man in den Wald gehen kann einfach und einfach mal sich die Seele baumeln lassen kann.

00:24:28: Dann weiß man wie wichtig wir Südtirol haben ja den Vorteil Wir leben ja eigentlich auf dem Land.

00:24:34: Aber selbst unsere große Städte sind keine Riesenstädte, weil wir haben einen sehr starken Naturbezug.

00:24:39: Viel schlimmer ist es wenn ich zum Beispiel in München bin und diese riesengroße Städten wo ich dann auch bei meinen Studenten manchmal das Problem habe dass eine oder andere keine Ahnung hat wie ein Fahren aussieht.

00:24:48: Bei uns weiß man ja jeder wie ein fahren aussieht okay?

00:24:51: Und das ist halt einfach... Ich glaube das ist so wichtig!

00:24:54: Das kann man über verschiedene Sprachen machen, das kann man machen indem er rausgeht mit den Leuten Führungen macht Kinderbücher schreibt, was auch Podcast oder Podcast drüber kommt.

00:25:04: Aber das kann man auch machen, indem man eine andere Sprache spricht, Kunst zum Beispiel.

00:25:08: Das kann man machen, weil Künstler können das wieder in ihre Sprache übersetzen und dann wieder Emotionen generieren.

00:25:14: Und seien wir uns ehrlich?

00:25:15: Alles das, was bei unseren Emotionern generiert bleibt am ehesten!

00:25:19: Vor ein paar Jahren hast du mal erzählt, dass es als Frau in der Wissenschaft nicht immer einfach war.

00:25:25: Kannst du da erklären oder ein Beispiel nennen wie man es dir vielleicht schwer gemacht hat und ob dieses Geschlechtergefälle immer noch da ist?

00:25:36: Schwere Geschichte!

00:25:38: Also die Männer können eines einfach besser sind Zeilschaften haben.

00:25:41: Männer schicken Männer, Männer helfen Männern.

00:25:44: Das ist halt etwas, was sie können.

00:25:45: Früher können Frauen irgendwie nicht so gut.

00:25:48: oder mussten Frauen erst in den letzten Jahren lernen?

00:25:51: Ich habe ein wunderschönes Buch bekommen und Geschenk bekommen zum Geburtstag, wo es darum ging, Frauen in einem Narrativverstehen.

00:25:58: Da stand als erste Seite drin.

00:26:00: Frühe gingen Frauen nicht in die Schule, weil sie waren halt einfach nicht intelligent genug dazu.

00:26:05: Und das war also wirklich bewusst von einer Frau geschrieben.

00:26:08: zu diese ganzen Vorurteile, die sich aus dem Mittelalter bis heute hochgezogen haben, einmal durch die Zeilen durchdeckliniert Und dann merkt man halt einfach, wie viel diese Grundstruktur der Gesellschaft.

00:26:19: Frauen sind nicht so intelligent.

00:26:21: Männer können bestimmte Sachen besser, Frauen können andere Sachen besser... Wie sich das verankert hat?

00:26:27: Und es entsprechend ist halt einfach so dass Männer sich bessere Seilschaften machen.

00:26:31: und das heißt dann wenn eine Frau aufkommt und vielleicht neue Ideen hat, da muss man das mal als erstes unterdrücken.

00:26:37: Unterdrücken kann auf verschiedene Ebenen passieren.

00:26:40: Unterdrücken kann sein, dass einfach ein Projekt schlecht gereviewt wird weil man sagt, das ist alles scheiße.

00:26:46: Im wahrsten Sinne des Wortes.

00:26:47: So nach dem System kann man doch so überhaupt nicht machen.

00:26:50: und irgendwie ein paar Jahre später sieht man das ähnliche Projekt vom Kollegen aber irgendwie durchgewunken.

00:26:55: Und es kann so passieren, dass man Publikationen hat die von einem Konkurrenten oder auch bei uns gibt's Konkurrenz der vielleicht einen älterer Herr oder Professor auf seinem Lehrstuhl ist dann einfach sagt na so Das geht gar nicht!

00:27:10: Und wenn man dann hingeht und sagt so, dann schrei mal das Paper zusammen.

00:27:12: Du hilfst mir jetzt zu erklären was wolltest du da überhaupt jetzt drinnen haben?

00:27:15: Das sind die Probleme einfach keine Probleme mehr.

00:27:19: So habe ich es natürlich mit den Jahren schon gehabt dass sich da als Frau, die auch nicht auf der Uni sondern im Museum... Museum ist Forschung zweiter Klasse für bestimmte Leute und dass sich dann immer so Frau und die Museum zweiter klasse abgestuft wurden.

00:27:35: Auch oft, leider Gott ist wirklich passiert sehr oft ausgebotet, übergangen worden bin und es lustige war.

00:27:41: Wenn dann Leute später auf mich zugekommen sind und haben gesagt eigentlich hat man damals einen Fehler gemacht.

00:27:45: Eigentlich hätten wir dich holen sollen oder eigentlich hätten wir Dich mit ins Boot holen soll.

00:27:49: Oder wenn das Projekt schon drei Viertel durch ist, dann sagen ich will ihn kannst du uns noch schnell reihelfen?

00:27:54: Und jeder von diesen Bausteinen die man dann überlebt so im wahrsten Sinne des Wortes auch wissenschaftlich tun.

00:28:01: gut weil man wächst daran.

00:28:04: Es ist schön zu sehen, ich bin fünfundzwanzig Jahre alt was Wissenschaft angeht.

00:28:08: Also ich habe fünfund zwanzig jahre Wissenschaft jetzt hinter mir und ich sehe wie viel Schweres vor fünfundswanzig Jahren war.

00:28:13: Ich will nicht vorstellen wie es vor hundert Jahren waren.

00:28:16: Und ich sehe es wie viel einfaches Gott sei Dank jetzt geworden ist.

00:28:19: Es gibt viel mehr Sensibilität.

00:28:22: auch Frauen also viele von meinen Kolleginnen auch jüngere Kolleginnen haben.

00:28:26: Ich hab mit vierzig meine Tochter bekommen weil ich musste erstmal mich wissenschaftlich überhaupt mal konsolidieren.

00:28:33: Ich habe Kolleginnen, die sind mit zwanzig und haben auch Kinder.

00:28:35: Und mache ihre Superkarriere jetzt weiter.

00:28:37: Als es hat sich mit der Zeit was verändert.

00:28:41: Da muss man sagen da gibt's auch wundervolle Frauen, die Vorreiterpositionen gewesen sind... ...die von ungefähr hundert Jahren das erste Mal Doktorat in den Geo-Wissenschaften abgeschlossen hat als erstes.

00:28:54: Aber Personen wie Ulrike Tabayna zum Beispiel im Südtüron

00:28:57: usw.,

00:28:58: also ganz starke Frauen,... zur Präsidentin der Universität Bootsen.

00:29:04: Also die Zeichen, es geht und das hilft natürlich.

00:29:07: Frau, also Fortbilder zu haben, gehilft immer!

00:29:10: Und jetzt heutzutage besser.

00:29:13: Zum Abschluss Evelyn möchte ich dir drei kurze Fragen stellen und bitte um drei kurzen Antworten.

00:29:20: Hast du eine Lieblingsortensitiole?

00:29:22: Viele, wo ich immer unheimlich gerne bin ist Zuhause klarerweise.

00:29:26: Das sind einfach die Ruhe, die Familie, die einen auch wurzelt wenn man so will Aber wenn ich sonst unterwegs bin, einfach in den Nonomiten idealerweise eben nicht die Hotspots.

00:29:36: Im Blätterbach zum Beispiel im oberen Teil der Schlucht, nicht im unteren, wo alle durchlaufen aber es ist einfach wunderschön irgendwo in den Numiten unterwegs zu sein und das einfach auf sich wecken zu lassen.

00:29:46: Du hast vorhin deine Tochter angesprochen.

00:29:49: wie erklärt deine kleine Tochter anderen Leuten was ihre Mami bei der Arbeit macht?

00:29:55: Momentan erklärt sie mir dass Mama viel auf Arbeit ist noch Aber sie liebt das Steine zu sammeln.

00:30:02: Wir haben zurzeit gerade ein Adriops-Aquarium zu Hause, weil wir ... Ich brauch die Skelette für eine Ausstellung, die wir jetzt gerade bauen über extreme Lebenswelten und eben wie Tiere und Pflanzen sich an diese extremen Ökosysteme angepasst haben.

00:30:14: Und da brauchen wir genau den Triops und da bauen wir jetzt grad zusammen einen Triops.

00:30:18: Und sonst erzählt es ja gerne von den ganzen Museen in denen wir sind, weil ich kann dann keine Museen vorbeigehen auf der Welt, wenn ich ihnen gerne Stadt zu besucht bin!

00:30:27: Und was ich mich auch gefragt habe, wie sehr gelingt es dir so beim Wandern oder beim Schlendern noch die Landschaft, die Balliomintologinnen Brille abzusetzen.

00:30:37: Oder siehst du wirklich hinter jedem Stein?

00:30:39: Oder suchst du hinter jedem Steiner eine Geschichte?

00:30:41: Es ist jetzt Ansichtssache, mein Mann würde sagen ich schaffe es nicht.

00:30:44: Ich sage immer, ich schaffs eigentlich recht gut abzuschauen.

00:30:46: Ich werde nie stehen bleiben und mit einem Hammer anfangen zu schlagen.

00:30:49: Ich nehme den Hammer bewusst nicht mit ganz einfach weil sonst wird's vielleicht kritisch aber klar wenn man durch die Gegend geht man sieht immer Strukturen und so weiter.

00:30:56: das ist ja auch schön weil meistens ist man ja mit der Familie.

00:30:59: dann unterwegs bekommt halt meine Tochter auch den einen oder anderen Kristall mal in die Hand gedruckt.

00:31:04: Oder versteht einfach mal, warum diese weißen Flecken auf diesem Stein ist drauf sind?

00:31:10: Aber es geht jetzt nicht nur um Geologie, da geht's bei mir auch um Tiere und Pflanzen, die heute vorkommen.

00:31:14: Es geht um die Natur grundsätzlich!

00:31:17: Evelin, vielen Dank für das Gespräch und Ihnen vielen Dank fürs Zuhören.

00:31:21: Die nächste Folge von die SWZ trifft erscheint dann in zwei Wochen.

00:31:25: bis dahin gibt es wie gewohnt Wirtschaftspolitik und Wissenschaft aus Südtirol und der Welt jeden Freitag in der SWZ und online unter svz.id.

00:31:34: Bis zum nächsten Mal.

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