Wie wurde Flix zum Milliardenunternehmen, Daniel Krauss?
Shownotes
Daniel Krauss, Mitgründer und CIO von Flix, erzählt in dieser Folge, wie aus einer Idee zur richtigen Zeit ein globaler Mobilitätsanbieter wurde, wie Flix sich in einem hart umkämpften Markt gegen Konkurrenten und Konzerne behauptete – und weshalb die Busse anfangs blau statt grün waren. Außerdem geht es um persönliche Learnings aus über zehn Jahren Unternehmertum, den größten Rückschlag in der Unternehmensgeschichte, seine Rolle als Führungskraft und um gute Start-ups. Auch erzählt der Flix-Gründer eine kuriose Geschichte über eine Busreise, bei der er seine Kontakte spielen ließ, um einen Flixbus noch rechtzeitig zu erreichen.
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00:00:05: Ich erinnere mich noch, dass egal wie übermächtig der Gegner erschien wir wollten immer gewinnen.
00:00:10: No matter what!
00:00:36: Und heute sprechen wir mit einem, der dabei eine Hauptrolle gespielt hat – nämlich mit Daniel Kraus.
00:00:43: Er ist einer der drei Gründer von Flix.
00:00:46: Anlässlich des Süddealer Wirtschaftsformen ist er für ein paar Tage im Bozen und diese Gelegenheit nutzen wir für dieses Gespräch.
00:00:53: Gleich vor Weg haben uns auf das Du geeinigt!
00:00:57: Ich bin Silvia Santandrea, Redakteurin bei der SWZ.
00:01:00: Daniel danke, dass du dir die Zeit für dieses Gespräch nimmst.
00:01:03: Ja hallo zusammen und danke dir Silvia für die Einladung.
00:01:06: Daniel Kraus hat gemeinsam mit seinen beiden Mitgründern ein Unternehmen aufgebaut, das aus einer regulatorischen Chance heraus entstanden ist und heute zu den bekanntesten Mobilitätsplattformen weltweit zählt.
00:01:19: Flix hat mittlerweile Angebote in Europa, Nordamerika und weiteren Märkten – und seit einigen Jahren ist das Unternehmen auch im Schienenverkehr tätig.
00:01:29: Der Wert des Unternehmens wird auf etwa drei Milliarden Euro geschätzt.
00:01:33: Daniel Kraus verantwortet bei Flix als Chief Information Officer den Technologiebereich und erleitet den Bereich Personalentwicklung.
00:01:43: Bevor er Flix mitgründete, sammelte er Erfahrungen bei Technologiekonzernen wie Microsoft und Siemens.
00:01:50: Wie die Gründung im richtigen Moment gelungen ist, wie sich Flix in einem hart umkämpften Markt durchgesetzt hat und welche leeren Daniel Krause bisher mitgenommen hat – darum geht es in dieser Folge!
00:02:04: In der Unternehmens-IT geht es zu wie im Bienenstock.
00:02:07: Was nach wildem Durcheinander klingt, ist in Wahrheit ein perfekt organisiertes System.
00:02:12: Doch wachsende Anforderungen verlangen nach spezialisierter Verstärkung.
00:02:16: die Managed IT Services von Converto ergänzen ihre IT mit zusätzlicher Fachkompetenz damit sie sich auf Innovation und Wachstum konzentrieren können.
00:02:26: mehr zu unseren Managed It Services Converto.eu.
00:02:35: Daniel, als erstes muss ich dich natürlich fragen.
00:02:37: Wie bist du dann nach Südtirol gekommen mit dem Bus?
00:02:41: Das kommt jetzt drauf an ob ein VW-Bus auch zählt aber diesmal nicht.
00:02:45: das kommt immer darauf an.
00:02:46: also ich bin häufig in Südterol muss ich ehrlicherweise sagen Ich liebe die Region und ich glaube nach Maran ist es eine Strecke die ich schon wirklich regelmäßig mit dem Flixbus gefahren bin.
00:02:57: Aber dieses mal bin ich so viel unterwegs kreuz und quer dass sich tatsächlich mit dem Auto kommen musste.
00:03:02: Das heißt, du fährst nach wie vor oft mit dem Bus.
00:03:05: Man kann mich da auch mal treffen?
00:03:06: Also man kann mich dann auch mal treffen.
00:03:08: das passiert wobei mich ja kennen kaum Menschen und ich fahr regelmäßig.
00:03:14: Ich fahre allerdings auch vor einem Nachtbus weil tagsüber muss ich zugeben bin ich auch ein großer Fan von Zügen und fahr sehr viel Zug schlichtweg weil es schneller ist und was zum arbeiten auch nochmal ein Stück bequemer ist.
00:03:26: Das heißt, man kann mich aber jederzeit irgendwo treffen.
00:03:29: Also ich bin jetzt niemand der in einer schwarzen Limousine mit einem Fahrer unterwegs ist.
00:03:33: Dann halten wir in Zukunft die Augen offen nach dir!
00:03:37: Gibt es denn eigentlich eine Busfahrt?
00:03:39: Die dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
00:03:41: – ich habe in der Vorbereitung für dieses Gespräch herausgefunden dass du einmal einen Bus verschieben lassen hast um ihn noch zeitlich zu schaffen.
00:03:52: Tatsächlich hatte ich diese Fahrt im Kopf.
00:03:54: Da hat mal wieder die Lufthansa gestreikt und ich war bei der ITB in Berlin.
00:04:01: Und musste am nächsten Tag in Innsbruck sein, ja der Flieger ging nicht und dann war ich da ein bisschen festgequatscht wie man sagt.
00:04:10: und der Bus, der die letzte Option gewesen ist über Nacht mich rechtzeitig nach Innsbrück zu bringen, der fuhr am anderen Ende der Stadt und Berlin ist manchmal schon eine Rush Hour etwas messy Und ich habe dann festgestellt, das werde ich nicht mehr schaffen.
00:04:24: Und tatsächlich war es das einzige Mal, dass sich bei uns in der Leitstelle angerufen hat und gebeten hab ob er nicht fünf Minuten warten kann.
00:04:32: Er ist mir auch ein bisschen unangenehm.
00:04:33: Das ist natürlich eine Fahrt die in Erinnerung geblieben ist und mich zum Schmunzeln bringt.
00:04:38: Eine Fahrt, die emotional auch wirklich sehr nahe gegangen ist als wir das erste mal nach... dem Ausbruch des vollen Krieges in der Ukraine aus unserem Büro im Warschau nach Kiev gefahren sind, weil wir haben auch ein großes ukrainisches Team und da fährt man auch über Nacht mit den Flixbussen.
00:04:57: Aber das ist ja neben der ukrainischen Staatsbahn eigentlich das Hauptverkehrsmittel und dass es schon einfach interessant ist zu sehen und das hat mich schon noch emotional bewirkt.
00:05:08: Was ging dir dazu durch den Kopf?
00:05:10: Man muss ehrlicherweise sagen... Wir sind hier sehr behütet noch und sollten auch viel dafür tun, dass es so bleibt.
00:05:17: Und wenn man dann das erste Mal... und ich war schon zigmal in der Ukraine aber da war's einfach noch ein ganz normales auch sicheres und tolles Land ist immer noch ein tolles Rand.
00:05:27: Aber jetzt ist natürlich die gefühlte Sicherheit eine andere.
00:05:30: und wenn man denn In einem land im krieg fährt Dann denkt man schon über das eine oder andere nach und was da beispielsweise eine ganze normale app isst Ist nicht uber wie vielleicht in myland sondern Luftattack-App, die dich dann warnt mit Serene das du in den Bunker gehen musst.
00:05:50: und wie gesagt da geht einem schon durch den Kopf.
00:05:54: Wie gut wir es hier noch haben.
00:05:55: auch ein Stück weit Dankbarkeit dass die Ukraine da die Stellung halten aber eben auch Empörung wie wir im Jahr uns noch gegenseitig die Köpfe einschlagen.
00:06:07: das müsste nicht sein.
00:06:09: Kommen wir zu Flix.
00:06:11: Du hast das Unternehmen, gemeinsam mit zwei Mitgründern, gegründet und zwar nicht im luftlären Raum sondern es war ein Moment einer Gesetzesänderung.
00:06:22: Kannst du das einmal kurz für unsere Hörerinnen und Hörers erklären?
00:06:25: Im Jahr ist der erste Bus gefahren und vorher gab es Diskussionen weil die Europäische Union entschieden hat dass der Fernbusverkehr in Europa möglich sein muss und so in allen Ländern.
00:06:37: In vielen Ländern war das vorher privatwirtschaftlich nicht möglich, weil natürlich dann auch vor allem nach dem Weltkriegen da sehr viele Investitionen in die Schiene geflossen ist und das wollte man stückwärts schützen.
00:06:48: Das ist legitim!
00:06:50: Und nach einigen Jahrzehnten war die Aussage nein es muss die Möglichkeit geben im Fernverkehr mehr Wettbewerb zwischen den Verkehrsträgern zu schaffen und Deutschland war witzigerweise damals eines der ersten Länder.
00:07:01: dass diese EU-Regulierung ein nationales Recht umgesetzt hat glaubt man kaum, normalerweise sind es meistens andere.
00:07:08: Und das haben wir mitbekommen.
00:07:09: André mein CEO und einer meiner beiden Mitgründer hat das damals irgendwo gelesen.
00:07:14: ich weiß noch dass er und Jochen mit ihren Frauen Skifahren waren und das war der Impuls.
00:07:18: Wir haben schon vorher auch belegt was wir noch anderes machen konnten aber dann war die Frage okay in anderen Ländern wo Fernbus fahren also wirklich schon über hundert Jahre Gang und Gäbe war beispielsweise Nordamerika, insbesondere die USA.
00:07:32: Warum gab es das eigentlich bei uns?
00:07:34: Ich hatte nie an eine Frage gestellt und dann waren wir okay.
00:07:36: also da wird schon zwei drei Menschen Kundinnen und Kunden geben, die das nutzen Und die Marktgröße war das was uns dann getrieben hat und dazu geführt hat dass wir uns für Busse entschieden
00:07:48: haben.
00:07:49: Also hattet ihr einfach die richtige Idee im richtigen Moment.
00:07:54: Also wir hatten den unbändigen Willen unternehmerisch tätig zu werden.
00:07:58: Dieses Feuer, ich sage ja es gibt eine ganze Menge Jobs für die kann ich mich entscheiden und dann kann ich meinen anderen machen.
00:08:05: Es gibt aber auch Jobs die gleichzeitig eine Berufung sind.
00:08:07: Ärzte und Ärzten sehe ich so zum Beispiel auch Lehrerinnen und Lehrer gibt viele andere Und ich glaube auch Unternehmerinnen und Unternehmer.
00:08:13: das ist ne Berufung weil du tauschst ein Stück weit einen Teil deines Lebens also du lässt nie um fünf Uhr den Stift fallen.
00:08:20: Und diese Entscheidung hatten wir für uns vorher schon getroffen, weil wir einfach unsere Energie in den angestellten Verhältnissen, die konnten wir gar nicht richtig unterbringen.
00:08:29: Dann haben wir überlegt was es werden konnte und dann war das tatsächlich Serendipity sagt man so schön.
00:08:34: also Timing, das ist einfach eine glückliche Fügung und der Rest ist dann unbändiger Wille zu gewinnen.
00:08:43: Hattet ihr von Anfang an das Gefühl, den Gedanken das könnte jetzt wirklich richtig groß wären?
00:08:49: Ja, aber ich glaube das normal.
00:08:50: Also auch hier jetzt gerade beim Südtür Wirtschaftsforum die Start-ups, die gerade pitchen da hat auch jede und jeder genau dasselbe Gefühl ist auch wichtig weil sonst du musst da all in gehen.
00:09:04: und auch uns hat es direkt begeistert
00:09:09: Und auch mit dem Ziel international irgendwann?
00:09:12: Ja,
00:09:12: das ist so.
00:09:14: Wir waren von Anfang an klar, dass wenn man nur eine Linie betrachtet oder wenige Linien wird es nicht funktionieren, sondern muss gleich eine ganze Region mindestens sein ganzes Land aber auch sehr zügig dann über die ganzen Deutschland sehen und ausgucken.
00:09:27: Und wir hatten ja Glück, dass beispielsweise Frankreich dann relativ schnell auch den Weg gegangen ist und liberalisiert hat.
00:09:32: in Italien war's glaube ich sogar schon möglich.
00:09:34: zu der Zeit oder gerade auch in der Mache ging es so Schritt für Schritt, eins nach dem anderen und dann war relativ schnell klar also wenn dann muss man das Flächendeck machen.
00:09:45: Weil das Angebot also die Möglichkeit wenn ich jetzt in die Flix App gehe von A nach B zu reißen dass ist ausschlaggebend.
00:09:51: ja der Preis ist schon auch wichtig.
00:09:54: aber ich nehme mal das Beispiel ich komme aus Nürnberg.
00:09:57: so und wenn Ich jetzt von Nürrmark nach Stuttgart fahre und das kostet irgendwie zehn Euro das mag toll sein ist fast schon ein bisschen toll, mal gucken was der Preis aktuell sagt.
00:10:07: Aber dann würde es mich wenig interessieren wenn's irgendwie von Hamburg nach Berlin ein Euro kostet oder von Mailand nach Verona weil da will ich ja nicht hin.
00:10:17: und deswegen ist es schon so dass wir glauben das unser Inventar also alle Ziele die wir anfahren dass das Ausschlaggebnis für die Menschen, dass sie sich für uns interessieren und wieder zurückkommen.
00:10:28: Und dann auch natürlich, dass es eine gute Preisleistung
00:10:31: ist.
00:10:31: Sodass ich als Benutzerin wenn ich die Flixbus-App verwende weiß da finde ich meine Verbindung sozusagen.
00:10:37: Genau!
00:10:38: Du musst wissen... Es lohnt sich dazu gucken weil ich finde immer die Verbindung dich brauche.
00:10:42: Und wenn's noch künstig ist, dann ist es doch
00:10:44: besser.
00:10:45: Das besondere Flix ist ja, ihr besitzt eigentlich kaum eigene Busse sondern Es ist oder ja praktisch eine Plattform entwickelt.
00:10:54: Könntest du dieses Modell ganz kurz erklären?
00:10:57: Also wir nennen uns Travel Tech Unternehmen, das ist tatsächlich ... Eine Plattform ist so ein bisschen fast schon, das stimmt!
00:11:09: Wenn man das im Amerikaner erzählt, kommt einem auch der Gedanke Franchise.
00:11:13: Aber es ist ein bisschen mehr.
00:11:15: Wir haben uns versucht aus diesen ganzen hergebrachten Modellen... ...das Beste zusammenzubauen.
00:11:21: also ja natürliches ist technologisch eine Plattform und ja natürlich arbeiten wir mit Mobilitätspartnerunternehmen die auch eben ähnlich wie bei den Franchises komplett in unserer Farbe unterwegs sind.
00:11:31: aber es gibt eine unternehmerische Incentivierung.
00:11:33: Das sind langlaufende Verträge.
00:11:35: Wir teilen uns die Umsätze Und warum wir relativ schnell darauf kamen, dass das der einzige Weg ist als erfolgreich zu sein?
00:11:44: Das ist eine Frage der Arbeitsteilung.
00:11:47: Als ich das gegründet habe mit den anderen beiden von Busfahren hatte ich wenig Ahnung und wie man so ein Fahrzeug wartet noch viel weniger.
00:11:54: aber es gibt eben Busse seit hundert von Jahren und da gibt's tolle Unternehmen in Familienunternehmen meistens die zweite Dritte noch mehr Generation Die machen das eben gut, aber die sind lokal gebunden.
00:12:08: Wenn du ein Busunternehmer hier aus Südtirol bist dann ist es wirklich aufwändig auch kostenintensiv zwischen Dresden und Leipzig eine Linie zu betreiben.
00:12:17: Das nennt man Proximity und deswegen waren die immer lokal gebunden konnten nicht mehr weiter wachsen.
00:12:22: Und wir haben den zusammengeschlossen zu einem Netz in der Partnerschaft und haben die Technologie zugrunde gelegt um das Software-Seitig alles zu gestalten.
00:12:32: Dann ist es noch eine Herausforderung.
00:12:34: Warum es im innerstädtischen Segment, beispielsweise Uber so was schon eher gab?
00:12:41: Weil wenn du mit Autos arbeitest viele Menschen haben private Autos.
00:12:45: das ist eine Investition die groß aber tragbar.
00:12:47: So ein Bus kostet zwischen drei und fünf hunderttausend Euro einen Zug zig Millionen Euro.
00:12:53: Da kann ja nicht einfach sagen so wer hat Zöge guckt mal auf meine Plattform und bietet die an.
00:12:57: sondern da muss ich mir überlegen wie Ich das mache.
00:12:59: Wenn ein Unternehmen alles selbst kauft, alle tausenden Busse die wir haben dann hätte ich ja gebunden das Kapital.
00:13:06: Aber eigentlich würde ich das Kapitel verwenden um Kunden und Kunden zu begeistern, um Innovationen voranzubringen.
00:13:11: Und so kann man es eben teilen und kann gemeinsam viel erfolgreicher sein als nur alleine.
00:13:15: Das heißt die Busunternehmen stellen Busse und Personal?
00:13:19: Und Fahrerin und Fahrer korrekt!
00:13:20: Und ihr kümmert euch sozusagen den ganzen Rest.
00:13:23: Genau War dieses Modell in dieser Form von Anfang an so geplant oder hat sich das nach und nach entwickelt?
00:13:30: Vielleicht nicht am Tag eins, wir haben auch mal durchgerechnet ob wir sie kaufen können.
00:13:33: Wir haben auch einmal durchgerechnet ob man einfach sozusagen Subunternehmer beauftragt.
00:13:38: aber wir wollten auch diesen unternehmerischen Anreiz und deswegen ist dann dieses sehr spezielle Flicks Partner-Modell entstanden und ich sage mal in den ersten Wochen also man kann schon sagen von Anfang auf.
00:13:50: Wie habt ihr denn diese traditionellen oft familiengeführten, seit Generationen existierenden Busunternehmen denn am Anfang überzeugt?
00:13:58: Die mussten ja sogar oder die müssen ja sogar die Busse lackieren in Grün.
00:14:03: Relevanz durch Penetrans und das hat sich so geäußert dass wir wirklich monatelang damals noch mit meinem alten Firmenwagen von Microsoft durch die Republik getourt sind.
00:14:13: ... und die überzeugt haben.
00:14:15: Wir haben sowas wie eine digitale... ... gelbe SeitenCD gekauft, haben so'n... ... so'ne automatische E-Mail mehr oder weniger generiert,... ... haben die alle angeschrieben,... ... mit unserem Modell geworben sowie auch hier die Startups heute pitschen.
00:14:29: Und dann haben wir die eben wirklich vollgequatscht... ...und konnten am Anfang knapp sieben überzeugen.
00:14:33: Sieben Unternehmen?
00:14:34: Ja!
00:14:35: Ich meine auf dieser Liste waren tausende Unternehmen... ...wenn haben wir wahrscheinlich hunderte direkt kontaktiert.... ...und noch viel mehr persönlich getroffen.
00:14:43: Also, hundert könnten es schon gewesen sein.
00:14:45: Das heißt die Konvertierung war jetzt nicht sonderlich gut.
00:14:48: Wenn jemand einen Online-Shop aufmacht dann wünsche ich eine bessere Conversion.
00:14:54: aber das ging nicht anders und das ist ein relevanter Teil der Flicks Geschichte weil häufig ist es so bei erfolgreichen Startups von außen drauf geblickt.
00:15:04: dann ist so ja nee das lief einfach easy von der Hand.
00:15:08: Es gab aber eben auch diese Phasen, wo wir einfach monatelang wirklich Klingen geputzt haben und teilweise auch vom Hof gejagd worden sind.
00:15:15: Weil du musstest diese Menschen überzeugen!
00:15:18: Und wir waren drei junge Leute die jetzt nicht aus der Branche kamen.
00:15:22: Die in der Idee hatten sie durchaus progressiver für die Branche damals... ...und da hilft einfach nur wirklich sehr viel Überzeugungskraft.
00:15:29: Ich glaube es am Anfang eigentlich auch einen Moment an dem ihr euch gedacht habt, das wird nichts.
00:15:35: Wir lassen das sein, wir geben auf?
00:15:37: Nein, eigentlich nie.
00:15:39: Es gab
00:15:40: schon mal den einen oder anderen Moment wenn es dann als es losging und so und da zählt dann auch wirklich jeder Euro und da gab's schon einen oder andere Moment wo ich äußerst angespannt war.
00:15:51: aber das gehört dazu dass der Wille und der Glaube in uns ein Erfolg.
00:15:56: der hat immer Bären stark.
00:16:00: Gerade in den ersten Jahren war der Markt sehr umkämpft.
00:16:04: Ihr hattet Konkurrenten wie mein Fernbus, Bostbus oder die österreichische Hallö.
00:16:14: Ihr habt sie aber alle nach und nach übernommen.
00:16:17: Waren diese Übernahmen der einzige Weg zu bestehen langfristig?
00:16:24: Wir sind auch organisch gewachsen und wir wachsen organisch weiter.
00:16:26: Ich glaube, organisches Wachstum ist immer der Kern für erfolgreiches langfristiges Unternehmertum.
00:16:32: aber man kann das beschleunigen durch M&A-Aktivitäten und Konsolidierung hilft auch manchmal im Kundenzugang.
00:16:40: Das ist einfach besser gerade in unseren Segmenten.
00:16:45: Das sieht man eigentlich auch in den verschiedenen Airline-Segmenten oder anderen Bereichen.
00:16:50: Ein-, zwei-, drei Anbieter können erfolgreich sein ... zwanzig können es nicht sein.
00:16:55: Das ist leider so, aber man braucht immer auch... ...ordentlich Wettbewerb damit man sich messen kann und das ist gut für die Kunden im Kunden.
00:17:03: nur die Frage ist wie viel Trägt so ein Markt?
00:17:05: Und damals waren das so knapp acht Unternehmen um die sich die Köpfe eingeschlagen haben... ...und der Grund warum wir da weitestgehend als Gewinnerin rausgekommen sind liegt glaube ich an diesem unbändigen Willen.
00:17:19: also Andreo und ich kennen uns seit der Schulzeit.
00:17:21: besser.
00:17:21: kennengelernt haben wir uns am Volleyball Spielfeld.
00:17:25: Und ich erinnere mich noch, dass egal wie übermächtig der Gegner erschien wir wollten immer gewinnen no matter what und das gilt heute noch und es galt auch in damaligen jeder Situation.
00:17:38: Wir wollen immer gewinnen.
00:17:41: für uns ist wichtig nach den Regeln zu handeln.
00:17:44: Also das ist auch klar, wenn man dann noch weiter denkt was unsere Gesellschaft angeht und die matwirtschaftlich-demokratischen Grundfesten Das ist ganz klar.
00:17:54: wir spielen immer nach den regeln in allen ländern.
00:17:56: aber Wenn ich die regel verstanden habe um mich aufs spiel einlässt Dann will ich gewinnen.
00:18:01: es gibt keine alternative.
00:18:03: Und gerade im wettbewerb mit den konzernen oder den konzerntöchtern du hattest höllo erwähnt Das ist irgendwie anders.
00:18:12: Da hängt nicht ein ganzes unternehmerisches Leben dran.
00:18:15: Das ist ein Projekt und da merkt man dann schon, dass das letzte Quäntchen einfach auf unserer Seite dieser umbändige Wille war.
00:18:23: Braucht dein Unternehmer also diesen unbändigen Willen zu gewinnen?
00:18:27: Ja!
00:18:28: In dem Moment wo man sich der Bequemlichkeit hingibt weil man vielleicht zu sehr in die Vergangenheit guckt und im Erfolg fröhnt was immer nur ein Blick in die vergangenheit ist dieser Hunger nachlässt, halte ich es für sehr gefährlich.
00:18:46: Glaubst du man kann diesen Willen oder diese Eigenschaft erlernen?
00:18:50: Oder hat man die in sich?
00:18:52: Ich denke jetzt zum Beispiel an deine Kinder lernen... oder gibst du ihnen das mit?
00:18:56: Das ist ein gutes Beispiel!
00:18:58: Es gibt in meiner Welt Fertigkeiten und Fähigkeiten.
00:19:00: Fertigkeit ist etwas was eher erlernbar ist, Fähigkeit ist eher was Persönlichkeitsnahes.
00:19:05: Und weil du gehabt meine Kinder erwähntest, ich habe sechs Jahre alten Sohn und eine vierjährige Tochter, die offensichtlich den gleichen Vater.
00:19:14: Also sage ich jetzt mal so ja aber meines Wissens darfst du den gleiche Vater haben?
00:19:19: Meine Tochter hat das also der würde ich zutrauen.
00:19:23: ob das Flix ist weiß ich nicht.
00:19:24: vielleicht ein eigenes Unternehmen.
00:19:26: die hat das.
00:19:29: Unfassbar Willis Stark.
00:19:30: mein Sohn ist eher kreativ.
00:19:34: go with the flow.
00:19:36: er wird vielleicht Wissenschaftler oder Künstler.
00:19:38: Also ich will ihm das nicht ausreden, wenn ein Unternehmen gründet.
00:19:40: Im Gegenteil stehe ich offensichtlich drauf aber von der Fähigkeitsseite – nicht des Erlernte sondern des Mitgegebene.
00:19:47: wie auch immer es passiert gibt's Unterschiede selbst in jungen Jahren und das sehe ich ganz klar bei meiner Tochter und meinem Sohn.
00:19:55: Spannend!
00:20:08: Ich glaube, wenn du die Gesamtgeschichte anguckst war der wichtigste Meilenstein.
00:20:13: Der Zusammenschluss oder die Übernahme von meinem Fanbus?
00:20:15: Dadurch konnten wir den deutschen Markt konsolidieren und hatten eine stabile Basis Und die trägt auch heute noch.
00:20:22: also deswegen ist unser Herz grün.
00:20:24: Damals war ganz zu Beginn flicks blau und mein Fanbus grüb.
00:20:27: Also das ist tatsächlich
00:20:31: Warum Blau?
00:20:32: Grün war schon besetzt Ich weiß es nicht mehr.
00:20:36: Mein erstes Logo ... dass ich designte, war rot.
00:20:40: Jochen hat noch einen Abzug und zeigt's immer wenn er mich...
00:20:43: Ein rote Slogan?
00:20:44: Aber ist ganz fürchterlich!
00:20:44: Also er zeigt es immer bei so großen Mitarbeitern Versammlungen und... Hast du das Design?
00:20:51: Also Design will ich nicht sagen, meine Tochter malt besser aber es ist wirklich, es ist embarrassing würde man im Englischen sagen.
00:20:59: Und deswegen erinnere mich nämlich nicht mehr auf.. Ich glaube es war schon so, dass Grün uns auch gut gefallen hätte, er war damals besetzt und deswegen war das sehr gut.
00:21:07: Und Flix ist offensichtlich der Name, der besser zu internationalisieren war.
00:21:11: Aber wenn man dann jetzt unseren globalen Footprint anguckt... Du hattest vorhin gesagt Europa hat es stimmt aber wenn du in Indien bist siehst du grüne Busse, wenn du im Kanada bist, wenn wir in Chile bis in Australien bist, siehst überall grüne busse.
00:21:23: und dieser wirklich globale footprint der hat glaube ich damit sein Abschluss gefunden dass wir auch so wahrgenommen worden sind wie ein Global Player durch die Übernahme von Greyhound
00:21:37: damals.
00:21:39: Man kennt, fliegs als ein Unternehmen bei dem vieles glatt gelaufen ist oder zu sein scheint.
00:21:47: aber ich denke es gab sicher auch Rückschläge oder?
00:21:50: Was war denn der größte?
00:21:53: Also der größt was sicherlich Covid.
00:21:57: Das ist ganz witzig weil am Anfang Ich versuch mich nicht zu ernstzunehmen und schon eine gewisse spielerische Art und Weise an den Tag, damit du nicht so belastet bist.
00:22:08: Sondern auch nach wie vor selbst wenn es um große Zahlen geht... ...den Mut hast eine Entscheidung zutreffend risiko zu gehen ist wichtig Und das hat dazu geführt dass du am Anfang noch gar nicht realisierst was da eigentlich passiert.
00:22:23: und ich würde sagen erst zwanzig neunzehn war so in der rückschau Dass ich mir gedacht hatte wir sind gekommen um zu bleiben.
00:22:31: jetzt Das war's.
00:22:35: Und dann kam Covid und so schnell kann es gehen.
00:22:39: Unvorhersehbar?
00:22:40: Genau, jetzt weiß ich nicht ob wir gekommen sind um zu bleiben.
00:22:45: Wir haben unfassbar schnell und konsequent reagiert auch wieder das Team Exzellent und haben nicht nur Standby gemacht sondern wir haben wirklich Hypernaid gemacht also so wenig wie möglich Energie gebraucht viel an uns gearbeitet.
00:22:57: das hat auch dazu geführt dass wir die Stärke dann hatten als es wieder losging zum Beispiel Graham zu übernehmen.
00:23:02: Das war aber auch also mindestens mal emotional der größte Rückschritt, weil du dann fragst.
00:23:09: Du fragst einfach okay was passiert mit deinem Lebenswerk?
00:23:13: Aber auch da das ist wieder so etwas Unternehmerisches Wir waren natürlich alle drei schockiert.
00:23:20: aber wenn wir intern diskutiert haben haben wir uns immer gefragt Haben wir alles mögliche alles in unserer Kraft stehende getan dass selbst wenn uns Covid aus der Covid-Gefekt hätte, dass wir uns noch im Spiegel anschauen hätten können.
00:23:34: Und das ist das Wichtigste.
00:23:35: aber also habe ich alles getan und das war in unserem Fall immer mit Ja zu beantworten.
00:23:41: und dann hatten wir nicht nur wir sondern wie als Menschheit Gott sei Dank des Glückes es nach zwei drei Jahren vorbei war
00:23:50: Was habt ihr denn aus dieser Krise gelernt?
00:23:54: Wir sind nochmal reaktionssteller geworden.
00:23:56: Das ist ja so Wenn man Dinge kommen sieht, aber sie nicht greifen kann.
00:24:01: Man hat damals auch viel über exponentielle Veränderungen gesprochen was wir gerade im KI-Umfeld auch sehen.
00:24:05: meiner Meinung nach.
00:24:07: dann haben Menschen die Tendenz zu warten und da musst du auch wieder Mut fassen ins Wasser ins kalte Wasserspringen einfach irgendwas annehmen und schnellere Entscheidungen treffen.
00:24:17: und das war schon so.
00:24:19: also wir haben noch diskutiert als hier in Bergamo und so haben wir gesagt naja mal gucken.
00:24:25: Und dann war aber wenige Tage später, okay wir we shut down und wir haben ja zeitweilig wirklich komplett unser Geschäft eingestellt gehabt.
00:24:34: Also dass diese Trastik lernst du das Salami-Taktik nicht funktioniert?
00:24:39: Und wie du dich wirklich in der Natur gibts es ja, wie du quasi dich wirklich ins einen Winterschlaf zusammenziehst, dass du überlebensfähig bist... Was du auch lernsst ist Es gibt ja wahnsinnig viele Sprichwörter da draußen und die Uhr alt sind, und da ist ja immer was Wahres dran.
00:24:53: Und auch dieses Schuster bleibt bei deinen Leisten.
00:24:56: Also wir hatten zwischenzeitlich dann Flix K gemacht eine Mitvergelegenheit, Flix Charter weil wir gesagt haben Wir haben ein gutes Weltmüssen mit unseren Busunternehmern Unternehmen und dann kann man alles mögliche.
00:25:06: Aber dann haben wir gesagt Nein!
00:25:08: Wir machen wirklich Long Distance Ground Transportation also Fahrplan gestützt Ja, wir machen jetzt Züge und Busse.
00:25:16: Aber vom Kern her auch aus der Kundenperspektive ist es dasselbe.
00:25:19: Es ist kein Chartergeschäft und das ist auch keine
00:25:21: Mitfahrgelegenheit.".
00:25:22: Und das heißt alle sozusagen Spielereien haben wir einfach eingestellt weil du auch da wenn du's wieder mit dem Körper vergleichst ne?
00:25:32: Wenn wir in Gefahr sind jetzt gerade hier Dolomiten und so bergsteigen also zieht erstmal alles aus den Gliedmaßen Richtung Herz damit wir überleben und solche Bildnisse kennen wir alle.
00:25:45: Aber da haben wir es so richtig erlebt und dann verinnern
00:25:48: wird sich das genau.
00:25:50: Wenn du jetzt mit dem Wissen von heute nochmal ganz bei Null anfangen würdest, was würdest du denn oder gibt es etwas, dass dir in den ersten zwölf Monaten oder in den ersten Jahren vielleicht komplett anders machen würde?
00:26:05: Also in den Ersten Monaten gerade was die Technologieplattform angeht und ist ja mein Verantwortungsbereich unter anderem Da hätte ich mir mehr Mut gewünscht Da war ich zu zögerlich.
00:26:19: Und weil man ja am Anfang tatsächlich wenig Ressourcen zur Verfügung hat, tendiert man dazu das obligatorische alles mit Praktikanten und Praktikanen zu lösen – und es ist nichts Schlechtes!
00:26:30: Aber du brauchst auch Menschen die die anlernen und so... Also man sollte sich schon zeitnah wirklich erfahrene tolle Leute suchen ...und dann auch direkt delegieren, ne?
00:26:42: Weil im Zweifel sind sie vielleicht für die Bereiche, für die man sieht ... einkauft, auch besser als man selbst.
00:26:46: Das muss man anerkennen, das ist nur logisch.
00:26:48: und da... ... wenn du das erste Mal machst,... ...das ist halt noch so ein bisschen trial-and-error... ...und schon auch bisschen error, muss man sagen?
00:26:59: Und ich sage dann immer Salopp,... ...du musst super schnell einstellen aber du musst auch fast noch schneller ausstellen,... ...aber nachdem Ausstellen immer blöd ist,... ...ist es leichter gesagt als getan.
00:27:10: Das heißt, da ist dann schon... ...auch einen Fokus drauf gute Leute mit Erfahrung und nicht einfach nur mal schnell, was nicht bei drei auf den Bäumen
00:27:20: ist.
00:27:20: Du hast das Delegieren angesprochen?
00:27:22: Bist du eigentlich ein Schäf der gut Delegierung kann?
00:27:25: Da müsstest du jetzt meine Directs fragen... Ich glaube ja!
00:27:32: Es gibt ein paar Prinzipien die ich habe, die lebe ich schon.
00:27:34: Ich halte mich nicht für sonderlich brillant Und insbesondere für die vielen Themen, die wir haben, hab' ich schon immer versucht, Leute zu finden, die da besser sind als ich.
00:27:43: In der Konsequenz musst du delegieren, weil es uns würde ja nicht der beste oder die beste ist.
00:27:48: Sondern... ...der zweitbeste, bestenfalls das machen.
00:27:56: und dann glaube ich ist es eben auch wichtig dass man den Leuten dann die Freiheit lässt, dass sie entsprechend danach liefern und arbeiten können.
00:28:08: Das heißt ich setze als Chef glaube ich auch ein paar sehr klare Leitlinien, aber ansonsten hohes Maß an Freiheit und Vertrauen.
00:28:17: Und das ist wiederum auch etwas was ich bei Forschungsgespräch immer klar sage wenn jemand von mir erwartet dass er Taschs bekommt eine einzelne Das funktioniert mit mir in der Zusammenarbeit nicht.
00:28:27: es gibt andere die anders managen Aber Ich Es gibt ein paar sehr langjährige enge Mitarbeiter die wissen das manchmal brabbelig so vor mich hin und dann erwarte ich dass jemand aus diesem
00:28:38: Sie
00:28:38: gefühlten Brillanz.
00:28:40: Manche würden das S-Wort vielleicht verwenden, da irgendwas macht und dann zurückkommt und sagt schonmal her ich glaube so... Da muss man einfach ehrlich und selbstreflektiert sein und ich sage nicht dass es der Weg ist, zickwege.
00:28:55: aber bei mir ist es so und ich glaube da bin ich zumindest konsistent als Füllungskraft.
00:29:00: Konntest du das von Anfang an, dass dich selbst auch mal zurücknehmen in den Mitarbeitern?
00:29:05: Glaub ich ja.
00:29:06: Zu vertrauen.
00:29:07: Es ist allerdings so... Ich war... Ich hab mit irgendwann in den zwanzig Jahren aktiv das Voliwerspielen aufgehört und bin Trainer geworden.
00:29:17: Ich habe als Jugendlicher schon immer viel Zeltlager mit organisiert.
00:29:22: Das heißt, ich hab mich immer gern mit Gruppen- und Gruppendynamiken beschäftigt.
00:29:26: Das heisst es war nicht komplett frisch Und auch das ist näher an der Fähigkeit und der Charaktereigenschaft.
00:29:35: Ich nehme mich nicht so sonderlich ernst... ...und bin sicherlich nicht der Meinung, ich bin irgendwie die glückste Person im Raum.
00:29:44: Wenn du dann deine Persönlichkeit treu bleibst, dann war es abzusehen,... ...dass das auch als Führungskraft wahrscheinlich so laufen
00:29:51: wird.".
00:29:53: Wie geht dir denn eigentlich im Unternehmen mit Fehlern?
00:29:56: Oder vielleicht in deinem Team?
00:29:59: Es ist immer wichtig, Fehler anzusprechen und zu adressieren.
00:30:01: Nicht einfach passieren zu lassen weil es uns kein Lerneffekt geben kann.
00:30:06: Und dann je nachdem wie schwerwiegend der Fehler ist gerade in der Softwareentwicklung gibt's ja auch wirklich verschiedene Methoden damit umzugehen.
00:30:14: Root-Course-Analysis Retrospectiven und man sagt manchmal auch Postmortem wenn da was kaputt geht.
00:30:24: Einfach umzulernen und das ist auch der wichtigste Aspekt lernen Und dann einfach zu versuchen, dass man nicht denselben Fehler nochmal macht.
00:30:36: Das ist schon alles.
00:30:36: aber ansonsten denke ich gehen wir da sehr offen damit um und was auf keinen Fall Teil der Flexkultur ist das man sozusagen Leute an dem Pranger stellt.
00:30:45: und weil das funktioniert nicht es führt zu Angst und das führt entweder zu weniger Geschwindigkeit und weniger unternehmerischen Entscheidungen oder so eine Art Verschleierung was noch viel schlimmer
00:30:54: ist.
00:30:56: Siehst du dich selbst eigentlich noch als Start-up oder schon eher als Manager?
00:31:04: Ich sehe mich nach wie vor als Unternehmer.
00:31:07: Und ich fühle mich von der Attitude und von der Kultur, die Flix prägt schon auch im Geist eines Startups ab einer gewissen Größe, das spricht mir von Scale Up aber ich fühl mich eben als Unternehmner v.a Der Unterschied zwischen dem Unternehmer und dem Manager ist ja häufig dass es eine angestellt ist und das andere sozusagen nicht nur ein Job sondern Berufung.
00:31:29: Und wir hatten vorhin über Führungskraft gesprochen.
00:31:31: Ich glaube, ich bin eine passable Führungskraft und ich bin noch nicht mal sicher ob ich ein Exzellent der Managerin bin weil... ...ich bin latent chaotisch und jetzt zum Beispiel ohne meine Assistentin Diana Antonia wäre ich kaum lebensfähig.
00:31:44: also das muss man auch anerkennen.
00:31:46: Das heißt wenn ich jetzt anfangen würde meine Mitarbeiter so zu managen wie man sich das von einem Micro-Manager vorstellt.
00:31:53: Ich aber kaum in der Lage bin mich selbst so zu managen.
00:31:55: Das ist ja unglaublich da lachen mich alle aus.
00:31:58: Von daher ist die Bezeichnung Unternehmer ganz gut, weil dann muss ich mir keine Gedanken machen ob ich ein guter Manager bin.
00:32:05: Das heißt man muss sich einfach auch gut kennen um einen guten Unternehmer zu sein?
00:32:08: Reflektionsfähigkeit unabdingbar, kritisches Denken unabdenkbar dieser unbändige Wille gewinnen zu wollen.
00:32:17: und eben Kontext.
00:32:20: Und Kontext ist jetzt sehr allgemein, weil das unterscheidet sich natürlich.
00:32:23: Bei mir heißt Kontext, sich schon überlegen zu können was wollen unsere Kundinnen und Kunden?
00:32:26: und wie funktioniert Verkehr?
00:32:28: Das ist Kontext aber das ist ja in jedem Unternehmen quasi anders.
00:32:33: Mittlerweile bist du selbst auch Investor, wonach haltest du dein Ausschaub als Start-ups?
00:32:40: Es gibt zwei Hauptaugenmarke die wir setzen.
00:32:43: Wir machen immer alles zu dritt.
00:32:45: Unser Family Office heißt Flix Founders Markt und Team.
00:32:51: Markt ist wichtig, weil wenn das Produkt noch so brillant ist auch bei einem sehr guten Team nur du nicht zum Beispiel am Markt sind dann kommt jemand rein und dann ist auch fertig das Geschäft ja wenn wir es gut finden.
00:33:02: Das muss schon also ein großer Markt sein sonst kann das gar nicht dauerhaft funktionieren aber gerade in der sogenannten Execution dann also in der Phase von der Idee bis zum erfolgreichen Unternehmen ist das Team des A&O.
00:33:14: Wenn ich mir angucke und jetzt keine Statistik müsste ich mal den Marcel fragen, der mit uns in unser Familyoffice führt.
00:33:22: Wenn ich mir angucke was die größten Gründe waren dass wir Start-ups abschreiben mussten Ich würde behaupten also die Mehrheit liegt dann am Team weil sie sich zerstreiten weiß ich die Lebensbedingungen ändern Weil jemand vielleicht das als Job gesehen hat und nicht als Berufung Und dann irgendwie dabei stolpert?
00:33:43: Ich würde sagen team ist insbesondere in der Execution des A&O.
00:33:47: Und wenn dann Leute sagen, okay aber das eigentliche Produkt also worum es denn geht sag ich das stimmt.
00:33:51: Das hat natürlich auch relevant weil... Aber wenn der Markt groß genug ist in dem Gesamtkontext, indem dieses Startup sich bewegen möchte und das Team exzellent ist Dann ist das Produkt deswegen dreitrittrangig.
00:34:06: oder das Service Weil im Zweifel kannst du es pivotieren Du kannst es auch anpassen Wenn der grundsätzlich Markt da ist um das Team gut genug ist.
00:34:13: Umgekehrt wenn das Produkt brillant ist und das team nur simpel.
00:34:19: Und
00:34:24: was ist denn jetzt dein wichtigster Tipp, den du vielleicht für Gründer hättest?
00:34:30: Gerade Gründerin und Gründern am Anfang tendieren zu zwei Sachen zum Overthinking.
00:34:36: Probieren ganz viel daheim in ihrer Garage aus so früh wie möglich rausgehen weil dann wird man entweder schneller oder besser mit dem eigentlichen Produkt und die Kundinnen und Kunden dass man vielleicht pivotiert oder was anderes machen sollte.
00:34:51: Und gleichzeitig ist bei einigen dann auch die Angst okay, da kommen nachahmer Wettbewerb und so.
00:34:57: Also wenn du nicht gerade irgendwie die kalte Fusion oder... Das ist nicht das Problem!
00:35:03: Geschwindigkeit ist immer des A&O.
00:35:06: Auch im Wettbetrieb bei uns jetzt mit den ganzen Staatsbahnen beim Flickstraining.
00:35:10: Es ist Geschwindigkeit.
00:35:12: Ich bin nicht der erste gewesen, ich habe auch keine Züge erfunden.
00:35:14: es geht um Geschwindigkeiten.
00:35:16: Du hast das rausgehend angesprochen.
00:35:18: Ihr seid am Anfang auch mal an der Bushalterstelle gestanden, richtig?
00:35:21: Ständig!
00:35:22: Also jetzt noch.
00:35:25: André war gestern glaube ich in London und ist dann natürlich mit unserem Bus von Stansted Airport in die Stadt gefahren.
00:35:32: weil also kann es wahrscheinlich auch Taxi fahren und wahrscheinlich gibt's auch einen Zug diesen Stansted Express.
00:35:36: Ich bin nicht so der London-Kennner aber natürlich ist er bussgefahren Weil du musst ja sehen Ist es gut Und dasselbe ist bei mir auch.
00:35:47: Ich bin regelmäßig in den Shops und schaue mir das an, wie es da läuft... ...und auch hier jetzt.
00:35:53: also wir sitzen ja in der Messe im Putzen und der Flicks Bus Stop ist da gleich ums Eck und ich war halt früh schon da und hab's mir geguckt.
00:35:59: Was fällt dir dann da so auf?
00:36:01: Naja, also worauf ich achte ist so grundsätzlich mal Sauberkeit- und Sicherheitsgefühl, ne?
00:36:08: Also nicht die letzte Stippenstumme aber so grundsetzlich.
00:36:16: Und dann gucke ich mir an, wenn es möglich ist.
00:36:18: Das funktioniert ja nicht immer weil nicht jedes Mal kommt ein Bus und fährt ab.
00:36:21: Wie ist denn der Prozess?
00:36:22: Also Ist das einfach und easy dass die da einen aussteigen Gepäck oder so.
00:36:26: und Dann gucke Ich auch schon immer mit dem linken Auge drauf ob die Fahrerinnen und Fahrer freundlich sind quasi unser Gesicht zu den Kunden Genau und meistens ... bin ich da sehr happy.
00:36:40: Manchmal fallen mir so Kleinigkeiten auf, dann ist der Bus nicht richtig beklebt und so.
00:36:47: Bekommen die Unternehmen auch eine Mail von dir oder vom Flix?
00:36:53: Das kommt darauf an.
00:36:54: also wenn das eine Kleinigkeit ist... ...dann nicht, dass es ein bisschen normal Kluge habe.
00:36:59: aber wenn das was Relevantes ist, würde ich schon nachgucken welche Mobilitätspartner sind verantwortlich Und bei uns ist es ja so Pro Land natürlich eine Organisation haben mit Partner-Managern, die dafür verantwortlich sind.
00:37:11: Oder auch im operativen Tagesgeschäft sogenannte ROMS, Regionale Operations Manager und diese sind eben zugeordnet und dann würde ich denen das sagen weil die haben Vertrauensverhältnisse.
00:37:20: also wenn da jetzt irgend so eine dödliche, kenne ich ja selbst, da denkst du ja oh Gott, danke!
00:37:25: Sondern es muss schon irgendwie sinnvoll konstruktiv sein und dann gehe ich lieber den normalen Weg.
00:37:30: Bevor wir zu unseren drei kurzen Fragen zum Abschluss kommen möchte ich mit dir noch einmal ganz an den Anfang vom Flick springen und dann nochmal einen Blick nach vorne wagen.
00:37:39: zunächst der Anfang.
00:37:41: Ich habe gelesen, dass ihr am Anfang neben Flicks noch ein paar weitere Business-Ideen hattet.
00:37:48: Verrätst du uns was das war?
00:37:50: Es gab unterschiedliche Dinge.
00:37:52: wir wollten mal weil wir beide alle drei mehr oder weniger so aus dem Beratungsmarkt eben mit den beiden Buden Boston Consulting und Microsoft kamen, da haben wir gedacht okay das ist irgendwie so elitär.
00:38:04: Wir wollen irgendwie dann Beratung demokratisieren.
00:38:08: Dann haben wir uns mal überlegt dass es eines der Themen das uns nach wie vor hobbymäßig sehr am Herzen liegt ist Bildung auch unternehmerische Bildung.
00:38:17: Das fängt auch frühkindlich an.
00:38:18: Es ist ja schon so dass wir auch Arbeitskraftverlust haben in Deutschland.
00:38:22: ich nehme an es sind Teilchen nicht anders weil gerade auch frühkindlich, nicht genug Unterstützung da ist.
00:38:28: Und dann haben wir uns überlegt kann man irgendwie Kita-Konzepte bauen die das lösen?
00:38:33: und dann gab es noch eine Idee.
00:38:37: Da ging's um ein geriatrisches System.
00:38:40: also wie kann man?
00:38:41: ich finde gesellschaftlich echt schwierig.
00:38:44: meine Großeltern waren am Schluss im Heim und so wie wir mit unseren alten Menschen umgehen.
00:38:49: Ich glaube bei André war das damals auch so und du hast ja häufig wenn du über Ideen nachdenkst die akuten Probleme die dich beschäftigen.
00:38:55: Das heißt, wenn ich bei Schülerwettbewerben bin zu Start-ups sind es häufig Schulthemen die sie lösen wollen.
00:39:00: Und da war's dann eben so dass wir schockiert waren wie wir unsere ältere Generationen teilweise gelangweilt vor sich hinziehen lassen.
00:39:08: und da haben wir herum gedacht also da gab's wirklich eine ganze Menge Ideen bis dann die Liberalisierung in der Zeitung stande.
00:39:18: Und wenn wir jetzt nochmal nach vorne schauen, welches Ziel möchtest du denn unbedingt noch erreichen mit Flix?
00:39:24: Kurz und mittelfristig.
00:39:26: Und da spreche ich von diesem Jahrzehnt will ich der größte private Schnellzuganbieter in Europa werden.
00:39:36: Ich glaube das unterschätzt es so nicht optimal bisher im Angebot – man kann in Europa immer noch weniger fliegen und mehr Zug fahren!
00:39:47: Und ich glaube, da kann man mit unserem Ansatz tatsächlich einfach noch echten Mehrwert schaffen.
00:39:55: Für unsere Verhältnisse ist es ein langer Zeitraum bis Ende des Jahrzehnts aber gut Ding will Weile und allein so einen Zug zu bestellen und zu warten dauert ein paar Jahre.
00:40:02: das geht nicht so schnell wie im Busen.
00:40:04: also das ist was... Da ist eine ganz wichtige Säule unserer Strategie und wir glauben gleichzeitig dass wir auch weiter internationalisieren können.
00:40:12: Also Peru steht jetzt an Wie gesagt aus drei Jahren zuletzt Und da gibt es schon noch ein, zwei Länder.
00:40:18: Bei manchen sind wir in Beobachtung wie sich die Regulatorik ändert weil das muss schon einfach auch erlaubt sein.
00:40:24: und wenn man das bestehende Portfolio anguckt Indien und Mexiko sind riesig und ich war gerade erst neulich in Indien.
00:40:33: Das sind so viele Menschen Die haben alle noch diesen Drang nach morgen zu arbeiten aufzusteigen.
00:40:38: Es ist so eine Dynamik Die wollen alle Flexbus fahren.
00:40:41: Wird es irgendwann auch grüne Flugzeuge geben?
00:40:45: Also absehbar ist es nicht.
00:40:47: Wir machen da immer mal ein Abril Schatz und so, ein Hauptaspekt ist... Man spricht manchmal von einem Parental Advantage.
00:40:55: also warum glaube ich dass sich noch mehr Wert im Flugmarkt bringen kann?
00:41:00: Gegenüber der ITA, der Lufthansa ja vielleicht aber das haben wir die Kollegen von Ryan Irland, Easychurch schon vor ein paar Jahrzehnten entdeckt!
00:41:12: Und da bin ich nicht sicher ob ... wie er da immer noch was finden, was wir besser können.
00:41:16: Aber Hauptausschlag eben ist... ... dass wir stehen für nachhaltige auf der einen Seite und ... ... künstige erschwingliche Mobilität.
00:41:28: Und der Nacherlichkeitsaspekt das ist nicht nur unsere Farbe sondern es geht bis dahin, dass das auch unser Team motiviert.
00:41:36: Ich glaube es wird viel Frustrationssorgen und vielleicht laufen mir Mitarbeiter weg.
00:41:41: Auch für mich würde das nicht dementsprechend für was wir stehen, wenn wir da jetzt so wie aktuell Flugzeuge noch betrieben werden.
00:41:48: Da einfach mit grünem Flieger anfangen.
00:41:52: Aber vielleicht gibt es in hundert Jahren ja auch nachhaltiges fliegen und Vielleicht haben wir dann auch eine idee warum wir die sind, die es besser
00:42:00: machen können.
00:42:01: Daniel wir beenden unser Gespräch immer mit drei kurzen Fragen Mit der bitte meine sehr kurze Antwort.
00:42:09: Meine erste Frage an dich Wo hast du deinen letzten Urlaub verbracht?
00:42:15: In Südtirol und am Garasee.
00:42:18: Also in Haafling, in Tori del Benaco und im Nals.
00:42:22: Schön!
00:42:22: Wenn du mit deinem Ich vor Flicks sprechen würdest?
00:42:27: Wovor würdest du es warnen?
00:42:29: Was ich geliebt habe auch als Student war eine sehr angenehme Struktur.
00:42:34: also mein Leben war klar getrennt in Arbeit- und Freizeit Und das hat was weil da kann man sich nachrichten Du tauscht dein altes Leben.
00:42:46: Das ist keine Work-Life Balance, es ist Blendingen.
00:42:48: Dessen muss man sich bewusst sein und da hat mich die Naivität geschützt aber in der Heinzeit hätte ich's vielleicht auch gar nicht gewusst.
00:42:56: Und was bedeutet das für dich?
00:42:57: Erfolg?
00:42:59: Erfolg ist ein Blick in die Vergangenheit.
00:43:00: Es ist so ein wohliges Gefühl Aber es ist immer schon geschehen und determiniert zu null Prozent ob die Zukunft auch erfolgreich sein wird.
00:43:09: Daniel danke für deine Zeit und weiterhin alles Gute!
00:43:13: Danke, ebenso.
00:43:14: Vielen Dank fürs Zuhören!
00:43:15: Die nächste Folge von die SWZ-Drift erscheint in zwei Wochen.
00:43:19: Wenn Sie in der Zwischenzeit mehr von der SWZ lesen möchten dann gibt es jeden Freitag eine neue SWZ oder sie können uns online unter swz.id besuchen.
00:43:28: Bis zum nächsten Mal Machen Sie's gut.
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